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GP Kanada, Rennanalyse

Der falsche Sieger?

Foto: dpa

Der Gewinner hieß in Montreal wieder einmal Michael Schumacher, doch die Schnellsten des Großen Preises von Kanada waren andere.

14.06.2004

Es war ein Sieg der Strategie, nicht der große Triumph der übermächtigen Kombination Michael Schumacher und Ferrari. Beim Großen Preis von Kanada war der Weltmeister zur richtigen Zeit am richtigen Ort, sonst wäre der Rekordsieg ins Wasser gefallen.

Warum hieß der Sieger nicht Barrichello?

Rubens Barrichello war neben den disqualifizierten Williams-BMW-Fahrern der Pechvogel des Rennens. "Rubens hatte das ganze Wochenende schon das schnellste Auto", sagte Michael Schumacher. Der Brasilianer verlor das Rennen schon im Qualifying. Hätte er seinen Teamkollegen im Training und beim Start hinter sich gehalten, wäre am Ende die brasilianische Hymne gespielt worden.

So hing Barrichello über weite Teile des Rennens hinter der Konkurrenz fest. Erst blockierte ihn Montoya, nach dem ersten von zwei Stopps landete Barrichello prompt wieder hinter dem Kolumbianer. Dann hielt Sieger Schumacher "Rubinho" auf. Der startete nur eine halbherzige Attacke am Ende der Zielgeraden. Erst als Barrichello gegen Rennende freie Fahrt hatte, zeigte er mit der absolut schnellsten Runde, zu welchem Tempo er fähig war. Barrichellos Laune war trotz der Niederlage gut. Zum ersten Mal in dieser Saison fand er Anschluss an den Teamkollegen. "Michael hat sich einen weiteren Sieg geholt, den ich gerne gehabt hätte, aber es hat trotzdem riesigen Spaß gemacht", sagte der Zweitplatzierte.

Was war mit den Renault los?

Es war der erste Totalausfall 2004 für die Gelbblauen. Jarno Trulli und Fernando Alonso scheiterten beide mit Antriebswellen-Schäden. "Das ist uns vorher noch nie passiert, auch nicht beim Testen", entschuldigte sich Teamchef Flavio Briatore. Möglicherweise stolperte Renault über die eigene Cleverness. Mit einem speziellen Programm wird im R24 unmittelbar vor dem Start der Antriebsstrang vorgespannt. So wird der Drehzahlabfall beim Beschleunigen vermindert - ein Grund für die Raketenstarts der Renault. Dass Trulli schon nach wenigen Metern ausrollte ist ein Indiz, dass der Antrieb überlastet war.

Warum Fernando Alonsos Antriebswelle erst in Runde 45 den Geist aufgab, ist bisher unbekannt. Der Spanier war der dritte Mann, der zum Sieg in Montreal fähig gewesen wäre. Wenn Alonso freie Fahrt hatte, konnte er nach kurzer Schwäche seiner Michelin-Gummis problemlos das Tempo der Spitze halten. Weil beim ersten Boxenstopp die Tankanlage versagte, musste das Team ihn aus Trullis Tankstelle bedienen, das kostete sieben Sekunden, die Alsonso hinter Michael Schumacher warfen. Kurz vor seinem Ausfall war Alonso der schnellste Mann des Rennens. Ross Brawn gesteht: "Das war unser gefährlichster Gegner."

Warum waren die Renault so schnell?

Neben Honda und Ferrari war auch Renault mit einem stärkeren Motor nach Kanada gereist. Immerhin acht PS hatten Trulli und Alonso zusätzlich zur Verfügung. Das allein erklärt aber die Topzeiten der Renault nicht, denn die Topmotoren dürften immer noch zwischen 30 und 40 Pferdestärken mehr zur Verfügung haben.

Die R24 glänzten vor allem durch aerodynamische Effizienz und ausgezeichnete Traktion. Wo Ferrari, BAR und Williams mit Zusatzflügeln operieren, um bei niedrigem und mittlerem Tempo mehr Druck auf die Hinterachse zu bringen, kommt Renault komplett ohne die hinderlichen Luftleitwerke aus. So waren die Renault nicht nur beim Herausbeschleunigen aus den langsamen Schikanen und der Haarnadel eine Klasse für sich, sie waren auch auf den Geraden nicht überholbar.


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