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Singapur-Chance ungenutzt

Die Leiden des Nico Hülkenberg

Nico Hülkenberg GP Singapur 2012 Foto: Force India 57 Bilder

Für Nico Hülkenberg lief der GP Singapur nicht nach Plan. Er bezahlte im Rennen für seine Trainingsniederlage. Dann lief auch noch alles gegen ihn. Der Start, die Safety-Car-Phase und das Duell gegen Kamui Kobayashi.

23.09.2012 Michael Schmidt

In Singapur hätte Nico Hülkenberg glänzen können. Sein Force India war groß in Form. "Das Auto mag langsame Kurven. Das haben wir schon in Monte Carlo, Valencia und Monza gesehen." Bis zur Qualifikation hatte er Teamkollege Paul di Resta im Griff. Dann büßte er für das falsche Timing und ein paar kleine Fehler im Q2.

Hülkenberg im Windschatten chancenlos

Hülkenberg versuchte das Beste aus seinem elften Startplatz zu machen und begann das Rennen antizyklisch auf der härteren Reifenmischung. Beim Start musste der Deutsche im Force India einen Platz abgeben. Das war schon der Anfang vom Ende. "Da ist bereits alles aus den Fugen geraten. Ich hing hinter Kimi (Räikkönen) und Michael (Schumacher) fest und habe hinter ihnen viel Zeit verloren."

Der Force India hat im Pulk ein Problem. Er verliert hinter anderen Autos mehr Abtrieb als die Konkurrenzprodukte. "Die Red Bull oder die Sauber können viel näher an anderen Autos dranbleiben ohne dafür zu büßen. Ich muss da immer abreißen lassen, und der Abtriebsverlust killt dann auch noch die Hinterreifen. Mein Teamkollege konnte meistens frei fahren. Er hat gezeigt, was mit unserem Auto möglich war. Als ich mal freie Fahrt hatte, ging auch die Post ab. Ich bin Perez locker weggefahren und habe schnell auf Räikkönen aufgeholt."

Wenn da nur nicht das Überholproblem gewesen wäre. Nicht mal in der DRS-Zone kam Hülkenberg an seinen Konkurrenten vorbei. "Ausgerechnet Kurve 5 war meine Alptraum-Kurve. Und das ist die Kurve, die in die lange Gerade führt. Ich kam nie dicht genug an meine Vorderleute ran. Und dann fehlte uns auch noch Top-Speed."

Hülkenberg geht volles Risiko

Deshalb musste Hülkenberg im Dreikampf mit Mark Webber und Kamui Kobayashi alles riskieren. "Als Mark an Kamui vorbei ist, wollte ich auch noch mit durchrutschen. Dabei ist mir das Heck ausgebrochen, und ich habe seinen Heckflügel getroffen. Kamui konnte sich nicht in Luft auflösen. Er hatte selbst keinen Platz mehr."

Der Rheinländer entschuldigte sich hinterher fair beim Sauber-Team. Dabei hatte er selbst ebenfalls mit den negativen Folgen zu kämpfen. Die Kollision schlitzte hatte den linken Hinterreifen des Force India aufgeschlitzt. Da war das Rennen für Hülkenberg endgültig gelaufen.

Die Safety-Car-Phasen kamen für Hülkenberg und seinen Schatten Sergio Perez zum falschen Zeitpunkt. Am besten hätte es sie aus Sicht derer, die mit den härteren Reifen gestartet waren, gar nicht gegeben. Da Hülkenberg und Perez in der 18. Runde von soft auf soft gewechselt hatten, mussten sie beim zweiten Boxenstopp die weicheren Sohlen aufziehen lassen.

Safety-Car spült Hülk nach hinten

Da kam das erste Safety-Car in Runde 31 ungelegen. "Hätten wir da schon gewechselt, hätte es unseren Schlussturn auf den weicheren Reifen in die Länge gezogen." Hülkenberg und Perez rückten zwar auf die Plätze fünf und sechs vor, doch die sechs Runden Neutralisation hatten das Feld zusammengestaucht.

Als dann Schumacher mit seinem Crash sofort nach dem Re-Start eine zweite Safety-Car-Phase auslöste, mussten die Leidensgenossen an die Box und wurden im dicht gepackten Feld nach hinten durchgereicht. Sauber-Teammanager Beat Zehnder glaubt, dass ohne die Zwischenfälle beide vor Nico Rosberg ins Ziel gekommen wären.

Ihnen fehlten nur 20 Sekunden auf den Mercedes-Fahrer, der hätte aber einen Stopp mehr machen müssen. Hülkenberg hat da seine Zweifel: "Und wie wäre ich an Räikkönen und Grosjean vorbeigekommen? Die wäre auch bei einem normalen Rennverlauf mit zwei Stopps gefahren."

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