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Rennanalyse GP Malaysia 2012

Alonso kopiert die Konkurrenz

Alonso & Perez GP Malaysia 2012 Foto: xpb 77 Bilder

Der Regenkrimi von Malaysia bot viel Chaos und einige Überraschungen. In unserer Rennanalyse versuchen wir, einige offene Fragen des Sepang-Spektakels zu beantworten.

23.03.2012 Tobias Grüner
Warum war die Strategie für Alonso und Perez einfach?

Normalerweise gewinnen bei Chaosrennen Fahrer, die bei der Strategie auf Risiko spielen und Glück haben. Dieses Mal lagen die beiden Piloten vorne, die in Sachten Taktik auf Nummer sicher fuhren. Sowohl für Fernando Alonso als auch für Sergio Perez ging es vom Start weg darum, so viele Punkte wie möglich zu sammeln.

"Wenn man das Rennen anführt, ist es einfach. Wir haben einfach das kopiert, was die anderen gemacht haben. Das reicht manchmal aus", gab Alonso anschließend zu. "Als die Fahrer hinter uns Slicks draufgezogen hatten, mussten wir reagieren. Wir waren eine Runde vor Lewis und Sergio dran. Wir mussten also nur hoffen, dass es in dieser einen Runde nicht zu regnen begann."

Auch bei Sauber ging man bei der Strategie den richtigen Weg. Nur mit dem frühen Wechsel von Intermediates auf die Regenreifen pokerte man ein wenig. "Am Ende ging es für uns nur darum, die gute Position nicht zu verspielen", erklärte Sauber-Teammanager Beat Zehnder. "Wären wir früher als Fernando auf Slicks gegangen, hätten wir das Rennen wohl gewonnen. Aber wenn es dann zu regnen begonnen hätte, wären wir die großen Deppen gewesen."

War der Abbruch gerechtfertigt?

In der fünften Runde öffnete der Himmel über Sepang seine Schleusen. Zunächst schickte die Rennleitung das Safety-Car auf die Bahn. Doch das reichte nicht aus. Die Niederschläge dauerten an. Weil es zu gefährlich wurde, entschieden sich die Stewards für eine Unterbrechung. Die Fahrer hatten diese Entscheidung zuvor vehement gefordert. "Ich habe in den Funk geschrien, dass es nicht mehr geht. Und Paul hat das gleiche gemacht", konnte Nico Hülkenberg später darüber lachen. "Da hatten wir einige heikle Momente." 

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali ergänzt: "Auf der Strecke hatten sich überall kleine Bäche und Seen gebildet. Und auch die mangelnde Sicht war ein großes Thema. Das war einfach zu gefährlich" Damit sich die Piloten nach dem Neustart an die Bedingungen gewöhnen konnten, zuckelte das Feld fünf Runden hinter dem Safety-Car her. Weil der Asphalt so schnell abtrocknete, konnten die ersten Fahrer direkt auf Intermediates wechseln, sobald das Rennen wieder freigegeben wurde.

Warum wechselten die Teams so spät auf Slicks?

Als Daniel Ricciardo in der 37. Runde als erster Pilot auf die Slicks wechselte, hatte sich schon längst eine trockene Fahrspur auf der Strecke gebildet. Prompt fuhr der Australier vier Sekunden schneller als der Rest auf Intermediates. Die Konkurrenz ließ sich nicht lange bitten. Innerhalb weniger Runden sattelte das gesamte Feld auf die Trockenreifen um. Doch warum hatte man vorher so lange geschlafen.

"Wir wussten, dass die Trockenreifen schneller waren. Aber rund um die Strecke hatten sich Gewitter gebildet", erklärt Beat Zehnder, der bei Sauber seit 17 Jahren an der Boxenmauer sitzt. "Die Regenwand zog kontinuierlich in Richtung Strecke. Doch plötzlich verlangsamte sich die Zelle und blieb 500 Meter vor der ersten Kurve stehen. Das konnte man nicht voraussehen. Deshalb wollte auch niemand auf Slicks wechseln."

Warum konnte McLaren die guten Startplätze nicht nutzen?

Mit den Startplätzen eins und zwei hatte man sich bei McLaren mehr erhofft, als nur den dritten Platz von Lewis Hamilton. Doch im Rennen verloren die Chrompfeile durch unglückliche Zwischenfälle entscheidend an Boden. Jenson Button rutschte beim Überrundungsversuch in den HRT von Narain Karthikeyan und musste sich eine neue Nase abholen. "Mein Fehler", gestand der Brite später. "Dann lag ich hinter Maldonado und mir ist die Reifentemperatur in den Keller gefallen. Ich habe sie danach nie wieder ins Arbeitsfenster bekommen."

Auch bei Lewis Hamilton lief nicht alles perfekt. Er musste beim Wechsel von den Regenreifen auf die Intermediates lange in der Box warten, weil Ferrari vor der Nachbargarage beide Autos hintereinander abfertigte. "Wir mussten ihn zurückhalten, aber das ist halt Rennsport", klagte Teamchef Martin Whitmarsh. Vom Speed her konnte der Chrompfeil seine Vorteile auf nassem Untergrund nicht ausspielen. Hamilton war auf abtrocknender Strecke ähnlich schnell wie Alonso, doch gegen Perez hatte der Engländer keine Chance.

Warum gab Sebastian Vettel am Ende nicht auf?

Nachdem sich Vettel bei der Überrundung Karthikeyans den Reifen aufschlitzte und damit aus den Punkten fiel, forderte ihn der Kommandostand auf, das Rennen eine Runde vor Schluss aufzugeben. Wer die Zielflagge nicht sieht, darf bis zum nächsten Grand Prix straffrei das Getriebe wechseln. Doch Vettel verzichtete auf diesen taktischen Zug. "Ich glaube, es gehört sich einfach so, ein Rennen zuende zu fahren", erklärte der Weltmeister anschließend fair.

In unserer Fotogalerie haben wir noch einmal die Bilder des Rennens für Sie.

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