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GP Monaco 2016 (Ergebnis Rennen)

Erster Saisonsieg für Hamilton

Lewis Hamilton - GP Monaco 2016 Foto: sutton-images.com 71 Bilder

Lewis Hamilton ist der König von Monte Carlo. Dank einer mutigen Taktik und einer fehlerfreien Leistung unter schwierigen Bedingungen feierte der Mercedes-Pilot beim Klassiker den ersten Saisonsieg. Daniel Ricciardo und Sergio Perez komplettierten das Podium.

29.05.2016 Tobias Grüner 1 Kommentar

Der Weltmeister meldet sich zurück. In spektakulärer Manier hat Lewis Hamilton in Monaco seinen ersten Saisonsieg gefeiert. Ein Teil des Erfolgs ging dabei auf das Konto der Mercedes-Strategen, die ihren Superstar mit einer taktischen Meisterleistung von Startplatz 3 an die Spitze führen konnten. Nach dem Start auf nasser Piste hinter dem Safety-Car hatte zunächst Daniel Ricciardo das Tempo diktiert. Hamilton verlor viel Zeit hinter Teamkollege Nico Rosberg, der mit zu heißen Bremsen kämpfte.

Hamilton spart sich einen Boxenstopp

Erst in der 16. Runde entschied sich der Mercedes-Kommandostand, die Reihenfolge zu wechseln und Hamilton auf die Jagd nach Ricciardo zu schicken. Der Abstand betrug da schon 13,4 Sekunden. Unter normalen Umständen hätte Hamilton keine Chance gehabt, den Red Bull zu schnappen. Doch dann entschieden sich die Ingenieure zu einem gewagten Pokerspiel.

Anstatt auf der abtrocknenden Strecke auf Intermediates zu gehen, hielt Hamilton so lange mit den Regenreifen durch, bis die Bedingungen den Wechsel auf Slicks erlaubten. Hamilton sparte sich einen Stopp und übernahm die Führung. Dabei half dem Weltmeister auch ein Problem beim Reifenwechsel von Red Bull. Wegen eines Kommunikationsfehlers hatten die Mechaniker die Gummis für Ricciardo nicht rechtzeitig bereit, was wertvolle Sekunden und am Ende wohl auch den Sieg kostete.

Nach dem Wechsel auf Slicks setzte Ricciardo den führenden Mercedes einige Runden extrem unter Druck, doch Hamilton machte sein Heck so breit wie möglich und ließ die Angriffe des Konkurrenten mehrmals abblitzen. In einem Fall leitete die Rennleitung sogar eine Untersuchung ein. Doch am Ende entschieden die Regelhüter, dass die Verteidigungsaktionen des Weltmeisters im fairen Rahmen blieben.

"Danke an mein Team, die mir heute ein super Auto zur Verfügung gestellt haben. Das war verrückt, wie lange ich da mit einem Satz Reifen draußen war. Ich musste ganz vorsichtig sein. Ich hatte das Gefühl, dass sie erst in der allerletzten Runde einbrachen", strahlte der Sieger anschließend. Er war 47 Runden mit einem Satz Ultrasofts unterwegs. "Glückwunsch auch an Daniel. Er ist das ganze Wochenende phänomenal gefahren und hat mich immer unter Druck gesetzt."

Der Australier war mit Platz 2 jedoch überhaupt nicht glücklich. Er hätte gerne eine Stufe weiter oben auf dem Podium gestanden. Vor allem der verpatzte Boxenstopp nagte schwer: "Ich möchte das Rennen gar nicht groß kommentieren. Wir haben heute eine gute Show geliefert. Wir hätten es aber gar nicht so spannend machen dürfen. Es ist jetzt schon das zweite Rennen, das wir es verschenkt haben. Ich weiß nicht, was beim Boxenstopp passiert ist. Ich wurde einfach reingeholt und dann waren die Reifen nicht da. Ich hatte das Gefühl, dass ich unter allen Bedingungen der schnellste Fahrer auf der Strecke war."

Auch der dritte Platz wurde durch die Strategie entschieden. Sergio Perez schaffte es durch einen guten Start, ein sehr gutes Timing bei den Boxenstopps und die schnellen Force India-Schrauber bis auf Platz 3. Auch die Pace auf der Strecke stimmte, so dass sich der Mexikaner mühelos gegen Sebastian Vettel verteidigen konnte. Der Deutsche musste sich am Ende mit Rang 4 zufriedengeben.

Perez durfte sich in der Fürstenloge den Pokal für den dritten Platz abholen: "Das Team hat einen tollen Job mit der Strategie und den Boxenstopps abgeliefert. Das Timing war heute der Schlüssel zu Platz 3. Und das ausgerechnet in Monaco. Das ist wirklich super. Ich möchte das Podium unserem Teamchef Vijay Mallya widmen."

Ähnlich gut wie Perez konnte sich auch Fernando Alonso über die Strategie nach vorne arbeiten. Der McLaren sorgte mit Rang 5 für das beste McLaren-Ergebnis seit dem GP Ungarn im Vorjahr.

Rosberg und Hülkenberg mit Fotofinish

Wo Gewinner sind, muss es natürlich auch Verlierer geben. Nico Rosberg und Nico Hülkenberg zogen in der Regenlotterie zu Beginn des Rennens Nieten. Die beiden Deutschen waren schon früh von den Regenreifen auf Intermediates gewechselt und steckten nach dem Boxenstopp plötzlich im Verkehr fest. In einem Fotofinish konnte Hülkenberg in der letzten Runde auf dem Weg zur Ziellinie noch an Rosberg vorbeigehen und Platz 6 sichern. Rosberg wurde Siebter. Die Top Ten komplettierten Carlos Sainz, Jenson Button und Felipe Massa.

In einem Rennen mit vielen Crashs und Ausfällen landete Pascal Wehrlein nur auf Rang 14. Weil der Manor-Pilot während einer Virtual Safety-Car-Phase zu schnell unterwegs war, bekam er 10 Sekunden auf seine Rennzeit addiert und verlor noch einen Platz an Romain Grosjean.

Räikkönen und Verstappen in der Bande

Zu den prominenteren Opfern des spektakulären Monaco GPs zählten Kimi Räikkönen, der nach wenigen Runden auf feuchter Strecke in die Bande der Loews-Kurve krachte. Auch Max Verstappen sah die Zielflagge nicht. Nach einer guten Aufholjagd vom Ende des Feldes war der Barcelona-Sieger in Runde 35 auf der Anfahrt zum Casino etwas zu schnell unterwegs und rutschte ebenfalls in die Leitplanke.

Für eine Slapstick-Einlage sorgten die beiden Sauber in Runde 50. Marcus Ericsson krachte beim Überholversuch in der engen Rascasse-Kurve in das Schwesterauto. Vorangegangen waren längere Diskussionen am Funk, ob man die Plätze nicht kampflos tauschen soll. Doch Nasr verweigerte die Ausführung des Stallregie-Befehls.

Hamilton kommt Rosberg näher

In der WM-Wertung konnte sich Hamilton durch den Sieg auf Rang 2 schieben. Der Rückstand auf Rosberg (106 Punkte) verringerte sich um 19 Punkte auf jetzt nur noch 24 Zähler. Position 3 belegt nun Daniel Ricciardo mit 66 Punkten, vor Raikkönen (61) und Vettel (60). Das nächste Rennen findet in 2 Wochen in Kanada statt.

FahrerTeamZeit / Rückstand
1. Lewis HamiltonMercedes1:59.29,133 Std.
2. Daniel RicciardoRed Bull+ 0:07.252 Min.
3. Sergio PerezForce India+ 0:13.825
4. Sebastian VettelFerrari+ 0:15.846
5. Fernando AlonsoMcLaren+ 1:25.076
6. Nico HülkenbergForce India+ 1:32.999
7. Nico RosbergMercedes+ 1:33.290
8. Carlos Sainz Jr.Toro Rosso+ 1 Runde
9. Jenson ButtonMcLaren+ 1 Runde
10. Felipe MassaWilliams+ 1 Runde
11. Esteban GutierrezHaas+ 1 Runde
12. Valtteri BottasWilliams+ 1 Runde
13. Romain GrosjeanHaas+ 2 Runden
14. Pascal WehrleinManor+ 2 Runden
15. Rio HaryantoManor+ 4 Runden
16. Marcus EricssonSauberAusfall
17. Felipe NasrSauberAusfall
18. Max VerstappenRed BullAusfall
19. Kevin MagnussenRenaultAusfall
20. Daniil KvyatToro RossoAusfall
21. Kimi RäikkönenFerrariAusfall
22. Jolyon PalmerRenaultAusfall
Neuester Kommentar

War ein sehr geiles und spannendes Rennen! Schade, dass die Vorzeichen für 2017 nicht so gut stehen. Die Verantwortlichen werden sich wahrscheinlich Mitte der Saison 2017 in den Arsch beißen, wenn sie einen Rückblick wagen werden.

Schade, dass Massa zwischendurch als Bremsklotz das halbe Feld aufgehalten hat. Ansonsten wären die Top 6 am Ende noch enger zusammen gewesen.

PeterSchlosser 29. Mai 2016, 18:13 Uhr
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