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GP Malaysia

Schumi verpokert, Rosberg überragend

Foto: dpa

Der Rekordweltmeister wäre in der Qualifikation um ein Haar vorzeitig rausgeflogen. Ferrari änderte die Taktik ohne Erfolg. Während die Roten allenfalls nach einer Treppchenplatzierung schielen, träumt man bei Williams vom Sieg.

18.03.2006 Markus Stier

Felipe Massa sollte im Abschlusstraining lediglich seinen neuen Motor einfahren. Der Brasilianer bekam aus taktischen Gründen einen weiteren neuen V8 nach dem Motto: Wenn er ohnehin schon von hinten losfahren muss, kann er auch mit einem ganz frischen Aggregat antreten. Zuvor orgelte Massa im freien Training 62 Runden mit dem am Freitag eingebauten V8 herunter.

Ausgerechnet Massa kickte fast seinen Teamkollegen aus dem Topqualifying. Michael Schumacher war die erste schnelle Runde mit alten Reifen angegangen, so sicher war man sich bei Ferrari, unter die letzten 16 zu kommen. Doch als Massa plötzlich unter den Top 15 auftauchte und weitere Fahrer an Schumacher vorbeizogen, saß der Rekord-Champion als 16. hilflos in der Box, während die letzten zehn Sekunden des ersten Trainingsteils verstrichen.

Zu viel Benzin für die Bestzeit

Nach seinen schnellen Runden im freien Training war sich die Teamleitung sicher, dass Schumacher Bestzeit fahren kann, um abzüglich der zehn Strafplätze immerhin von Rang elf ins Rennen zu gehen. Man war sich so sicher, dass Schumacher mit relativ viel Benzin auf Zeitenjagd ging. Der Poker ging schief, Schumacher wurde nur Viertschnellster und muss von Platz 14 ins Rennen gehen.

Dennoch ist der Ferrari-Star zuversichtlich. Mit reichlich Sprit und zwei frischen Reifensätzen rechnen sich die Roten zumindest eine Treppchenplazierung aus. "Mit dem Podium wäre ich glücklich. Jetzt geht es darum, den Anschlus gegenüber meinen WM-Konkurrenten zu halten. Zum Glück sehen Alonso und Räikkönen auch nicht ganz vorn", sagte Schumacher.

Nico Rosberg: "So leicht"

Nach seinem Überraschungscoup mit Platz sieben in Bahrain setze Nico Rosberg noch eins rauf: Von Rang drei war der Neuling selbst überrascht. "Ich habe mich gewundert, dass die Strecke so leicht zu lernen ist", sagte Rosberg, der seine schnellste Runde mit dem ersten Reifensatz fuhr, und vergeblich spekulierte, dass es mit dem zweiten noch schneller ginge.

Frank Williams spekuliert auf Sieg. Technik-Chef Sam Michael geht davon aus, dass die vor Rosberg platzierten Fisichella (Renault) und Button (Honda) früh zum Tanken müssen. Die Williams starten mit den Rängen drei und fünf weit genug vorn, und der FW28 glänzte nicht nur auf einzelnen schnellen Runden sondern überzeugte auch mit ausgezeichneten Dauerläufen.

Auf Konstanz muss auch Nick Heidfeld hoffen. Die BMW fuhren in der Qualifikation nur auf alten Reifen, um frische Sätze für das Rennen zu sparen. Seltsamerweise lag der F1.06 mit gebrauchten Pneus besser als mit frischen Gummis. Immerhin rückt der Mönchengladbacher durch die zahlreichen Motorenwechsler in der Startaufstellung wie Teamkollege Jacques Villeneuve um vier Plätze (auf zehn und elf) vor.

Ralf Schumacher startet nach seinem Motorplatzer in der Quali von ganz hinten. "Es gab keine Warnung. Es ist schade, wir waren deutlich schneller als am letzten Wochenende", sagte der Toyota-Pilot.

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