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GP Russland 2014 (Rennen)

Lockerer Hamilton-Sieg dank Rosberg-Fehler

Start - GP Russland 2014 Foto: xpb 65 Bilder

Lewis Hamilton heißt der erste Sieger des GP Russland. In einem ereignisarmen Rennen profitierte der Mercedes-Pilot von einem Fehler seines Teamkollegen Nico Rosberg kurz nach dem Start. Mit einer ungewollten Alternativ-Strategie kam der Deutsche am Ende immerhin noch auf Rang 2.

12.10.2014 Tobias Grüner

Schon 630 Meter nach dem Start zum GP Russland lösten sich die Sieghoffnungen von Nico Rosberg in Rauch auf. Als die Lichter der Ampel erloschen brachte der Deutsche seinen Silberpfeil direkt in den Windschatten von Pole Sitter Lewis Hamilton. Kurz vor Kurve 2 setzte er innen zum Manöver an, doch dann verpasste Rosberg den Bremspunkt. Mit qualmenden Reifen rutschte der Mercedes durch die Auslaufzone.

Hamilton-Sieg beim GP Russland nie in Gefahr

Bei der Rückkehr auf die Strecke hatte Rosberg zwar die Nase noch vor dem Schwesterauto. Die eckig gebremsten Reifen verursachten allerdings so starke Vibrationen, dass ein früher Boxenstopp notwendig war. 52 von 53 Runden musste der Deutsche anschließend auf den härteren Medium-Gummis absolvieren.

Dank des überlegenen Mercedes-Speeds, guten Überholmanövern und einer reifenschonenden Fahrweise schaffte es Rosberg schon bis zur 31. Runde zurück auf Rang 2. Der Schaden für die Meisterschaftshoffnungen hielt sich somit in Grenzen. Hamilton, der ein einsames Rennen an der Spitze fuhr, konnte den Vorsprung in der WM-Wertung mit dem Start-Ziel-Sieg von 10 auf 17 Punkte ausbauen.

"Natürlich ärgere ich mich sehr über den Fehler", schimpfte Rosberg anschließend über sich selbst. "Ich hätte so locker die Führung übernehmen können. Aber wir sind hier das erste Mal im Rennen mit viel Sprit an diese Stelle gekommen und da habe ich mir die Reifen viereckig gebremst. Ich musste an die Box und dachte schon, das Rennen ist gelaufen. Ich dachte, ich komme höchstens noch in die Top Ten. Aber unser Auto ist so gigantisch, dass ich mit guter Pace und reifenschonend mit einem Stopp bis zum Ende durchfahren konnte."

Hamilton strahlte natürlich über beide Ohren. Auf dem Podium gab es den Siegerpokal aus den Händen von Staatschef Vladimir Putin. "Ich musste heute gar nicht viel Gas geben. Nach ein paar Runden habe ich meinen Schwung gefunden und konnte das Rennen relativ leicht von der Spitze diktieren."

Ferrari verschenkt Platz mit Boxenstopp-Fehler

In einem ereignisarmen Rennen mit den erwartet wenigen Boxenstopps fuhr Valtteri Bottas den dritten Podiumsplatz nach Hause. "Damit müssen wir jetzt zufrieden sein, wenn man bedenkt wo wir vor einem Jahr noch standen. Am Anfang konnte ich noch ganz gut mithalten, aber dann zog Lewis an der Spitze weg. Mercedes ist immer noch ein gutes Stück voraus." Im letzten Umlauf konnte sich Bottas immerhin noch seine erste schnellste Rennrunde sichern.

Jenson Button im McLaren hatte dahinter nie eine Chance auf die Teilnahme an der Champagnerdusche. Immerhin konnte McLaren in der Teamwertung viele Punkte gutmachen und Force India überholen. Kevin Magnussen landete dank eines verpatzten Boxenstopps von Fernando Alonso vor dem Spanier auf Rang 5.

Hinter Alonso kamen die beiden Red Bull-Piloten auf den Plätzen 7 und 8 ins Ziel. Daniel Ricciardo hing in der Startphase noch hinter Sebastian Vettel, konnte sich dann aber mit einem frühen Boxenstopp am Weltmeister vorbeischieben. "Wir wollten etwas länger draußen bleiben, um am Ende des Rennens frischere Reifen zu haben. Aber leider haben die bei allen ziemlich gut gehalten", so Vettel über die unglückliche Taktik.

Massas Aufholjagd bleibt ohne Lohn

Die letzten beiden Punkteplätze gingen an Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari und Sergio Perez. Der Mexikaner war auf einer Alternativ-Strategie mit harten Reifen gestartet und konnte sich in den Schlussrunden erfolgreich gegen Felipe Massa verteidigen. Der Brasilianer zeigte von Startplatz 18 eine gute Aufholjagd, wurde am Ende aber nicht mit Punkten belohnt.

Nico Hülkenberg ging auf Rang 12 leer aus. Der Deutsche war nach einer Getriebestrafe von Rang 17 gestartet, kam am Ende aber 1,3 Sekunden hinter dem letzten Punkteplatz ins Ziel.

Auch Adrian Sutil musste wie bisher in jedem Rennen ohne Zähler abreisen - am Ende Rang 16 für den Sauber-Piloten. Der Bayer sorgte immerhin für eine sehenswerte Pirouette zwischen den olympischen Eisstadien. Romain Grosjean hatte den Sauber mit einem kleinen Stoß aus der Balance gebracht, was ihm eine 5-Sekunden-Strafe einbrachte.

Mercedes sichert vorzeitig Konstrukteurspokal

In der Fahrerwertung konnte Lewis Hamilton seinen Vorsprung auf 17 Punkte ausbauen. Hinter Ricciardo schob sich Valtteri Bottas an Alonso und Vettel vorbei auf Rang 4. Wichtiger waren die Entwicklungen in der Teamwertung. Mit dem 9. Doppelsieg des Jahres konnte Mercedes vorzeitig den Konstrukteurspokal sichern. Es ist der erste für ein Mercedes-Werksteam in der F1-Geschichte.

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