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GP Malaysia 2013 (Ergebnis Rennen)

Vettel ignoriert Stallorder und siegt

GP Malaysia 2013 Foto: xpb 66 Bilder

Sebastian Vettel hat in Malaysia seinen ersten Saisonsieg gefeiert. In einem spannenden Rennen setzte sich der Champion gegen Teamkollege Mark Webber durch. Doch im Red Bull-Duell ging es nicht fair zur Sache. Vettel ignorierte die Anweisung der Box.

24.03.2013 Tobias Grüner

Sebastian Vettel ist nicht zu stoppen – weder vom Regen, noch von einer suboptimalen Strategie noch von der Konkurrenz. Von der Pole Position flog der Red Bull-Pilot in Malaysia zum ersten Sieg. In den 56 Rennrunden hatte der Weltmeister allerdings mehr Arbeit als ihm lieb war. Allerdings war Vettel selbst nicht ganz unschuldig, dass der 27. Grand Prix-Sieg einer der mühevollsten war.

Schon kurz vor dem Start war klar, dass sich Malaysia wieder einmal zu einem echten Formel 1-Krimi entwickeln würde. Eine dicke Wolke entlud sich direkt über der Strecke von Sepang und zwang das gesamte Feld zu Beginn des Rennens auf die Intermediate-Reifen. Vettel pokerte mit der Strategie und ging als Erster an der Box, als die Strecke noch etwas zu feucht war. Teamkollege Mark Webber blieb länger draußen und übernahm die Spitze. "Da wollte ich wohl etwas zu viel", gab der Heppenheimer später zu.

Vettel ignoriert Nichtangriffspakt

Vettel machte sich direkt auf die Jagd nach dem Teamkollegen und forderte wütend über Funk: "Er ist zu langsam. Räumt ihn aus dem Weg!" Doch anstatt nach vorne, ging es für Vettel erst einmal rückwärts. Beim dritten Boxenstopp übernahm Mercedes-Pilot Lewis Hamilton die zweite Position. Der Brite war etwas früher auf frische Reifen gewechselt und konnte kurzzeitig an Vettel vorbei gehen.

Doch lange konnte sich Hamilton nicht freuen. Vettel schob sich mit Hilfe von DRS in Runde 38 wieder vorbei. Nach dem letzten Boxenstopp nahm sich der Champion dann auch noch den Teamkollegen vor die Brust. In einem spannenden Duell über mehrere Kurven schob sich die Red Bull-Nummer 1 schließlich an Webber vorbei. Teamchef Christian Horner fand den engen Zweikampf offenbar nicht lustig. "Das ist dumm, Seb", funkte er ins Cockpit.

Mark Webber erklärte auf dem Podium, warum man bei Red Bull sauer auf den Weltmeister war: "Mir wurde gesagt, dass die Positionen nach dem letzten Stopp bezogen sind. Ich habe schon die Motordrehzahl runtergedreht. Doch Sebastian hat seine eigene Entscheidung getroffen."

In der Pressekonferenz gab sich Vettel dann kleinlaut: "Ich glaube, ich habe heute einen dummen Fehler gemacht. Ich muss mich bei Mark entschuldigen. Die Positionen waren bezogen. Ich habe es nicht ignoriert, aber ich hätte mir dem bewusster sein müssen. Deshalb bin ich nicht ganz glücklich." Red Bull-Berater Helmut Marko klagte: "Es war klar, was angesagt war. Das lief heute außer Kontrolle. Darüber müssen wir reden."

Stallregie auch bei Mercedes

Auch hinter den beiden Bullen an der Spitze waren sich zwei Teamkollegen nicht einig. Lewis Hamilton musste in den Schlussrunden Sprit sparen. Nico Rosberg im zweiten Mercedes hätte deutlich schneller gekonnt und wäre in den Schlussrunden gerne auf die Jagd nach den beiden Red Bull gegangen. Doch die Teamleitung wies den Deutschen an, sich hinter Hamilton anzustellen und sich mit Rang vier zufrieden zu geben.

Red Bull und Mercedes fuhren an diesem Tag in einer eigenen Liga. Für Felipe Massa im Ferrari blieb nur Rang fünf. Teamkollege Fernando Alonso warf schon in der zweiten Kurve alle Chancen auf ein gutes Ergebnis weg. Der Spanier fuhr sich am Heck von Vettel den Frontflügel kaputt. Anstatt direkt zur Reparatur zu fahren, versuchte er auf der Piste zu bleiben. Doch der Spoiler brach auf der Zielgeraden komplett ab und Alonso rutschte ins Kies.

Die Plätze sechs und sieben gingen an das Lotus-Duo. Romain Grosjean entschied mit einer guten Startphase das Duell für sich. Melbourne-Sieger Kimi Räikkönen hielt sich lange in einem Duell mit Nico Hülkenberg auf, bei dem er den Sauber zwischenzeitlich sogar touchierte. Am Ende konnte sich Hülk aber nicht wehren und musste den Finnen ziehen lassen.

Force India geht leer aus

Die beiden letzten Punkteplätze sicherten Sergio Perez im McLaren und Jean-Eric Vergne im Toro Rosso. Die aussichtsreich gestarteten Force India gingen dagegen leer aus. Sowohl bei Adrian Sutil als auch bei Paul di Resta gab es bei den Boxenstopps Probleme mit den Radmuttern. Beide verloren viel Zeit, fielen weit zurück und gaben schließlich auf.

Für die lustigste Szene hatte Lewis Hamilton am Anfang des Rennens gesorgt, als er aus Versehen zum Reifenwechsel an die McLaren-Box einbog. Mit Rang drei schob sich der Mercedes-Pilot auf Rang vier in der WM-Wertung. Sebastian Vettel führt mit 40 Zählern vor Kimi Räikkönen (21) und Mark Webber (26).

In unserer Bildergalerie haben wir noch einmal die Highlights vom Rennen in Sepang.

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