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GP Malaysia 2016 (Ergebnis Rennen)

Ricciardo siegt, Drama um Hamilton

GP Malaysia 2016 - Start - Sepang Foto: sutton-images.com 62 Bilder

Daniel Ricciardo hat in Malaysia seinen vierten Karriere-Sieg gefeiert. In einem spannenden und abwechslungsreichen Rennen verwies er Max Verstappen auf Platz zwei. Zwischen Sebastian Vettel und Nico Rosberg krachte es am Start. Trotzdem wurde Rosberg noch Dritter. Lewis Hamilton schied in Führung liegend mit einem Motorschaden aus.

02.10.2016 Andreas Haupt 6 Kommentare

Der große Preis von Malaysia begann mit einem großen Knall. Lewis Hamilton verteidigte von der Pole-Position aus souverän seine Führung. Dahinter reihte sich zunächst Nico Rosberg ein. Doch Max Verstappen und Sebastian Vettel wollten sich den WM-Führenden in der ersten Ecke schnappen. Beide bremsten spät. Dann kam es zu einer Kollision. Während Verstappen in der Mitte beste Sicht auf den Zusammenprall hatte, rutschte Vettel mit seinem Ferrari in den Mercedes von Rosberg. „Er ist in ihn gefahren wie ein Idiot“, funkte Verstappen. Der Mercedes-Pilot drehte sich um und fiel ans Ende des Feldes zurück. Für Vettel war Schluss. Das linke Vorderrad knickte durch den Zusammenstoß ab.

„Ich hatte einen guten Start. Dann ist mir leider etwas der Windschatten ausgegangen. Ich habe mich dann innen an Max vorbeigebremst. Wir waren beide spät auf der Bremse. Leider hat Nico vorne seine normale Linie gewählt und ist reingezogen – was sein gutes Recht ist. Er hat aber so früh gebremst, dass ich die Kollision nicht mehr vermeiden konnte“, entschuldigte der Ferrari-Star.

Hamilton nach Motorschaden raus

Es schien alles wie gemacht für Hamilton, um in der WM nicht nur Boden gutzumachen, sondern Rosberg auch gleich die Führung abzuknöpfen. Nur nach seinem ersten Boxenbesuch, bei dem er von weichen auf harte Reifen wechselte, verlor der Weltmeister die erste Position. Weil Max Verstappen in der zweiten Phase des Virtual Safety Car, Grosjean war in der Zielkurve nach einem Bremsdefekt ins Kiesbett geschlittert, frühzeitig stoppte. Ab Runde 27 hatte Hamilton die Führung zurück.

Doch 14 Umläufe später passierte das große Unglück. Auf der Zielgerade qualmte es zunächst aus dem Heck des Mercedes W07. Danach entwickelte sich ein Feuer. Der V6-Turbo war geplatzt. Ein klassischer Motorschaden, der für Hamilton nach dem GP Spanien den zweiten Ausfall der Saison bedeutete. „Oh no“, beklagte er am Funk. Später äußerte er sich kritisch: „Ich weiß nicht, warum es passiert ist. Ich weiß aber, dass es immer nur bei mir passiert. Es gibt 43 Motoren für alle Mercedes-Autos. Aber Probleme habe immer nur ich. Dafür habe ich keine Erklärung.“

Nutznießer waren die beiden Red Bull. Plötzlich kämpften Daniel Ricciardo und Max Verstappen um den Sieg. Schon vor Hamiltons Motorschaden gerieten die Red Bull-Fahrer in einem engen Duell aneinander. Der 19-jährige Niederländer attackierte den Australier in Kurve vier. Ricciardo wehrte den Angriff aber ab. Einige hundert Meter kurvten die beiden Red Bull danach nebeneinander um die Ecken des Sepang International Circuit. Ricciardo blieb vorn.

Der havarierte Mercedes löste das dritte virtuelle Safety Car des Rennens aus. Der Großteil des Feldes nutzte die Neutralisation, um für das letzte Renndrittel neue Gummis aufziehen zu lassen – darunter das Führungs-Duo Ricciardo, Verstappen sowie Nico Rosberg, der sich in der Zwischenzeit auf Rang drei gearbeitet hatte sowie Kimi Räikkönen.

Rosberg trotz Zehnsekundenstrafe noch Dritter

In der Schlussphase setzte Verstappen alles auf eine Karte und versuchte, seinen Teamkollegen in einen Fehler zu hetzen. Allerdings blieb der 27-Jährige aus Perth cool. Ricciardo holte sich nach 56 Runden seinen ersten Saisonsieg. Es war nach Kanada, Ungarn und Spa, allesamt 2014, sein vierter GP-Sieg der Karriere. „Es tut mir leid für Lewis. Aber ich nehme den Sieg natürlich. Es ist ein sehr emotional, zwei Jahre nach meinem letzte Sieg“, freute sich der Gewinner. Verstappen verpasste seinen zweiten Saisonsieg um 2,4 Sekunden. „Wir haben beide das ganze Rennen über Vollstoff gegeben“, berichtete der Shootingstar. Mit dem Doppelerfolg verhinderte Red Bull den vorzeitigen Gewinn der Team-WM durch Mercedes.

Trotz der katastrophalen Anfangsphase landete Rosberg noch auf dem Podest. Der Startunfall war nicht sein einziger Kontakt im Rennen. Im 38. Umlauf rutschte Rosberg bei einer Attacke auf Kimi Räikkönen in der zweiten Kurve in den Ferrari. Sein rechtes Vorderrad zerstörte die linke Endplatte am Ferrari. Die Rennleitung sprach eine Zehnsekundenstrafe aus.

Mit der Pace des Mercedes war der 31-Jährige aber in der Lage, die notwendigen zehn Sekunden auf Räikkönen herauszufahren. „Nach der ersten Kurve dachte ich, dass alles vorbei ist“, erzählte Rosberg. „Ich bin natürlich hocherfreut, dass ich doch noch auf dem Podium gelandet bin.“ Der Podestplatz bringt ihm 15 Punkte in der WM ein. Damit baute er seinen Vorsprung auf Hamilton fünf Rennen vor Saisonschluss auf 23 Zähler aus. Ferrari hatte schlussendlich den gesamten GP Malaysia nicht die Geschwindigkeit, aus eigener Kraft auf das Podium zu kommen.

Hinter Räikkönen sicherte sich Valtteri Bottas den fünften Rang nach einer starken Leistung. Der finnische Williams-Fahrer startete auf Medium-Reifen und kam mit nur einem Boxenbesuch über die Distanz. Vom elften Startplatz ging es damit um sechs Positionen nach vorne. Teamkollege Felipe Massa blieb beim Start in die Formationsrunde stehen, weil das Gaspedal nicht richtig funktionierte. Seine Mechaniker schoben ihn in die Boxenstraße. Nach rund einer Minute klappte es doch und Massa konnte am Rennen teilnehmen. Allerdings blieb ihm das Pech treu. Aus seinem zweiten Reifensatz strömte frühzeitig die Luft. Der schleichende Plattfuß zwang den Routinier zu einem unplanmäßigen Stopp. Er wurde schlussendlich 13.

Force India mit mehr Punkten als Williams

Force India hatte am Wochenende zwar das bessere Auto als Williams, aber trotzdem landete man hinter Bottas. Sergio Perez als Sechster und Nico Hülkenberg als Achter brachten dennoch viele wichtige Punkte für die indisch-englische Truppe ins Ziel. Zusammen genommen sogar zwei mehr als Williams, das man dadurch in der Konstrukteurs-WM hinter sich halten konnte.

Vom letzten Startplatz aus stürmte Fernando Alonso in dem chaotischen Rennen noch auf den siebten Rang. Zum sechsten Mal sammelte der Spanier damit Punkte in diesem Jahr. Jenson Button wurde in seinem 300. Formel 1-Rennen Neunter. Jolyon Palmer staubte im Renault noch einen Zähler ab. Carlos Sainz verpasste Zählbares als Elfter. Wie auch Marcus Ericsson – trotz eines beherzten Rennens. Pascal Wehrlein wurde 15.

FahrerTeamZeit / Rückstand
1. Daniel RicciardoRed Bull1:37.12.776 Std.
2. Max VerstappenRed Bull+ 0:02.443 Min.
3. Nico RosbergMercedes+ 0:25.516
4. Kimi RäikkönenFerrari+ 0:28.785
5. Valtteri BottasWilliams+ 1:01.582
6. Sergio PerezForce India+ 1:03.794
7. Fernando AlonsoMcLaren+ 1:05.205
8. Nico HülkenbergForce India+ 1:14.062
9. Jenson ButtonMcLaren+ 1:21.816
10. Jolyon PalmerRenault+ 1:35.466
11. Carlos Sainz Jr.Toro Rosso+ 1:38.878
12. Marcus EricssonSauber+ 1 Runde
13. Felipe MassaWilliams+ 1 Runde
14. Daniil KvyatToro Rosso+ 1 Runde
15. Pascal WehrleinManor+ 1 Runde
16. Esteban OconManor+ 1 Runde
17. Felipe NasrSauberAusfall
18. Lewis HamiltonMercedesAusfall
19. Esteban GutierrezHaasAusfall
20. Kevin MagnussenRenaultAusfall
21. Romain GrosjeanHaasAusfall
22. Sebastian VettelFerrariAusfall
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@Villacher

Dankeschön, also nen normaler Verbremser/Quersteher ohne Kontakt.

MaikT 3. Oktober 2016, 11:57 Uhr
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