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Formel 1: Radio Fahrerlager GP Monaco 2010

Kubica-Wette wäre beinahe aufgegangen

Robert Kubica - GP Monaco Foto: Renault 26 Bilder

In unserer regelmäßigen Rubrik "Radio Fahrerlager" haben wir die kleinen, aber nicht minder interessanten Geschichten rund um den Grand Prix in Monaco gesammelt. Diesmal unter anderem mit Niki Lauda, Robert Kubica, Jenson Button, Mark Webber, Kimi Räikkönen und vielen mehr.

19.05.2010 Michael Schmidt, Tobias Grüner

Kubica glaubte selbst nicht an Sieg

Zocker hatten im Internet auf Robert Kubica gewettet. Wer sich vor dem ersten Training traute, bekam eine Quote von 1:40. "Ihr spinnt", winkte Zweckpessimist Kubica ab, als er davon erfuhr. Ab Samstag, als er seinen Renault auf den zweiten Startplatz fuhr, hat er selbst ein bisschen vom gewinnen geträumt. Wer dann noch in die Kubica-Wette einstieg, hätte nur noch das Fünffache seines Einsatz zurückbekommen.

Lauda entschuldigt sich persönlich

Niki Lauda suchte am Sonntagmorgen verzweifelt Robert Kubica. Der Österreicher hatte nach der Qualifikation am Samstag in seiner schnoddrigen Art das Wort "der Polack" in den Mund genommen. Sogar die RTL-Direktion verlangte eine öffentliche Entschuldigung von Lauda. Der wollte aber zunächst das Feuer bei dem löschen, den er eigentlich gar nicht beleidigen wollte. "Ich muss dem Robert sagen, dass es nett gemeint war. Ich habe mich ja gefreut, dass er mit dem Auto in die erste Startreihe fährt." Lauda wartet brav 15 Minuten im Renault-Motorhome, bis Kubica von einer Tour in den Paddock Club zurückkam.

Mercedes-Motorhome auf Platz eins

Bernie Ecclestone weiß, wie man kleine Nadelstiche setzt. In Monte Carlo ließ er das neue Mercedes-Motorhome auf dem Platz parken, wo sich die Prominenz trifft. McLaren stand am Ende des Fahrerlagers. Sehr zum Ärger von Ron Dennis. Die Szene spottete: "Michael Schumacher ist schon 41. Bernie wollte ihm den weiten Weg in die Boxen ersparen."

Button wirft Ballast ab

Jenson Button warf vor seiner entscheidenden Qualifikationsrunde am Samstag in der Qualifikationsrunde in der Rascasse-Kurve einen Gegenstand aus dem Auto. Die Marshalls hoben ihn auf und präsentierten ihn stolz den Fotografen. Es war die Fernbedienung, mit der sich die Fahrer in den Boxen durch die Zeitmonitore zappen. Als wir Button damit konfrontierten, lachte er. "Ach das war es. Ich hatte keine Ahnung, was ich da aus dem Auto geworfen habe. Irgendetwas ist im Cockpit hin und hergeflogen und ich wollte es loswerden."

Webber-Erinnerungen an harte Zeiten

Mark Webber erinnerte sich nach seinem grandiosen Sieg in Monte Carlo an seinen Formel 3000-Triumph an gleicher Stelle vor neun Jahren. "Damals hatten wir kein Geld. Mein Vater, meine Freundin Ann und noch eine Person hausten zu viert in einem Zimmer in einer Pension. Ich fand praktisch keinen Schlaf. Mein Vater schnarchte wie der Teufel, er kann Bäume damit zersägen. Ich habe ihn von der Matraze geworfen und ihm gesagt: "Ich muss schlafen. Ich stehe morgen auf der Pole Position." Vergangenes Wochenende hatte Webber diese Probleme nicht. Der Achtmillionen-Dollar-Mann kann sich heute Luxushotels leisten.

Iceman im Hafen von Monaco

Kimi Räikkönen ankerte mit seiner Yacht "Iceman" im Hafen von Monte Carlo. Der Weltmeister von 2007 machte jeden Tag Party und wurde nachts auch in diversen Discos gesichtet. Im Fahrerlager tauchte Räikkönen kein einziges Mal auf.

Teure Preise verscheuchen Fans

Monte Carlo bekam die Quittung für seine Hochpreispolitik. Die Tribünen waren selbst am Sonntag nur zu 60 Prozent besetzt. Auch auf den Balkonen der Häuser standen weniger Leute. Wer für normale Hotelzimmer 8.500 Euro die Woche aufruft und in den Lokalen die Leute mit Bierpreisen bis zu zehn Euro pro Flasche abzockt, der muss sich nicht wundern, wenn die Leute ausbleiben.

Webber mit teuersten Knöllchen

Die FIA wurde am teuersten Ort der Formel 1 nicht reich. Drei Fahrer mussten für Tempoüberschreitungen in der Boxengasse bezahlen: Jenson Button 800 Euro, Rubens Barrichello 1.000 Euro und Sieger Mark Webber 2.200 Euro.

Red Bull-Party sehr feucht und fröhlich

Red Bull feierte nach dem Doppelsieg in Monte Carlo eine feuchtfröhliche Party in seinem Motorhome, das auf einer schwimmenden Plattform im Hafen aufgebaut ist. In der ersten Etage gibt es einen Swimmingpool, in den jeder flog, der sich nicht in Sicherheit brachte. Mark Webber und Sebastian Vettel gingen am Ende sogar im frischen Mittelmeer baden. Red Bull-Berater Helmut Marko kam tropfnass zurück in den Bewirtungsraum der "Energy Station". Der Ex-Rennfahrer grinste: "Das ist der Preis dafür, dass man gewinnt. Ich zahle ihn heute gerne."

Mercedes erspart der FIA die Berufung

Mercedes zog die angekündigte Berufung gegen das Urteil der Sportkommissare zurück, die Michael Schumacher 20 Strafsekunden aufgebrummt hatten, weil der in der letzten Safety-Car-Phase auf den letzten 500 Metern Fernando Alonso überholt hatte. Der Rückzieher überrascht aus zwei Gründen. Erstens: Mercedes hatte gute Argumente in der Hand. Zweitens. Unter FIA-Präsident Jean Todt gibt es ein neu zusammengesetztes Berufungsgericht. Es ist also nicht gesagt, dass man verloren hätte, so wie das in der Vergangenheit oft der Fall war. Gut möglich, dass Michael Schumacher selbst eingelenkt hat. Vielleicht wollte er seinem Kumpel Todt eine peinliche Prozedur ersparen, bei der am Ende herausgekommen wäre, dass der Fehler bei der Rennleitung lag.

Renault findet eine ganze Sekunde

Renault-Ingenieure haben ausgerechnet: Der bei der Präsentation noch viel geschmähte Renault R30 ist seit dem ersten Testtag exakt eine Sekunde pro Runde schneller geworden. Gerechnet auf eine Streckenlänge von vier Kilometern.

De la Rosa findet doch noch Spaß

Pedro de la Rosa ist kein Monaco-Fan. "Einmal im Jahr Monte Carlo, das genügt. Die Strecke ist viel zu gefährlich." Der Spanier fuhr zum ersten Mal seit 2002 wieder im Fürstentum, stellte dann aber überrascht fest: "Es hat zehn Runden gedauert, bis ich mich wieder eingewöhnt hatte. Bis zur Qualifikation hatte ich so viel Übung, dass ich es zum ersten Mal genossen habe, hier zu fahren."

Lotus-Pärchen auf hoher See

Lotus-Technikchef  Mike Gascoyne nahm einen ungewöhnlichen Weg, um die 650 Kilometer zwischen Barcelona und Monaco zu überwinden. Zusammen mit Partnerin Silvi Schaumlöffel (Lotus-Presse) schipperte der Engländer per Segelboot über das Mittelmeer. 44 Stunden waren die beiden unterwegs. Angst, dass der Technikchef bei einer Flaute nicht rechtzeitig ankommen könnte, musste Lotus nicht haben. "Wir haben die meiste Zeit den Motor mitlaufen lassen", gestand Schaumlöffel.

Familientag im Fahrerlager

Der Grand Prix von Monaco wurde von einigen Fahrern zum großen Familienausflug genutzt. Felipe Massa stellte erstmals seinen Nachwuchs vor. Felipe Jr. kam erst im vergangenen Herbst auf die Welt. Auch Jarno Trulli kam seinen Vaterpflichten nach und schob vorbildlich der Kinderwagen durch das enge Fahrerlager. Rubens Barrichello war ohne Kinder da, dafür ließ sich Frau Silvana nach längerer Zeit mal wieder blicken.

Kovalainen zeigt sich spendabel

Im Rahmen der traditionellen Amber Lounge Modenschau findet alljährlich eine Charity-Auktion zugunsten der Aids-Stiftung von Elton John statt. In diesem Jahr zeigte sich Lotus-Pilot Heikki Kovalainen besonders spendabel. Der Finne gab 300.000 Euro für ein Projekt in Kambodscha.

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