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GP Monaco, Rennanalyse

Tunnelarbeiter

Foto: dpa 22 Bilder

Der GP Monaco war nicht nur das spannendste Rennen des Jahres, es gab auch bei keinem Rennen so viele Unfälle wie in den Straßen von Monte Carlo. Beliebtester Ausfallort des Wochendens war der Tunnel vor der Hafen-Schikane.

24.05.2004

Verursachte Sato fahrlässig einen Unfall?

Mit einem Raketenstart spritze Takuma Sato zwischen Michael Schumacher und Kimi Räikkönen, rempelte den Weltmeister zur Seite und schob sich auf den vierten Platz. Schon in der zweiten Runde begann der Honda-V10 im Auto des Japaners beim Gaswegnehmen Ölwolken auszustoßen. In der Hafenschikane in Runde drei kollabierte die rechte Zylinderbank. Eine gigantische Wolke aus Öl und Kühlwasser vernebelte die Strecke.

Was geschah im Tunnel? Teil 1:

In der 47. Runde lief Fernando Alonso auf den waidwunden Williams von Ralf Schumacher auf. Im Tunnel unter dem Loews-Hotel ließ Schumacher, der noch vier Gänge zur Verfügung hatte, den Renault vorbei. Zwei Sekunden später hing Alonso in der Leitplanke. Noch bevor sein gelbblaues Wrack an der Hafen-Schikane zum Stillstand kam, zeigte der Spanier dem Deutschen den Mittelfinger.

"Wir waren nebeneinander, dann ging Ralf plötzlich wieder aufs Gas und drängte mich in die Wand. Er fährt immer ziemlich riskant, er muss raus aus der Formel 1", schimpfte Alonso. Ralf Schumacher wähnt sich unschuldig und nachsichtig: "Ich nehme das nicht so ernst. Fernando ist noch unerfahren und hat einen Fehler gemacht. Ich verstehe seinen Frust. Es tut mir ja auch leid. Er ist einfach außen auf den Dreck gekommen."

Was geschah im Tunnel? Teil 2:

Nach dem Alonso-Crash fuhr das Feld hinter dem Safety Car. Michael Schumacher verzichtete auf einen Tankstopp unter Gelb und lag an der Spitze. Als das Safety-Car mit dem Ausschalten der Warnleuchten die Wiederaufnahme des Rennens in der 47. Runde signalisierte, versuchte Schumacher Reifen und Bremsen wieder auf Temperatur zu bringen. Ausgerechnet im Tunnel stieg er in die Eisen. Montoya reagierte zu spät und prallte ins Heck des Ferrari.

Für den ausgefallenen David Coulthard war der Fall klar: "Es ist egal, welches Tempo Michael fährt, Montoya muss sich daran halten. Er müsste eine Strafe bekommen." Tatsächlich beschäftigten sich die Sportkommissare mit dem Fall und bestellten die Beteiligten ein. Nach Anhörung des sechsmaligen Weltmeisters und des Kolumbianers sowie der Teamverantwortlichen, der Auswertung der Telemetriedaten und des Videostudiums entschieden die drei Rennkommissare in Monte Carlo, es habe sich um einen normalen Rennunfall gehandelt.

Warum hat Michael Schumacher gebremst?

Schumacher: "Es gibt zwei Gründe dafür: Zum einen, um meine Bremsen und die Reifen warm zu machen, wie das so üblich ist. Zum anderen war da vor mir das Safety-Car, das kann ich nicht einfach über den Haufen fahren." Die Entscheidung der Rennkommissare muss man "akzeptieren. Die werden schon ihre Gründe dafür haben. Ich sehe aber auch, dass der Führende von einem Überrundeten über den Haufen gefahren worden ist."

Hätte Michael Schumacher gewinnen können?

Schumacher: "Jarno Trulli hat den Sieg verdient. Ich glaube, wir wären heute keine Gefahr für ihn und Renault gewesen. Ich bin logischerweise schon ein bisschen sauer, das ist gar keine Frage. Aber das hat sich mittlerweile ein wenig gelegt. Wir haben sehr viele, sehr gute Rennen in letzter Zeit gehabt. Und jetzt ist es eben mal ein bisschen schlecht für uns gelaufen."

Eigentlich war es ein taktischer Fehler, in der Gelbphase nach dem Alsonso-Unfall Michael Schumacher nicht zum Tankstopp hereinzuholen. "Es war aber die einzige Chance, Michael an Trulli vorbei zu bringen", verteidigte Ross Brawn die Entscheidung. Schumacher hätte nach dem Re-Start mindestens 20 Sekunden Vorsprung herausfahren müssen, um ein Polster für seinen letzten Stop zu haben. Er hätte für diesen Husarenritt aber nur für knapp zehn Runden Sprit gehabt. Trulli zwei Sekunden pro Runde zu stehlen, war kaum zu schaffen.


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