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GP Russland 2016 (Trainingsanalyse)

Ferrari muss Williams fürchten

Ferrari - Formel 1 - GP Russland - 29. April 2016 Foto: sutton-images.com 107 Bilder

Sochi ist Mercedes-Land. Die Silberpfeile haben im Freitagstraining zum GP Russland die Zeitenjagd dominiert. Auf eine Runde und im Dauerlauf. Ferrari verlor mehr Zeit als bei den Rennen zuvor. Und Williams machte eine exzellente Figur.

29.04.2016 Michael Schmidt

Sochi ist eine Power-Strecke. Prompt hat Mercedes auch in den Freitags-Trainings die Nase vorn. Lewis Hamilton drehte mit 1.37,583 Minuten die schnellste Runde des Tages. 0,652 Sekunden vor Sebastian Vettel. Damit fehlen Hamilton nur noch vier Zehntel zur Pole Position des Vorjahres. Zum ersten Mal haben die Fahrer keinen Reifenvorteil im Vergleich zu 2016. Damals wie heute lieferte der Supersoft-Reifen die schnellste Zeit.

Medium-Reifen unbeliebt in Sochi

Der Medium-Gummi als dritte Option wird dagegen ungenutzt in der Garage bleiben. Keiner ist ihm am ersten Tag gefahren. Bis auf Manor haben sich alle Teams nur einen Satz Medium für das Sochi-Wochenende reserviert. Der Supersoft-Reifen ist zwar in der ersten Runde um eine Sekunde schneller als der Soft-Gummi, aber im Dauerlauf erwies sich die mittlere Reifenmischung als die konstantere. "Das kann sich ändern, wenn mehr Grip auf die Strecke kommt", meint Daniel Ricciardo.

Auch die schnellste Rennsimulation wurde auf dem Soft-Reifen erzielt. Valtteri Bottas kam über 11 Runden auf einen Schnitt von 1.41,709 Minuten und war dabei drei Zehntel schneller als Nico Rosberg auf dem gleichen Reifentyp. Lewis Hamilton behielt auf den Supersoft-Reifen mit 1.41,866 Minuten im Mittel über 12 Runden die Oberhand. "Wir können hier konstant schnelle Runden fahren", freute sich Felipe Massa. Die Datenauswertung am Abend wird entscheiden, ob Bottas und Massa mit der Kurznase und dem neuen Frontflügel ins Rennen gehen oder noch einmal auf das alte Modell zurückgreifen.

Williams mit leichtem Auto?

Trotz der starken Williams-Zeiten sollte man nicht gleich mit Siegchancen für die Autos aus Grove rechnen. Die Strecke kommt dem schnellsten Auto auf der Geraden entgegen. "Die waren bestimmt leichter unterwegs als die anderen. Mercedes schlagen die nicht. Aber für uns sind sie eine Gefahr", bestätigte Red Bull-Berater Helmut Marko die Expertenmeinung. Doch Williams kann auch für Ferrari ein ernsthafter Gegner werden.

Die zuletzt so starken Red Bull sind in Sochi aus zwei Gründen gehandikapt. Der Motor spielt auf den vielen Geraden eine größere Rolle als in Shanghai. "Und wir können unsere Qualitäten bei der Reifenabnutzung nicht ausspielen. Die Strecke ist vom Reifenverschleiß her für alle einfach", bedauert Ricciardo, der mit 1.43,313 Minuten über 22 Runden auf dem Soft-Reifen nur auf Platz 6 der Rangliste landete.

Vettel stoppt ein Kurzschluss

Ferrari hat seine Motor-Trumpfkarte noch nicht ausgespielt. Wenn es überhaupt eine ist. Ein Kurzschluss in einem Kabel das zur Batterie führt, stoppte Sebastian Vettel schon nach 10 Runden. Der Deutsche fiel für die Longrun-Arbeit aus. Kimi Räikkönen war für Supersoft-Dauerläufe eingeteilt worden und riss mit 1.42,899 Minuten über 17 Runden keine Bäume aus. In der Supersoft-Rangliste bedeutete das nur den sechsten Platz.

Bei Mercedes vermutete man, dass Ferrari nach Vettels Schaden möglicherweise am Schwesterauto die Power reduziert hat. Bloß nicht noch ein Schaden so früh in der Saison. GPS-Messungen lassen dennoch nicht vermuten, dass der neue Ferrari-Motor eine Wunderwaffe ist. Auch das Mercedes-Upgrade am Kraftstoffsystem zeigt noch keine große Wirkung auf der Strecke. "Wir werden die Fortschritte, die daraus entstehen, erst etwas später in der Saison sehen", tut ein Mercedes-Ingenieur geheimnisvoll.

Sainz legte größte Distanz am Stück zurück

Carlos Sainz spulte mit 24 Runden am Stück die längste Distanz am Stück ab. Dafür ist sein Schnitt von 1.43,210 Minuten beachtlich. Der Spanier ließ sogar Ricciardo im Red Bull hinter sich. Kevin Magnussen fuhr 35 Runden auf einer Garnitur Soft, davon 22 am Stück mit einem für Renault beachtlichen Schnitt von 1.44,102 Minuten. Magnussens Pensum entspricht mehr als der halben Renndistanz. Alle Strategen prophezeien: Der GP Russland wird ein Einstopp-Rennen.

Force India rätselt über die starken Unterschiede bei den Fahrern. Auf eine Runde liegen Nico Hülkenberg und Sergio Perez mit einer Differenz von 72 Tausendstel auf den Plätzen 13 und 14 noch dicht zusammen. Im Longrun aber benahmen sich die beiden Autos wie Tag nur Nacht. Perez war mit 1.43,397 Minuten auf den Soft-Reifen bei der Musik. Hülkenberg haderte mit den Reifen. Sein Schnitt ist auf beiden Reifentypen jeweils um acht Zehntel lagsamer als der des Teamkollegen. "Mein Auto hat die Reifen aufgefressen. Die kleinen Unterschiede im Set-up erklären das nicht. Die Daten zeigen, dass bei meinem Auto der Abtrieb viel stärker schwankt."

FahrerSchnitt längster LongrunRundenReifentyp
1. Bottas1.41,70911soft
2. Rosberg1.42,05010soft
3. Massa1.42,57812soft
4. Kvyat1.42,7968soft
5. Sainz1.43,21024soft
6. Ricciardo1.43,31322soft
7. Perez1.43,39713soft
8. Button1.43,52011soft
9. Ericsson1.44,0586soft
10. Magnussen1.44,10222soft
11. Hülkenberg1.44,1127soft
12. Verstappen1.44,28813soft
13. Gutierrez1.44,50311soft
14. Wehrlein1.45,2329soft
1. Hamilton1.41,86612supersoft
2. Rosberg1.42,0917supersoft
3. Massa1.42,25810supersoft
4. Bottas1.42,74013supersoft
5. Verstappen1.42,7585supersoft
6. Räikkönen1.42,89917supersoft
7. Perez1.43,52715supersoft
8. Alonso1.43,67811supersoft
9. Nasr1.44,18610supersoft
10. Kvyat1.44,28712supersoft
11. Button1.44,33711supersoft
12. Hülkenberg1.44,3588supersoft
13. Grosjean1.44,90711supersoft
14. Palmer1.45,18922supersoft
15. Ericsson1.45,5699supersoft
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