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Korea-Architekt Hermann Tilke

"Es gibt keine Probleme mit dem Asphalt"

Korea International Circuit Foto: KAVO 30 Bilder

Der Asphalt auf dem Korean International Circuit ist gerade mal zehn Tage alt. Die Formel 1-Gemeinde stellt sich seitdem die bange Frage: Wird der Belag halten? Rennstreckenarchitekt Hermann Tilke beruhigt: "Es wird keine Probleme mit dem Asphalt geben."

20.10.2010 Michael Schmidt

Von der Rennstrecke bis zu den Mauern sieht alles so aus wie auf jeder anderen Rennstrecke dieser Welt. Die Bauarbeiten beginnen jenseits der Streckenbegrenzung. Bis zu 1.000 Menschen basteln an Tribünen, Plakatwänden und Zufahrtswegen. Selbst das Militär wurde eingespannt. Im Fahrerlager wird nur eine Frage gestellt: Hält der Asphalt?

Die letzte Asphalt-Schicht auf dem 5,615 Meter langen Kurs wurde am Renntag des GP Japan aufgetragen. Das ist gerade mal zehn Tage her. Immer wieder wird das Beispiel des GP Belgien 1985 zitiert, wo ähnlich knapp vor dem Rennen asphaltiert wurde, mit dem Resultat, dass der Grand Prix aufgrund des aufbrechenden Belages nach dem Samstagstraining abgebrochen werden musste.

Tilke: Keine Asphalt-Probleme

Hermann Tilke, der Architekt der Rennstrecke, beruhigt alle Zweifler: "Es wird keine Probleme mit dem Asphalt geben. Das sagen unsere Erfahrungswerte. Es handelt sich um einen ähnlichen Belag wie in Abu Dhabi." Das Wetter hat das Aushärten des Asphalts begünstigt. "Schlimm wären Temperaturen unter vier Grad", erklärt Tilke. Dass muss nicht befürchtet werden. In Südkorea herrscht zurzeit mildes Wetter bis 25 Grad.

Tilke schränkt jedoch ein: "Es wird ziemlich glatt werden. Nicht nur wegen der Fluxöle, die ein frischer Asphalt normalerweise ein halbes Jahr lang ausschwitzt. Den Grip geben die Steine, die in der Bitumenschicht eingelassen sind. Ihre Zacken erzeugen Reibung, die aber erst zum Tragen kommt, wenn die oberste Bitumenschicht abgehobelt ist. Dazu müssten Autos auf der Strecke fahren. "In Bahrain haben wir uns 2004 damit beholfen, mit Straßenautos über die Strecke zu fahren. Diese Zeit haben wir hier nicht."

Glatter Asphalt neben der Ideallinie

Der Aachener Architekt fürchtet, dass Überholmanöver beim Auftaktrennen auf dem neuen Asphalt schwierig werden könnten. "Am Anfang wird es sehr glatt sein. Dann kommt eine Gummischicht drauf, die auf der Ideallinie Grip geben wird. Daneben bleibt es aber glatt."

Tilke führt zwei Gründe an, warum der Kurs in dem ehemaligen Sumpfland südlich von Mokpo in letzter Minute fertig wurde. "Das Trockenlegen der Gegend dauerte ein Jahr, länger als erwartet. Vorher waren hier nur Reisfelder und Sumpf." Im Sommer wüteten ungewöhnlich starke Monsunregen, was die Arbeiten um weitere 36 Tage verzögerte. Man wird sich damit abfinden müssen, dass die Strecke beim Debüt des GP Korea wie eine Baustelle aussehen wird. Die Stadt rund um das Start/Zielgelände befindet sich noch in der Planung. Sie soll 2012 fertig sein. "Im Moment fahren wir auf einem Stadtkurs ohne Stadt", scherzt Tilke.

Formel 1 am Ende der Welt

In Mokpo regiert der Schiffsbau. Hier entsteht die größte Werft der Welt. Veranstalter Joe Chung und die Lokalregierung wollen diesen Teil der Welt, 350 Kilometer südlich der Hauptstadt Seoul mit Hilfe des Grand Prix auf die Landkarte bringen. Im Moment wirkt alles noch ein bisschen trostlos. Tenor im Fahrerlager: "Wir fahren hier am Ende der Welt."

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