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Streckeninspektion von Charlie Whiting

Grünes Licht für Mexiko-Comeback

Charlie Whiting - GP Mexiko 2015 - Inspektion Foto: ahr.mx 31 Bilder

Mexiko ist bereit für das Comeback der Formel 1. FIA-Rennleiter Charlie Whiting hat die Strecke offiziell abgenommen. Der Ansturm auf Tickets ist riesig. Der Veranstalter ließ noch einmal Zusatztribünen für 20.000 Zuschauer aufstellen. Wir haben aktuelle Bilder.

21.10.2015 Michael Schmidt

Vor 15 Monaten haben die Bauarbeiten am Autodromo Hermanos Rodriguez begonnen. Jetzt ist die Renovierung fertig. Am Dienstag (20.10.2015) warf FIA-Rennleiter einen letzten Blick auf den Umbau der Strecke. "Wir sind sehr zufrieden mit der Arbeit, die hier geleistet wurde", so das positive Fazit der letzten Abnahme. "Ich erwarte ein spektakuläres Rennen."

Zuletzt gab es wetterbedingt einige Verzögerungen beim Auftragen der letzten Asphaltschicht. Doch mittlerweile ist wieder alles im Zeitplan. Gut eine Woche vor Beginn der Veranstaltung fehlen nur noch Kerbs, Strecken-Markierungen, die Werbelogos der Sponsoren.

Auch die Organisatoren um Generaldirektor Federico Gonzalez und Marketingchef Rodrigo Sanchez können zufrieden sein. Der GP Mexiko verspricht ein voller Erfolg zu werden. Selbst wenn die Weltmeisterschaft bis dahin vielleicht schon entschieden ist. In Mexiko-City grassiert das Formel 1-Fieber.

Die größte Stadt der Welt hat zuletzt 1992 einen Grand Prix veranstaltet. Auf einer Rennstrecke, die einst Magdalena-Mixhuca hieß und später in Autodromo Hermanos Rodriguez umbenannt wurde. In Gedenken an die Brüder Ricardo und Pedro Rodriguez, die beide im Rennauto tödlich verunglückt sind.

Die Formel 1 in Mexiko hat Tradition. Sie geht in diesem Jahr in ihre dritte Epoche. Zwischen 1963 bis 1970 fand sieben Mal das Finalrennen auf dem damals noch 5 Kilometer langen Kurs in der Nähe des internationalen Flughafens statt. Drei Mal wurde dort der Weltmeister gekürt: 1964 John Surtees, 1967 Denis Hulme, 1968 Graham Hill.

1970 endete die erste Ära in einem Skandal. Die Zuschauer rückten bis an den Streckenrand vor und waren auch durch gutes Zureden der Fahrer kaum von ihren Plätzen zu verscheuchen. Jackie Stewart überfuhr einen Hund, "groß wie ein Kalb".

Sieg von Platz 13, das wildeste Überholmanöver und Peraltada

1986 kehrte der GP-Tross in die mexikanische Metropole zurück. Mit Überraschungssieger Gerhard Berger auf Benetton-BMW. Die weiteren Sieger hießen Nigel Mansell (1987, 1992), Alain Prost (1988, 1990), Ayrton Senna (1989) und Riccardo Patrese (1991).

Es gab den spektakulären Sieg von Prost vom 13. Startplatz 1990, das wildeste Überholmanöver aller Zeiten von Nigel Mansell an Gerhard Berger vorbei im gleichen Jahr und furchterregende Unfälle von Ayrton Senna, Philippe Alliot und Derek Warwick in der Peraltada-Kurve. Jener überhöhte 180 Grad-Bogen, der für die Superstars voll und für die zweite Garnitur fast voll ging. "Eine Kurve für echte Männer", urteilen die früheren Haudegen.

Die Peraltada gibt es nicht mehr. Dafür eine Passage durch ein Baseball-Stadion mit insgesamt fünf Kurven. "Das wird das neue Wahrzeichen unserer Strecke", glaubt Organisationschef Gonzalez. "Die Fahrer werden wie Rockstars in ein Stadion fahren, das mit 28.000 Sitzplätzen voll besetzt sein wird. Und die sehen die Action hautnah." Von dort führt die Strecke durch die Tribünen auf die alte Peraltada-Kurve. Und zwar exakt dort, wo früher der Scheitelpunkt war.

Es gibt aber noch andere Schlüsselstellen auf dem 4,304 Kilometer langen und für 60 Millionen Dollar renovierten Kurs. Die 1.250 Meter lange Zielgerade, auf der die Veranstalter Geschwindigkeiten bis 328 km/h erwarten. Oder die Serie von S-Kurven, die an Suzuka erinnert. Sie besteht aus 7 direkt aufeinanderfolgenden Kurven, die immer schneller werden. Sie beginnen nach einer Haarnadel, die ebenfalls von Tribünen in einer Art Stadion eingerahmt ist.

Dazu kommt noch die Höhe von 2.250 Meter über dem Meer. Die Saugmotoren verloren früher in der dünnen Luft 15 Prozent Leistung. Den Turbos macht das nichts aus. Der Aerodynamik schon. Der Abtriebs-Effekt ist geringer.

GP Mexiko wird das zweitschnellste Rennen

Die Streckenbauer erwarten Rundenzeiten von 1.18 Minuten und hoffen damit das zweitschnellste Rennen nach Monza zu werden. Das wird angesichts der zwei langsamen Passagen aber schwierig werden. Die Zuschauer kommen auch so. Die ursprünglichen 80.000 Besucherplätze waren innerhalb von zwei Wochen ausverkauft. Deshalb werden für das Comeback des GP Mexiko nach 23 Jahren Zusatztribünen aufgestellt.

"Aber auch diese Tickets sind schon fast wieder alle weg", bedauert Marketingdirektor Sanchez. Möglicherweise leidet der GP USA unter dem Rennen in unmittelbarer Nachbarschaft. "Wir schätzen, dass sich viele unserer Landsleute das Event jetzt vor der eigenen Haustüre anschauen", sagt Sanchez.

Es wird eine internationale Veranstaltung: "Wir haben Karten nach England, Australien, USA, El Salvador und Guatemala verkauft. Aber der Großteil kommt natürlich aus Mexiko." Es gibt vier Gründe, warum die Mexikaner die Königsklasse in ihr Land zurückholen. Die lokale Regierung will Mexico-City als eine Stadt für junge Leute präsentieren und zeigen, dass man ein guter Gastgeber ist.

Der Veranstalter sieht mit dem Grand Prix eine gute Ergänzung zu seinem sonstigen Programm mit Konzerten oder Theateraufführungen. Sponsoren wie Telmex und Claro wollen dem Motorsport in Mexiko einen Schub geben. Und schließlich haben auch Sergio Perez und Esteban Gutierrez das Interesse im Land befeuert. "Etwas Besseres als der dritte Platz von Checo in Russland konnte uns gar nicht passieren. Sofort danach hat der Verkauf noch einmal angezogen", freut sich Gonzalez.

Die Macher des GP Mexiko wissen aber auch, dass die Stunde der Wahrheit erst 2016 schlägt. "In diesem Jahr ist es der Reiz des Neuen, der uns die Leute an die Strecke lockt. Nach so langer Pause sind die Leute hungrig auf die Formel 1. Und für viele junge Leute ist es eine völlig neue Erfahrung. Erst im nächsten Jahr werden wir wissen, wie nachhaltig das Interesse wirklich ist."

In unserer Galerie zeigen wir aktuelle Bilder von der Strecke und Fotos von den Bauarbeiten.

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