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GP Russland 2015 (Ergebnis Rennen)

Hamilton fast schon Weltmeister

GP Russland 2015 - Start - Sochi Foto: xpb 44 Bilder

Lewis Hamilton hat einen von Unfällen dominierten GP Russland gewonnen. Durch einen Ausfall von Nico Rosberg steht der Brite kurz vor seinem dritten Titel. Sebastian Vettel brachte seinen Ferrari auf Position zwei ins Ziel. Vor Überraschungsmann Sergio Perez. Durch eine nachträgliche Strafe gegen Kimi Räikkönen verteidigte Mercedes vorzeitig den Konstrukteurspokal.

11.10.2015 Andreas Haupt

Die Weltmeisterschaft ist fast entschieden. Lewis Hamilton sicherte sich beim GP Russland seinen nächsten Sieg. Es war der 42. in seiner bisherigen Laufbahn und einer der leichteren.

Rosberg mit Gaspedal-Problemen raus

Hamilton profierte vom frühen Ausfall seines Teamkollegen Nico Rosberg. Der Pole-Setter verteidigte nach dem Start in einem engen Duell seine Führung. Doch danach wurde Rosberg vom Pech eingeholt. Das Gaspedal spielte verrückt. Weil die Rückholfeder streikte, ging das Pedal nur langsam zurück in seine Ausgangsstellung.

Machtlos musste Rosberg die Konkurrenten an sich vorbeiziehen lassen, ehe er am Ende der siebten Runde sein Auto in der Box abstellte. "Ich habe schon direkt in der ersten Safety-Car-Phase gemerkt, dass etwas am Gaspedal kaputt ist", berichtete ein sichtlich niedergeschlagener Pilot. "Das ist nicht lustig. Es ist dann immer schlimmer geworden. Ich musste am Ende das Bein ganz anziehen, damit das Gas zurückgeht. Am Schluss musste ich das Auto sogar ganz ausstellen, sonst wäre es im Drehzahlbegrenzer explodiert. Ausgerechnet jetzt, wo der Start mal perfekt funktioniert hat. Das ist sehr enttäuschend."

In der WM hat Rosberg nun kaum mehr Chancen. Er liegt 73 Zähler zurück. Durch seinen Sieg steht Hamilton nach 15 Rennen bei 302 Punkten. Der Brite kann bereits in Austin seine dritte Weltmeisterschaft feiern. Vorausgesetzt, er macht im kommenden Rennen neun Punkte mehr als Sebastian Vettel, der mit seinem zweiten Platz Nico Rosberg überholte und bei 236 Zählern steht.

Hülkenberg verursacht Startkollision

Gleich am Start zum GP Russland gab es Kleinholz. Nico Hülkenberg verlor auf der Außenseite die Kontrolle über seinen Force India, als er in die erste Kurve einbog. Der Le Mans-Sieger drehte mitten in die Fahrbahn mit dem Gesicht zu den anderen Piloten. Nicht alle konnten ausweichen. Max Verstappen bekam einen Streifschuss. Noch schlimmer erwischte es Marcus Ericsson, der mit der linken Fahrzeugseite voll in die rechte Flanke des Force India knallte. Beide Autos verhakten sich daraufhin ineinander und beide Piloten mussten aufgeben.

"Ich hatte schon einen schlechten Start. Beim Losfahren sind meine Reifen zu stark durchgedreht. Beim Anbremsen auf die zweite Kurve habe ich versucht außen anzugreifen, dabei haben die Reifen auf der Hinterachse blockiert und ich habe mich eingedreht“, sagte Hülkenberg. "So etwas kann am Start schon mal passieren, wenn man mit kalten Reifen und viel Sprit auf die dreckige Linie kommt. Das war eine Mischung aus Unglück und zu spät gebremst."

Grosjean mit heftigem Einschlag in Kurve 3

Auch nach der ersten Safety-Car-Phase riss die Action nicht ab. In der 12. Runde flog Romain Grosjean spektakulär in der dritten Kurve ab. Auslöser war wohl der reduzierte Grip in den Turbulenzen des McLaren-Honda von Jenson Button. In der schnellen Linkskurve brach am Grosjean das Heck aus. Als der Fahrer korrigierte, bekam er im Lotus einen Gegenpendler. Danach schob es ihn auf die Reifenschnipsel neben der Ideallinie, wo Grosjean endgültig die Kontrolle verlor.

Mit voller Wucht knallte sein Auto in die Tecpro-Barrieren. Durch den Einschlag wurde der Lotus in seine Einzelteile zerlegt. Zum Glück konnte Grosjean selbstständig aus seinem Auto aussteigen. Um die Carbon-Teile von der Strecke fegen zu können, musste das Safety Car ein zweites Mal ausrücken.

Beim Restart griff Sebastian Vettel wie schon nach der ersten Safety Car-Phase nach Kimi Räikkönen. Diesmal setzte sich der Heppenheimer im Ferrari-Duell auf die Innenseite. Räikkönen konnte seinen Angriff nur parieren, indem er die Kurve abkürzte. Später musste der Iceman allerdings seine Position an seinen Teamkollegen freiwillig abtreten.

Mercedes gewinnt vorzeitig Konstrukteurspokal

Hamilton war in der Zwischenzeit enteilt, Valtteri Bottas allerdings noch in Sichtweite. Den Williams-Piloten schnappte sich Vettel durch eine bessere Strategie. Er blieb länger auf seinem ersten Reifensatz draußen und machte die entscheidenden Sekunden gut, nachdem Bottas auf Softs gewechselt hatte. Bis ins Ziel holte Vettel noch auf Hamilton auf, der schon Fahrt rausnahm. Der Abstand betrug nach 53 Runden 5,9 Sekunden.

Überraschend aufs Podest raste Sergio Perez. Der Mexikaner war einer von 4 Piloten, die die zweite Safety Car-Phase zu einem frühen Reifenwechsel nutzten. Seinen Podiumsbesuch erkämpfte sich Perez hart. Immerhin musste er 40 Runden auf dem Soft-Reifen haushalten. Doch er hatte auch Glück. In der vorletzten Runde büßte der Mexikaner zwei Positionen an Valtteri Bottas und Kimi Räikkönen ein. Im letzten Umlauf kollidierten die zwei Finnen jedoch und machten den Weg für Perez frei.

Auf dem vierten Platz kam Felipe Massa in seinen Williams ins Ziel. Der Routinier ging nach seinem schwachen Qualifying nur von der 15. Position aus ins Rennen, profitierte aber von den zahlreichen Zwischenfällen. Kimi Räikkönen brachte seinen demolierten Ferrari zwar noch auf Rang fünf über die Linie, allerdings wurde der Iceman nachträglich mit einer 30-Sekunden-Strafe wegen der Kollision mit Bottas belegt. Das spülte Räikkönen nicht nur auf Rang 8 zurück. Es sorgte auch dafür, dass Mercedes vorzeitig den Titel im Konstrukteurspokal verteidigen konnte.

Russischer Streckenposten bringt sich in Lebensgefahr

Daniil Kvyat rutschte zur Freude der russischen Fans und vor den Augen von Staatspräsident Wladimir Putin auf Rang 5 nach vorne. Acht Punkte sammelte Felipe Nasr nach einem beherzten Rennen und dank der Räikkönen-Strafe aufs Sauber-Konto. Der Brasilianer lag sogar in der Phase der Boxenstopps sogar kurzzeitig auf dem zweiten Rang. Am Ende belegte er Platz 6. Pastor Maldonado profitierte auf Rang 7 ebenfalls noch von der Rückstufung des Iceman.

Jenson Button landete hinter Räikkönen auf Rang 9. Fernando Alonso rollte in seinem 250. GP-Wochenende dahinter auf Platz 10 über die Linie. Doch nach dem Rennen sprachen die FIA-Kommissare noch eine 5-Sekunden-Zeitstrafe gegen den Spanier aus, weil er wiederholt neben der Strecke abgekürzt hatte. Damit übernahm Max Verstappen den letzten WM-Punkt. Alonso wurde Elfter.

Carlos Sainz, der in der Früh nach seinem schweren Trainingsunfall vom Vortag die Startfreigabe erhielt, blieb vom Pech verfolgt. Wenige Umläufe vor Schluss hatte er massive Bremsprobleme, was in zwei Drehern resultierte. Einen davon an seiner Unfallstelle vom Samstag in Kurve 13. Dabei brach an seinem Toro Rosso der Heckflügel.

Eine Seitenwand verteilte Sainz auf der Strecke. Ein Streckenposten brachte sich bei der Bergung in Lebensgefahr. Sebastian Vettel rauschte nur knapp nach ihm an der Stelle vorbei. "Jetzt wissen wir, dass es mutige russische Streckenposten gibt", kommentierte der Ferrari-Pilot trocken.

FahrerTeamZeit / Rückstand
1. Lewis HamiltonMercedes1:37.11,024 Std.
2. Sebastian VettelFerrari+ 0:05.953 Min.
3. Sergio PerezForce India+ 0:28.918
4. Felipe MassaWilliams+ 0:38.831
5. Daniil KvyatRed Bull+ 0:47.566
6. Felipe NasrSauber+ 0:56.508
7. Pastor MaldonadoLotus+ 1:01.088
8. Kimi Räikkönen**Ferrari+ 1:12.358
9. Jenson ButtonMcLaren+ 1:19.467
10. Max VerstappenToro Rosso+ 1:28.424
11. Fernando Alonso*McLaren+ 1:31.210
12. Valtteri BottasWilliams+ 1 Runde
13. Roberto MerhiManor+ 1 Runde
14. Will StevensManor+ 2 Runden
15. Daniel RicciardoRed BullAusfall
16. Carlos Sainz Jr.Toro RossoAusfall
17. Romain GrosjeanLotusAusfall
18. Nico RosbergMercedesAusfall
19. Nico HülkenbergForce IndiaAusfall
20. Marcus EricssonSauberAusfall
* inkl. 5 Sek. Strafe
** inkl. 30 Sek. Strafe
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