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Vorschau GP Korea

Zweite Red Bull-Party in einer Woche?

Sebastian Vettel Foto: Red Bull 29 Bilder

Nach dem Vettel-Party in Suzuka kann sich Red Bull beim GP Korea nun auch den Konstrukteurspokal sichern. Doch McLaren will die Feier noch ein wenig aufschieben. In der Vorschau sagen wir Ihnen, wie gut die Chancen dafür stehen.

12.10.2011 Tobias Grüner

Mit dem GP Korea beginnt das Schaulaufen in der Formel 1. Der Fahrertitel ist mittlerweile fest vergeben. Ohne Rücksicht auf die Gesamtwertung können sich die Spitzenfahrer nun um die letzten vier Rennsiege balgen. Eine langweilige Schlussphase der Saison ist also nicht zu befürchten. Es lohnt sich also, den Wecker für das PS-Programm im Frühstücksfernsehen zu stellen.

Ein Titel ist allerdings noch zu vergeben. Red Bull strebt in Yeongam die vorzeitige Verteidigung des Konstrukteurspokals an. Aktuell beträgt der Vorsprung auf McLaren 130 Punkte. Nach dem Grand Prix von Korea müssen es noch mindestens 129 Zähler sein. Mehr können Jenson Button und Lewis Hamilton selbst mit drei Doppelsiegen zum Saisonabschluss nicht sammeln.

Für Sebastian Vettel gilt es zu verhindern, dass die Konkurrenz das Jahr auf einer Erfolgswelle beendet und weiter Selbstvertrauen für 2012 sammelt. Mit dem GP Korea hat der Heppenheimer zudem noch eine Rechnung offen. Im vergangenen Jahr löste sich der Renault-Motor am Red Bull in Führung liegend in einer gewaltigen Rauchwolke auf. Der WM-Titel schien plötzlich in weiter Ferne.

Die Strecke: Korean International Circuit

2010 war die Formel 1 erstmals auf der 5,615 Kilometer langen Piste in der Region Yeongam unterwegs. Die Strecke war erst wenige Tage zuvor fertiggestellt worden. Seitdem hat sich allerdings wenig getan. Ein Skandal um den Missbrauch von Fördergeldern sorgte für einen Stopp des Weiterbaus. Wartungsarbeiten wurden auf die lange Bank geschoben. Wenige Tage vor dem Start des Rennens war noch nicht klar, in welchem Zustand sich die Strecke befindet.

Klar ist, dass der im Rest des Jahres wenig genutzte Kurs zu Beginn noch sehr staubig sein wird. Als besonders rutschig stellte sich schon im Vorjahr die Boxengasse heraus. Vom Layout her bietet die Strecke eine gute Mischung aus langen Geraden und verschieden schnellen Kurven. Die beste Überholmöglichkeit bietet sich auf der Gegengeraden. 14,4 Sekunden stehen die Piloten hier auf dem Gas. Am Ende erreichen sie mehr als 320 km/h. Hier hat die FIA auch die DRS-Zone für den Einsatz des beweglichen Heckflügel eingerichtet.

Das Setup für Korea:

Der bereits angesprochene Mix aus langen Geraden und vielen Kurven macht es den Ingenieuren nicht einfach, das richtige Setup zu finden. Im Training muss jeder Fahrer den optimalen Kompromiss für die schnellste Runde ermitteln. Dazu kommt der staubige Asphalt, der zu Traktionsproblemen führt. Bei solchen Verhältnissen tendieren viele Piloten bei der Abstimmung eher einen Tick in Richtung Untersteuern zu gehen. Kleinere Bodenwellen gibt es nur in den Kurven sieben und acht. Die Kerbs am Streckenrand sind sehr flach.

Bei der Dämpfer-Abstimmung geht der Blick der Ingenieure vor allem auf den Reifenverschleiß. Besonders kritisch ist der rechte Vorderreifen. Im engen Schlussteil der Runde gehen aber auch die Gummis auf der Hinterachse schnell in die Knie. Mit der Wahl der Mischung "supersoft" ist Pirelli ein großes Risiko gegangen. "Das wird der härteste Test des Jahres", erklärte Pirelli-Sportchef Paul Hembery. Mit der extremen Reifenwahl will der Gummi-Lieferant die Teams zwingen, im Rennen auf die härtere Mischung "soft" zu setzen.

Die Updates:

Nachdem die WM-Titel schon so gut wie entschieden sind, haben alle Teams die Entwicklung an den aktuellen Autos eingestellt. Trotzdem lohnt sich ein genauerer Blick auf die Technik. Einige Rennställe wie Ferrari und Mercedes haben bereits erklärt, schon einige Teile mit Blick auf die neue Saison zu testen und die letzten vier Rennen als Experimentierphase zu nutzen.

Die Favoriten für den GP Korea 2011

Das Sebastian Vettel mal nicht als Favorit in ein Rennen geht, gab es in dieser Saison noch nicht oft. Doch McLaren machte zuletzt in Suzuka den stärkeren Eindruck. Reifenflüsterer Jenson Button dürfte sich besonders über die extremen Pirelli-Mischungen gefreut haben. In Japan hielt kein Pilot seine Walzen so lange am Leben wie der Engländer. Ferrari spielt mal wieder die Wundertüte. Seit dem GP Belgien schien die Scuderia auf dem absteigenden Ast, doch in Suzuka fuhr Fernando Alonso nur 1,1 Sekunden hinter Sieger Button über den Zielstrich.

Suzuka hat auch gezeigt, dass der Kampf im Mittelfeld unvorhersehbar ist. Mit dem großen Update war Sauber hinter Mercedes der erste Punktekandidat. Wenn Renault das Setup hinbekommt, ist aber auch mit den schwarz-goldenen Autos zu rechnen. Force India geriet etwas in die Defensive, macht sich allerdings auch berechtigte Hoffnungen auf WM-Punkte. Toro Rosso war in Japan weit von den Top Ten entfernt. Bei einem größeren Reifenchaos sollte man Alguersuari und Buemi aber immer auf der Rechnung haben.

Expertenmeinung - James Allison (Technikchef Renault):

Der Korean International Circuit bevorzugt keinen bestimmte Charakeristik eines Autos. Das komplette Paket muss optimal arbeiten. Auf den langen Geraden wäre ein geringer Luftwiderstand von Vorteil. Doch die Anzahl an Kurven benötigt höhere Abtriebswerte, um schnelle Rundenzeiten zu ermöglichen. Wir fahren ähnliche Flügeleinstellungen wie in Japan, allerdings gibt es kleinere Unterschiede. Das DRS sollte wegen den langen Geraden in Korea deutlich effektiver sein. Dass müssen wir beim Flügel-Setup in Betracht ziehen.

Es ist interessant, dass die Asphalt-Oberfläche sehr glatt ist. Spürbare Bodenwellen gibt es nicht. Da es auch keine höheren Kerbs gibt, kann man eine sehr geringe Bodenfreiheit fahren. Das könnte unserem Auspuff-System zugutekommen. Ein gleichmäßiger Abstand zwischen Unterboden und Asphalt hilft bei der Abstimmung der Abgas-Strömung.

So lief das Rennen im Vorjahr - GP Korea 2010:

Red Bull erlebte 2010 in Korea ein rabenschwarzes Wochenende. Nach seiner Pole Position fiel Sebastian Vettel in Führung liegend mit einem Motorschaden in Runde 45 aus. Teamkollege Mark Webber rutschte auf nasser Fahrbahn schon in Runde 18 in die Bande und nahm dabei auch noch Nico Rosberg aus dem Rennen. Der Start war wegen des vielen Wassers zuvor um gut eine Stunde verschoben worden. Lange fuhr das Feld hinter dem Safety-Car her. Erst um 17.58 Uhr Ortszeit - kurz vor Einbruch der Dunkelheit - fuhr Fernando Alonso als Sieger über die Ziellinie.

In unserer Fotogalerie zeigen wir noch einmal die spektakulären Bilder von GP Korea 2010.

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