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GP Singapur 2015 (Rennen)

Vettel gewinnt Singapur-Spektakel

Safety-Car - GP Singapur 2015 Foto: xpb 54 Bilder

Sebastian Vettel hat das Formel 1-Spektakel von Singapur gewonnen. In einem ereignisreichen Nachtrennen mit 2 Safety-Car-Phasen, mehreren Kollisionen und einem Fan auf der Strecke ließ sich der Ferrari-Pilot nicht aus der Ruhe bringen. WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton fiel vorzeitig aus.

20.09.2015 Tobias Grüner

Der Grand Prix von Singapur hat wieder einmal eine unterhaltsame Formel 1-Show geliefert. Für die verrückteste Szene des Rennens sorgten aber nicht die 20 Hauptdarsteller in den Cockpits sondern ein offenbar orientierungsloser Fan, der sich in Runde 36 auf die Strecke geschlichen hatte. Der Zuschauer verschwand zwar relativ schnell wieder in einer Lücke im Zaun, doch da hatte das Safety-Car die Boxengasse schon verlassen.

Vettel gewinnt souverän in Singapur

Sebastian Vettel ließ sich davon nicht beirren. Vom Start weg diktierte der Deutsche das Geschehen auf der Strecke. Der Ferrari-Pilot managte clever seine Reifen und zog das Tempo im entscheidenden Moment immer wieder an. Am Ende rollte er mit 1,4 Sekunden Vorsprung über die Linie.

"Das war ein sehr taktisches Rennen. Ich habe versucht den Abstand zu kontrolieren und die Reifen in Schuss zu halten. Das hat gut funktioniert. Das war ein perfektes Wochenende. Wir werden heute ordentlich Party machen", strahlte der Heppenheimer nach seinem 4. Singapur-Sieg. Danach gab es noch eine Kampfansage an Mercedes: "Wir haben noch eine kleine Chance in der WM. Wir werden versuchen das Unmögliche möglich zu machen. Maximale Attacke!"

Daniel Ricciardo hatte wegen des Top-Speed-Nachteils auf den Geraden nie eine Chance zum Überholen. Für den Australier ging es nur darum Platz 2 gegen den zweiten Ferrari von Kimi Räikkönen abzusichern, was am Ende erfolgreich gelang. "Das Safety-Car kam leider in den entscheidenden Momenten auf die Strecke und gab die Strategie vor. Ich denke, dass unsere Rennpace heute genauso gut war wie die der Ferrari."

Räikkönen zeigte sich auf dem Podium wenig begeistert: "Ich habe mich im Auto seit dem Samstag einfach nicht mehr so wohl gefühlt. Aber wenn man an einem schlechten Tag noch Rang 3 holt, dann ist das noch ganz ordentlich." Rang 4 ging an Nico Rosberg im erneut chancenlosen Mercedes. Wie schon im Qualifying konnte der Silberpfeil das Tempo von Red Bull und Ferrari nicht mitgehen. Mehr als Rang 4 war für den Deutschen einfach nicht drin.

Die Probleme für Rosberg hatten schon begonnen, als das Rennen noch gar nicht gestartet war. "Ich hatte schon auf dem Weg in die Aufstellung einen großen Schreck, weil mir immer wieder das Auto ausgegangen war. Ich musste meine Startprozedur ändern. Das war nicht so einfach und mein Start war daher auch nicht optimal. Nach dem Boxenstopp hat es sich ganz seltsam angefühlt auf den härteren Reifen. Der Verschleiß war viel zu hoch."

Hamilton-Ausfall mit Gaspedal-Problem

WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton verließ Singapur sogar ganz ohne Zähler. Ein Problem mit dem Gaspedal bremste den Weltmeister nachhaltig ein. 5 Runden lang versuchte Mercedes das Problem per Fernwartung zu lösen. Dann wurde Hamilton zur Aufgabe an die Box gerufen. "Kurz vor dem Problem hatte ich noch ein gutes Gefühl. Ich konnte mit den härteren Reifen die Pace der Spitze auf Supersofts mitgehen. Doch dann war plötzlich keine Power mehr da."

Valtteri Bottas profitierte von der Hamilton-Aufgabe und rollte auf Rang 5 über die Linie. Daniil Kvyat, der im zweiten Red Bull auf Position 4 gestartet war, kam dagegen nur auf Position 6 ins Ziel. Der Russe hatte Pech mit dem Boxenstopp-Timing. Kurz nach seinen beiden Reifenwechseln wurde jeweils das Safety-Car auf die Bahn geschickt, wodurch Rosberg und Bottas durchschlüpfen konnte.

Hülkenberg kassiert Strafe nach Crash

20 Runden bevor der bereits erwähnte Fan die Strecke betrat, hatte der Mercedes von Bernd Mayländer schon einen ersten Einsatz hinter sich gebracht. Felipe Massa war nach einem schlechten Reifenwechsel in Runde 12 direkt in die Schusslinie von Hülkenberg geschickt worden. Am Boxenausgang kam es zur Kollision, als Massa versuchte seine Position zu verteidigen, Hülkenberg aber keinen Platz ließ.

Der Force India krachte in die Bande. Um das Auto zu bergen, wurde das Rennen kurz neutralisiert. "Das ist sehr enttäuschend das Rennen so zu beenden. Es hat alles gut ausgesehen. Ich bin auf der Ideallinie und klar vorne. Ich habe gesehen, wie er aus der Boxengasse kam. Er fährt einfach in mich rein", schilderte der Deutsche den Zwischenfall aus seiner Sicht.

Die FIA-Kommissare sahen das ganze etwas anders und sprachen noch während des Rennens eine Rückversetzung um 3 Startplätze für den GP Japan in einer Woche aus. "Die Strafe kann ich nicht nachvollziehen. Es ist einfach entschieden worden, obwohl wir noch gar nicht angehört wurden. Wir werden jetzt mit dem Team entscheiden, ob wir eventuell Einspruch einlegen." Massa beschädigte sich bei dem Crash einen Reifen. Er konnte nach einem Extrastopp zunächst weiterfahren. In Runde 30 beendeten Getriebeprobleme das Rennen das Brasilianers endgültig.

Toro Rosso-Piloten liefern spektakuläre Aufholjagd

Ein Profiteur des Chaos und der Ausfälle hieß Sergio Perez, der auf Rang 7 über die Ziellinie rollte. Auf den Plätzen 8 und 9 wurden die beiden Toro Rosso-Piloten abgewinkt. Dabei hatte es zunächst ganz und gar nicht nach einem doppelten Punkteergebnis ausgesehen. Max Verstappen kam am Start nicht vom Fleck und ging mit einer Runde Rückstand aus der Boxengasse ins Rennen. In der ersten Safety-Car-Phase durfte sich der Niederländer zurückrunden.

Teamkollege Sainz fiel mit einem Getriebeproblem in der Anfangsphase weit zurück. Aber auch der zweite Toro Rosso-Rookie startete in der Schlussphase mit Supersoft-Reifen eine engagierte Aufholjagd. Beide Youngster zeigten spektakuläre Überholmanöver. Etwas Stress gab es jedoch, als die Teamleitung kurz vor dem Ende einen Platztausch anordnete. Doch Verstappen ließ Sainz nicht vorbei.

Sauber-Pilot Felipe Nasr kreuzte auf Rang 10 die Linie. Erst in der vorletzten Runde hatte der Brasilianer Romain Grosjean den letzten Punkt geklaut. Wenige Meter später gab Grosjean frustriert auf. Teamkollege Pastor Maldonado war nach einer Kollision mit Jenson Button schon vorher zurückgefallen. Genau wie Lotus reiste auch McLaren ohne Zähler ab. Fernando Alonso und Button hatten gute Punkte-Chancen, mussten aber mit Getriebeproblemen aufgeben.

Vettel und Rosberg machen Boden gut

In der WM-Wertung konnten Nico Rosberg und Sebastian Vettel einen Schritt näher an Spitzenreiter Lewis Hamilton heranrücken. Der Weltmeister liegt mit 252 Punkten allerdings immer noch relativ komfortabel vor seinem Teamkollegen mit 211 Zählern. Vettel ist mit 203 Punkten nur knapp dahinter auf Rang 3.

FahrerTeamZeit / Rückstand
1. Sebastian VettelFerrari2:02.22,118 Std.
2. Daniel RicciardoRed Bull+ 0:01.478 Min.
3. Kimi RäikkönenFerrari+ 0:17.154
4. Nico RosbergMercedes+ 0:24.720
5. Valtteri BottasWilliams+ 0:34.204
6. Daniil KvyatRed Bull+ 0:35.508
7. Sergio PerezForce India+ 0:50.836
8. Max VerstappenToro Rosso+ 0:51.450
9. Carlos Sainz Jr.Toro Rosso+ 0:52.860
10. Felipe NasrSauber+ 1.30.045
11. Marcus EricssonSauber+ 1.37.507
12. Pastor MaldonadoLotus+ 1:37.718
13. Romain GrosjeanLotus+ 2 Runden
14. Alex RossiManor+ 2 Runden
15. Will StevensManor+ 2 Runden
16. Jenson ButtonMcLarenAusfall
17. Fernando AlonsoMcLarenAusfall
18. Lewis HamiltonMercedesAusfall
19. Felipe MassaWilliamsAusfall
20. Nico HülkenbergForce IndiaAusfall
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