Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

GP Singapur

Red Bull im Hoch, Brawn GP im Tief

Rubens Barrichello Foto: dpa 30 Bilder

Selbst Ross Brawn versteht die Welt nicht mehr. Singapur ist eine Strecke für seine Autos. Am Freitag funktionierte alles nach Plan. Auch in der ersten Quali-Runde lagen Jenson Button und Rubens Barrichello im Soll. Und plötzlich fiel das Kartenhaus zusammen.

26.09.2009

Jenson Button könnte schon lange Weltmeister sein. Doch der Engländer macht sich das Titelrennen selbst schwer. "Bis zur ersten K.O.Runde in der Qualifikation lief alles perfekt. Plötzlich fängt das Auto an zu untersteuern. Ich korrigiere mit dem Reifendruck und als Folge setzt das Auto auf. In Kurve sieben blockieren bei 280 km/h vorne die Bremsen, ich fange mir einen bösen Bremsplatten ein, und das war's."

Rückblickend betrachtet haben das Team und der WM-Spitzenreiter zwei Fehler gemacht. "Wir sind in Q2 mit gebrauchten Reifen in den ersten Versuch gegangen. Da waren die Autos unerklärlich langsam. Das hat viel Druck auf die Fahrer geladen, die mit dem zweiten Satz alles klarmachen mussten. Normalerweise gewinnt man mit frischen Reifen eine halbe Sekunde gegenüber gebrauchten, aber da kam plötzlich nichts mehr. Wir hätten lieber zwei frische Reifensätze eingesetzt", übte Teamchef Ross Brawn Selbstkritik. Er schob den Fehler auf eine Fehleinschätzung: "Wir haben uns zu stark und unsere Gegner zu schwach eingeschätzt."

WM-Spitzenreiter unter Druck
 
Auch Button ließ sich von der Hektik anstecken. Er korrigierte den Reifendruck, statt mit dem Untersteuern zu leben und darauf zu hoffen, dass frische Reifen und die besser werdende Strecke das Problem von alleine lösen. Vielleicht hätte der WM-Führende im letzten freien Training auch nicht mehr mit dem Setup experimentieren sollen, wenn er am Freitag so zufrieden war. "Wir haben ein paar Sachen ausprobiert, die nicht funktioniert haben." Der Rückgriff auf das alte Setup kostete viel Zeit.
 
Der Leidensweg der Brawn GP-Piloten ist ein Spiegel dieser Saison. "Du bist mal gut, mal schlecht, und du weißt nie warum. Es ist eine Saison, aus der man nicht schlau wird", schüttelte der sechsfache GP-Sieger den Kopf.
 
Rubens Barrichello kam mit einer Chaosrunde noch in das Top Ten-Finale. Doch der Brasilianer zahlte einen Preis. Er beschädigte sich beim Ritt über die Randsteine in der Schikane den Diffusor. "Das hat ein bisschen Abtrieb gekostet, erklärt aber nicht unsere Probleme", ärgerte sich Ross Brawn. In Q3 feuerte Barrichello sein Auto in Kurve fünf in die Mauer. "Ich hatte das gleiche wie Jenson. Das Auto hat aufgesetzt", wunderte sich Rubens. Nach der Untersuchung des stark beschädigten Fahrzeugs atmete Ross Brawn auf. "Zum Glück blieb das neu eingebaute Getriebe heil. Wir hatten schon Sorge, dass wir noch einmal wechseln müssten, was weitere fünf Startplätze gekostet hätte."

Red Bull wieder im Rennen

Die Brawn GP wurden von der starken Form der Red Bull auf dem kalten Fuß erwischt. "Jetzt kommen die ins Titelrennen zurück", stöhnte Button. Sebastian Vettel und Mark Webber gehen von den Plätzen zwei und vier ins Rennen. "Zum Glück konnten sie das Training wegen des Unfalls von Rubens nicht zu Ende fahren. Sonst wären die in der ersten Startreihe gestanden. Die hätten das Rennen nach Hause gefahren. Jetzt werden sie sich schwer tun, an Hamilton vorbeizukommen", glaubt Button.
 
Sebastian Vettel ist sich sicher, dass die Pole Position im Bereich des Möglichen lag. "Das war eine Superrunde, bis in Kurve 10 der Abbruch kam." Auch Mark Webber fluchte: "Ich war bei meinem letzten Versuch vor der roten Flagge vier Zehntel unter meiner Bestzeit. Wir müssen dieses System überdenken. Die Fahrer, die schon am Unfallort vorbei sind, sollten ihre Runde zu Ende fahren dürfen."

Schwankende Leistungskurve

Brawn GP hatte sich für Singapur so viel ausgerechnet. Das Stop and Go passt in das Anforderungsprofil der weißen Autos. Und doch kam es mitten in der Qualifikation zu diesem rätselhaften Leistungseinbruch. "Das hat mich an Ungarn erinnert", vergleicht Ross Brawn. "Freitag gut, Samstag schlecht. Komischerweise war heute die Asphalttemperatur wie am Samstag in Ungarn in dem für uns so kritischen Bereich. Exakt auf 32 Grad." Da passieren bei den Brawn GP zwei Dinge, wenn sie mit den weichen Reifen bestückt sind. Der Grip geht verloren und die Seitenstabilität ist kritisch. "Auf einer Strecke, auf der Vertrauen ins Auto alles ist, schlägt das besonders schwer zu Buche."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden