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GP Singapur 2010

Angst vor dem großen Bremsdefekt

Mark Webber Red Bull Crash Singapur 2009 Foto: dpa 57 Bilder

Mark Webber gab einen Vorgeschmack auf das, was der Formel 1 im nächsten Jahr in Singapur blühen kann. Ein schwerer Unfall nach einem Bremsdefekt. Der Australier war bei 280 km/h von der Strecke geflogen, nachdem vorne rechts die Bremsscheibe explodiert war.

28.09.2009 Tobias Grüner

Mark Webber stand der Schreck noch ins Gesicht geschrieben, als er eine halbe Stunde nach dem Rennen seinen Unfall noch einmal Revue passieren ließ. Sebastian Vettel, der zufällig vorbeikam, hörte aufmerksam zu.

"Ab der Halbzeit des Rennens fiel das Bremspedal immer weiter durch. Wir haben deshalb meinen zweiten Stop vorgezogen, um die Bremsen zu checken." Ein Mechaniker säuberte die Kühlungsschächte, ein andere inspizierte rechts vorne die Bremsscheibe und die Beläge. Alles okay, meldete der Monteur.

Bremsdefekt war absehbar

Doch als Webber wieder auf die Strecke ging, begann der Ärger von neuem. Der Kommandostand sah an den Telemetriedaten, dass die Temperaturen an der Bremse in gefährliche Bereiche stieg. Gerade als man den Australier über Funk warnen und zu einem weiteren Stopp an die Boxen holen wollte, passierte es.

Beim Anbremsen der ersten Kurve aus 280 km/h explodierte rechts vorne die Scheibe. Der Red Bull drehte sich einmal um die eigene Achse und schlug heftig mit dem Heck voran in die Tecpro-Spezialbarriere am Ende einer für Singapur eher großzügigen Auslaufzone ein. "Rückwärts ist immer blöd, weil du dich auf den Einschlag nicht vorbereiten kannst. Du siehst die Barriere ja nicht." Dann wurde Webber nachdenklich: "Wenn mir das in Kurve sieben passiert, sieht es nicht so gut aus. Da ist der Sturzraum viel kleiner."

Auch Button mit Bremsproblemen

Auch bei Jenson Button waren die Bremsen am Limit. Der Engländer nahm in den letzten fünf Runden Fahrt raus, nachdem beim Bremsen immer dicker schwarzer Bremsstaub aus der rechten vorderen Felge austrat. "Die Daten waren zwar noch in Ordnung, aber wir haben Jenson gesagt, dass er vorsichtig sein soll", erklärte Teamchef Ross Brawn.

Dass ausgerechnet die rechte Vorderradbremse Probleme machte ist kein Zufall. Das liegt in der Streckencharakteristik des Marina Bay Circuit. Es gibt deutlich mehr Links- als Rechtskurven. Beim Reinbremsen in die Linkskurven liegt auf dem kurvenäußeren Vorderrad mehr Bremsenergie an. Das linke Rad ist an der Schlupfgrenze und damit entlastet.

Autos werden 2010 noch schwerer

Ross Brawn graut bereits vor nächsten Jahr: "Ohne Tankstopps gehen wir mit 150 Kilogramm Sprit ins Rennen. Die schweren Autos werden die Bremsen noch mehr strapazieren. Das kann in Singapur zu einem echten Problem werden." Der Antrag der meisten Teams, die Scheibendicke von 28 auf 32 Millimeter aufzurüsten wurde wegen eines Vetos von Williams abgelehnt.

Die FIA steht auf dem Standpunkt: Sollen die Teams die Bremsen besser kühlen. Die sind auf diesem Ohr taub. Größere Bremsbelüftungen schaden der Aerodynamik. "Das ist halt immer eine Gratwanderung", sagt Sebastian Vettel. Auch er macht sich schon Gedanken, wie es nächstes Jahr in Singapur sein wird. "Das kann eine ziemlich gefährliche Nummer werden."

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