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GP Singapur in Zahlen

Sieben Monate Arbeit für einen Grand Prix

GP Singapur 2011 Foto: Grüner 28 Bilder

Seit 2008 gibt der Formel 1-Zirkus seine Vorstellungen auch nach Sonnenuntergang. Für das Flutlichtspektakel von Singapur ist allerdings ein riesiger Aufwand nötig. Wir haben die Zahlen zum Nachtrennen.

22.09.2011 Tobias Grüner

Der Grand Prix von Singapur ist Jahr für Jahr ein logistisches Großereignis für den kleinen Stadtstaat. Die öffentlichen Straßen im Einkaufsviertel Marina Bay müssen nicht einfach nur in eine Rennstrecke verwandelt werden. Die 5,073 Kilometer lange Piste muss auch noch komplett beleuchtet werden. Damit die Autos zur gewohnten europäischen Rennzeit fahren können, ist ein auch für Formel 1-Maßstäbe wahnsinniger Aufwand notwendig.

Gabelstapler rauben Webber den Schlaf

Schon im Mai beginnt der Countdown für die Arbeiter. Die gesamte Strecke musste bis Donnerstag um 14 Uhr Ortszeit fertig sein. Dann machte sich Rennleiter Charlie Whiting auf zur finalen Abnahme. Bis spät in die Nacht hatten die fleißigen Helfer zuvor noch gewerkelt. Sehr zum Ärger einiger Formel 1-Stars, die ihr Hotel direkt um die Ecke haben: "Sie bauen immer noch. Gabelstapler. Beep. Beep. Beep", twitterte Mark Webber leicht genervt um vier Uhr morgens aus seinem Zimmer.

Zwei Monate vor dem Rennen rollten die ersten Bagger an, um bestimmte Streckenabschnitte neu zu asphaltieren. In den Vorjahren hatten sich die Fahrer immer wieder über die extremen Bodenwellen beklagt. Die FIA verlangt eine lange Vorlaufzeit, damit der Bodenbelag ordentlich aushärten kann. In der Woche vor dem Grand Prix werden die Straßen schließlich für den Verkehr geschlossen. Dann werden die Markierungen entfernt und Kerbs für die Schikanen auf dem Asphalt montiert.

Zehn Kilometer Fangzaun, 2.600 Mauer-Elemente, 1.700 TecPro-Barrieren

Im Juli begannen die Arbeiter mit dem Aufbau der ersten Tribünen. Die mobilen Zuschauerbereiche werden aus großen Stahlgerüsten zusammengeschraubt. Logen für die VIPs werden errichtet, Sitzschalen montiert. Parallel beginnt der Aufbau der Kommunikationsinfrastruktur. Insgesamt werden 27 Kilometer optisches Kabel für Telefon und Internet verlegt.

Auch ein 3,20 Meter hoher Fangzaun muss auf beiden Seiten der Straßen einmal rund um die Strecke aufgebaut werden - insgesamt knapp zehn Kilometer. Im August wurden anschließend 2.600 Mauerstücke aus Beton aufgestellt. Jedes mit einem Gewicht von 4,5 Tonnen. Anfang September kamen dann noch die 1.700 TecPro-Elemente zum Stückpreis von 980 Euro, die den Aufprall in die Mauer abfedern sollen, an ihren Platz.

Singapur ist vier Mal heller als ein Fußballstadion

Der Aufbau des Beleuchtungssystem begann sogar schon im Mai. 240 Pylonen aus Stahl halten das Aluminium-Gerüst mit den 1.500 Halogenprojektoren in zehn Metern Höhe. Im August wurden die 24 Generatoren in Betrieb genommen, die für den notwendigen Strom sorgen. Insgesamt wurden 108 Kilometer Kabel verlegt. Die Lichtstärke der Anlage beträgt 3.000 Lux, was dem Vierfachen eines normalen Fußballstadions entspricht.

Insgesamt sind 10.000 Arbeiter mit dem Aufbau der Strecke beschäftigt. Mit dem Rennsonntag ist das Spektakel für die Organisatoren noch längst nicht beendet. Erst zwei Monate nach dem Grand Prix sind auch die letzten Barrieren wieder abgebaut - sieben Monate nachdem die Arbeiten im Mai begonnen hatten.

In unserer Fotogalerie zeigen wir Ihnen den Aufwand auch noch einmal in Bildern.

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