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Vorschau GP Korea 2012

Wer kann Vettel noch aufhalten?

Sebastian Vettel GP Korea 2011 Foto: dpa 31 Bilder

Sebastian Vettel hat nach zehn Rennen in der Verfolgerrolle in Korea wieder die Chance die WM-Führung zu übernehmen. Kann der Weltmeister einen Big Point im WM-Kampf landen? Oder gelingt Fernando Alonso der Konter? Unsere Vorschau gibt erste Infos zum GP Korea.

10.10.2012 Tobias Grüner

Sebastian Vettel ist zum entscheidenden Moment der Saison in Fahrt gekommen. Nach Siegen in Singapur und Suzuka will der Deutsche in Korea den Hattrick schaffen und damit die WM-Führung von Fernando Alonso übernehmen. Zuletzt stand der Heppenheimer vor fünf Monaten nach dem GP Spanien auf Rang eins der Fahrerwertung. Vor dem Rennen in Yeongam trennen ihn aktuell aber nur noch vier Zähler von Spitzenreiter Alonso.

Die erst vor zwei Jahren eröffnete Strecke an der Südküste Koreas scheint sowohl Vettel als auch seinem Red Bull zu liegen. Bei der Premiere 2010 konnte nur ein Motorschaden den sicher geglaubten Sieg verhindern. In der Vorsaison spielte die Technik dann besser mit. Vettel gewann überlegen. Und auch in diesem Jahr sieht es wieder gut aus. Das Weltmeisterauto scheint aktuell unschlagbar.

Formel 1 2012 Korea Virtuelle Rundfahrt 1:34 Min.

Die letzten Ausbaustufen am Red Bull RB8 haben alle gezündet. Am Ferrari von Alonso mussten dagegen einige Updates ohne Fortschritt wieder abgebaut werden. Aktuell kann dem italienischen Team wohl nur Regen helfen. Auf feuchter Strecke konnte Alonso in dieser Saison noch am besten gegenhalten. Doch die Wettervorhersage macht den Fans des Spaniers nur wenig Hoffnung: Die Meterologen sagen an allen Tagen Sonne mit Temperaturen bis 25°C voraus.

Die Strecke - Korean International Circuit

2010 war die Formel 1 erstmals auf der 5,615 Kilometer langen Piste in der Region Yeongam unterwegs. Eigentlich sollte sich seitdem eine Kleinstadt rund um die Retortenpiste gebildet haben, doch auch zwei Jahre nach der Eröffnung liegt der Kurs mitten im Niemandsland. Nur die Kräne der Werften sorgen für etwas Abwechslung. Das öde Land rund um die Strecke und der begrenzte Fahrbetrieb im Rest des Jahres sorgt am Beginn des Wochenendes immer für sehr rutschige Bedingungen.

Vom Layout her bietet die Strecke eine gute Mischung aus langen Geraden und verschiedenen schnellen Kurven. Die beste Überholmöglichkeit bietet sich auf der Gegengeraden. 14,4 Sekunden stehen die Piloten hier auf dem Gas. Am Ende erreichen sie mehr als 320 km/h. Schwierig könnte es mit den Reifen werden. Pirelli bringt die beiden weichsten Mischungen supersoft und soft. So hohe Querbeschleunigungen mussten die weichsten Reifen in diesem Jahr noch nicht überstehen.

Fast Facts:

Höchste Querbeschleunigung: 3,5g (für 2 Sekunden in Kurve 7)
Längste Vollgaspassage: 1.000 Meter (zwischen Kurve 2 & 3)
Anteil der Bremsphasen an der Rundenzeit: 14 Prozent
Anteil der Geraden an einer Runde: 42 Prozent
Anzahl der Gangwechsel pro Runde: 56
Vollgasanteil auf einer Runde: 55 Prozent
Geringste Geschwindigkeit: 70 km/h (Kurve 3)
Höchste Kurvengeschwindigkeit: 280 km/h
Distanz von der Pole Position bis zur ersten Kurve: 300
Top-Speed: 315 km/h
Spritverbrauch: 2,51 kg/Runde
Zeitverlust pro 10 Kilo Zusatzgewicht: 0,43 Sekunden

Das Setup:

Der bereits angesprochene Mix aus langen Geraden und vielen Kurven macht es den Ingenieuren nicht einfach, das richtige Setup zu finden. Im Training muss jeder Fahrer den optimalen Kompromiss für die schnellste Runde ermitteln. Wegen dem hohen Anteil an Vollgaspassagen muss man ein wenig Abtrieb für mehr Top-Speed opfern. Dazu kommt der staubige Asphalt, der zu Traktionsproblemen führt. Bei solchen Verhältnissen tendieren viele Piloten bei der Abstimmung eher einen Tick in Richtung Untersteuern zu gehen.

Kleinere Bodenwellen gibt es nur in den Kurven sieben und acht. Die Kerbs am Streckenrand sind sehr flach. Die Ingenieure können die Bodenfreiheit deshalb weit herunterschrauben, was zu mehr aerodynamischer Stabilität in den schnellen Kurven führt. In Sachen Bremsen und Motor sind die Ingenieure relativ entspannt. Die Temperaturen sind traditionell eher gering. Größere Verzögerungen gibt es nur nach den langen Geraden in den Kurven eins, drei und vier.

Die Updates:

Normalerweise gibt es zu einem so späten Zeitpunkt in der Saison nicht mehr viel Neues an der Update-Front. Der spannende WM-Kampf zwingt die Top-Teams allerdings dazu, die alten Autos bis zum Finale weiter zu entwickeln. So hat Red Bull angekündigt, neue Verkleidungsteile auszuprobieren. Ferrari wollte noch nicht ganz mit der Sprache rausrücken, will aber ebenfalls ein großes Update bringen.

Besonders interessant wird der Blick auf Lotus. Als letztes Auto im Feld bekommt der schwarz-goldene Renner einen so genannten Coanda-Auspuff, bei dem die Abgase durch einen Kanal in der Motorhaube in Richtung Diffusor gedrückt werden. Williams hatte den neuen Auspuff in Suzuka im Training ausprobiert, im Rennen aber nicht eingesetzt. Ob das englische Team einen zweiten Versuch wagt, ist noch nicht klar. Mercedes will im Freien Training auf jeden Fall wieder sein System zur Verringerung des Luftwiderstands (DRD) ausprobieren, bei dem die Strömung am Heckflügel durch das Anblasen von unten gestört wird.

Die Favoriten für den GP Korea:

Momentan ist es schwer, gegen Red Bull zu wetten. Sebastian Vettel hat die letzten zwei Rennen gewonnen. In Korea war der Weltmeister in den vergangenen Jahren der dominierende Mann. Die Updates funktionieren. Und auch die Pirelli-Mischungen kommen dem Auto entgegen. Drei mal wurde in dieser Saison schon supersoft und soft gefahren (Monaco, Singapur, Montreal), zwei davon konnte Vettel gewinnen.

Fernando Alonso muss hoffen, dass die Updates einschlagen und McLaren wieder so ein schwaches Wochenende wie in Suzuka erwischt. Sonst könnte die WM-Führung schnell futsch sein. Auch Sauber darf Ferrari nicht aus den Augen verlieren. In Suzuka konnte Felipe Massa nur vor Kamui Kobayashi ins Ziel kommen, weil er im Rennen die bessere Strategie gewählt hatte. Wenn der hohe Reifenverschleiß ein Faktor wird, muss man auch wieder mit Sergio Perez rechnen.

Dahinter wird es mal wieder eng. Lotus ist die große Unbekannte. Funktioniert der neue Auspuff? Passt das Setup endlich einmal das ganze Wochenende? Wenn nicht, dann stehen Force India, Williams und Mercedes schon bereit, um die letzten WM-Punkte abzustauben.

Expertenmeinung: Paul Hembery (Pirelli-Sportchef)

"In Korea haben wir die Mischungen soft und supersoft im Gepäck. Es wird wohl der letzte Auftritt der Supersofts in diesem Jahr werden. Schon im letzten Jahr hatten wir diese Wahl getroffen. Einige hatten vorher behauptet, dass dies wegen dem anspruchsvollen Kurs eine mutige Entscheidung war, aber am Ende funktionierte es gut. "

"Dieses Jahr haben wir die gleiche Auswahl getroffen. Allerdings ist der Soft-Reifen noch weicher als sein gleichnamiger Vorgänger aus dem Vorjahr. Zwischen den beiden Mischungen sollte die Lücke also schrumpfen. Da die Strecke im Rest des Jahres nicht genutzt wird, erwarten wir, dass sie im Laufe des Wochenendes immer schneller wird. Das richtige Setup ist vor allem zu Beginn des Wochenendes wichtig, um ein Körnen der Reifen zu verhindern."

So lief das Rennen im Vorjahr - GP Korea 2011

Nachdem sich Sebastian Vettel 2011 in Suzuka vorzeitig den Titel gesichert hatte, setzte er sieben Tage später in Korea noch einen drauf und sorgte mit seinem zehnten Saisonsieg für den Gewinn des Konstrukteurspokals. Nur im Qualifying zeigte der Heppenheimer einen kleinen Schwäche-Moment, als er Lewis Hamilton die erste Nicht-Red Bull-Pole des Jahres gönnte. Im Rennen bog Vettel dann mit einem kontrollierten Sieg wieder alles gerade. Schon in der ersten Runde hatte er Hamilton überholt und danach nichts mehr anbrennen lassen.

Spannender wurde es im Kampf um Rang zwei. Am Ende kamen Lewis Hamilton, Mark Webber und Jenson Button innerhalb von drei Sekunden ins Ziel. Vor allem Webber und Hamilton lieferten sich einen beherzten Kampf um Rang zwei, bei dem beide Fahrer zwischendurch die Nase vorne hatten. Michael Schumacher lieferte unfreiwillig den spektakulären Höhepunkt des Rennens. In Runde 16 krachte ihm Vitaly Petrov mit seinem Lotus-Renault ins Heck und sorgte damit für den Ausfall des Rekordchampions.

In unserer Bildergalerie haben wir noch einmal die Fotos vom GP Korea 2011.

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