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Ferrari beim GP Malaysia

Alonso freut sich wie über einen Sieg

Formula 1 Grand Prix, Malaysia, Sunday Race Foto: xpb 19 Bilder

Fernando Alonso war bester Laune. Daran konnte auch die 20 Sekunden-Strafe für die Kollision mit Lewis Hamilton nichts ändern. Es blieb trotz Zeitbusse bei Alonsos sechstem Platz. Der Spanier sieht Ferrari nach diesem Rennen schwer im Aufwärtstrend. Das hob die Stimmung.

10.04.2011 Bianca Leppert

Der Zwist mit seinem alten Erzfeind Lewis Hamilton war schon fast wieder vergessen. "Ein normaler Rennunfall. Er bekam 20 Sekunden, ich auch. Für mich ändert sich nichts am Resultat. Wir Fahrer fahren Rennen, andere treffen Entscheidungen." Auf die Frage, ob er nicht zu ungeduldig gewesen sei, antwortete Alonso: "Ich bin Rennfahrer und würde es morgen wieder so machen." Rennleiter Stefano Domenicali stärkte seinem Starpiloten den Rücken: "Wir schätzen Fernando wegen seinem Kampfgeist. Es wäre unsinnig, ihn für diese Aktion zu kritisieren."

Rennspeed in Ordnung

Alonso schenkte mit seinem ungestümen Angriff auf Hamilton einen Podestplatz her. Der McLaren seines Gegners war schwer angeschlagen. Früher oder später hätte er es an dem Engländer vorbeigeschafft. Auch ohne funktionierende Heckflügelverstellung. "Die ist so zwischen Runde 15 und 20 ausgefallen. Ab da wurde das Überholen schwerer. Ich musste Kers an anderen Stellen einsetzen, um das Heckflügelproblem zu kompensieren, habe meine Rennlinien variiert und mich aufs Spätbremsen konzentriert."

Bei der Karambolage mit Hamilton flog die linke Endplatte des Ferrari-Frontflügels davon. "Wir mussten ihm einen neuen Flügel verpassen. Die Daten zeigten vorne 15 Prozent Abtriebsverlust", rechtfertigte Technikchef Aldo Costa den Extra-Reperaturstopp. Zwischenzeitlich lag Alonso sogar für eine Runde in Führung. Und er kämpfte mit den McLaren und Mark Webber im zweiten Red Bull auf Augenhöhe. "Davon durften wir gestern noch nicht einmal träumen. Wir haben jetzt unseren Rennspeed gefunden. Wo wir noch zulegen müssen, ist die Qualifikation."

Alonso optimistisch wie immer

Ferrari hatte den GP Malaysia als Dreistopprennen geplant und auch so durchgezogen. Nur ein Stopp von Alonso wurde vorgezogen, weil er hinter Jenson Button zu verhungern drohte. "Das Auto fühlte sich viel besser an als in Melbourne oder den Trainingstagen", strahlte der augenblicklich WM-Fünfte. Domenicali ergänzte: "Wir beginnen das Verhalten der Reifen im Rennen besser zu verstehen."

Alonso erklärte den zweiten Grand Prix des Jahres zu einem "Supertag". Sein Ferrari habe endlich seine Qualitäten als Reifen schonendes Auto gezeigt. "Ich hätte aufs Podest fahren können, aber das ist heute nicht so wichtig. Was zählt ist, dass wir unseren Speed wiedergefunden haben." Trotzdem darf man sich nicht darüber hinwegtäuschen, dass Siege noch außer Reichweite sind. Domenicali fordert deshalb seine Techniker auf: "Der Schlüssel ist mehr Abtrieb. Wir müssen in der Startaufstellung weiter vorne stehen. Dann lösen sich viele Probleme von selbst. Wir verlieren nicht soviel Zeit im Verkehr, und wir können die Reifen noch besser schonen."

Boxenstopp-Problem bei Massa

Felipe Massa bestätigt, dass einmal zuviel Attackieren die Reifen runieren kann. "Im Zweikampf ist es schwer, den Reifenverschleiß zu kontrollieren. Du stehst einmal quer, und schon bezahlst du mit deinen Reifen." Der Brasilianer hatte erneut Pech. Beim ersten Boxenstopp stand er sieben Sekunden länger als geplant. Links vorne ließ sich der Schlagschrauber nicht von der Radmutter ziehen. Trotz des Malheurs landete Massa am Ende auf Platz fünf.

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