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Rosberg, Vettel & Co. - die Deutschen in Singapur

Gleich zwei Deutsche auf Podiumskurs

Vettel und Rosberg Foto: dpa 30 Bilder

In Monza war Adrian Sutil noch der Schnellste im deutschen Quintett. In Singapur kehrte sich das Verhältnis um. Bis auf den Force India-Piloten kamen alle deutschen Piloten unter die ersten Zehn. Sebastian Vettel und Nico Rosberg sind sogar auf Podiumskurs.

26.09.2009

Sebastian Vettel:
 
Sebastian Vettel nahm Kurs auf die Pole Position, als ihm die rote Flagge nach dem Crash von Rubens Barrichello dazwischen kam. "Ich lag nur zwei Zehntel über meiner Q2-Zeit, und die fährt man mit ganz wenig Sprit. Das war also eine richtig gute Runde mit Rennbenzin, aber hätte, wenn und aber zählen leider nicht", ärgerte sich der Red Bull-Pilot. Teamchef Christian Horner ist überzeugt. "Hätte Sebastian die Runde zu Ende fahren dürfen, wäre es die Runde des Jahres geworden."
 
Ansonsten war Vettel mit sich und seinem Auto zufrieden. "Die Änderungen am Auto haben sich ausgezahlt. Das Auto fühlte sich von Anfang an gut an. Vor dem Wochenende haben wir nicht unbedingt erwartet, dass wir so stark sein würden." Der Sieger von Shanghai und Silverstone glaubt immer noch an seine Titelchance, auch wenn sie bei 26 Punkten Rückstand minimal ist. "Wir geben nicht auf. Diese Saison hat schon öfter gezeigt, wie schnell es morgen auf und ab gehen kann."

Nico Rosberg:

Nico Rosberg startet am Sonntagabend von Platz drei. Das ist Rosbergs beste Trainingsplatzierung in diesem Jahr. "Da fahre ich aus eigener Kraft auf das Podest, und vielleicht kann ich ja sogar gewinnen. Den Vettel packe ich beim Start, weil ich auf der sauberen Seite stehe, und bei Hamilton hoffe ich, dass er eher zum Tanken kommt als ich." Das Wochenende begann mit einem enttäuschenden ersten Training, doch dann fanden Rosberg und sein Renningenieur den Durchbruch. "Wir haben das Setup Schritt für Schritt verbessert. Jetzt fühlt sich das Auto wieder so gut an wie vor Spa und Monza.
 
Dann lobt er sein Team: "Als die gemerkt haben, dass wir auf den schnellen Strecken nicht so gut sein würden, haben sie sich wieder voll auf das Singapur-Paket konzentriert. Das war der richtige Schachzug." In Q2 gelang dem Williams-Piloten die absolut schnellste Zeit des Wochenendes. Vor allem seine Bestzeit im zweiten Sektor ließ aufhorchen. In dem 41-Sekunden Abschnitt nahm Rosberg dem Rest der Welt drei Zehntel ab. "Es hat einfach jede Kurve optimal gepasst, eine andere Erklärung habe ich auch nicht", grinste der Blondschopf. Lewis Hamilton klopfte ihm auf die Schulter: "Gib zu, du hast die Schikane abgekürzt. Anders geht das doch gar nicht."

Timo Glock:

Für Timo Glock wiederholt sich das Spiel jedes Mal aufs Neue. Sein Toyota pendelt im Minutenabstand zwischen gut und schlecht, und keiner im Team, inklusive des Fahrers, wüsste eine Antwort. "Durch die erste K.O.-Runde bin ich gerade so durchgerutscht", erzählt Glock. "In Q2 war das Auto wie verwandelt. Ich habe schon in der Anwärmrunde gespürt, wie der Reifen zubeißt. Die Runde war auf Anhieb um eine Sekunde schneller als in Q1." Wie die meisten Fahrer ging Glock im Top Ten-Finale mit gebrauchten Reifen in die letzten zehn Minuten. Das reichte für Platz sieben. "Ich war mir sicher, dass ich mit neuen Reifen richtig zulegen würde."
 
Dann kam der Abbruch nach dem Barrichello-Crash dazwischen. Für Glock war das Training dennoch eine Genugtuung. Er war mal wieder schneller als sein Teamkollege Jarno Trulli. "Der hat am Morgen sogar mein Setup übernommen." Der Kurs von Singapur passt besser zu Glocks Fahrstil als zu dem des Italieners. "Hier kommt er mit seiner untersteuernden Fahrweise nicht weit. Auf diesem Streckentyp kann ich das Auto besser auf meinen Fahrstil abstimmen. Im Gegensatz zu Jarno hole ich meine Zeit am Kurvenausgang." Fazit: "Dieses Training hat bewiesen, was ich aus meinem Auto rausholen kann, wenn das Auto zu mir passt. Auch in der Qualifikation, die angeblich meine Schwäche ist."

Nick Heidfeld:

Nick Heidfeld und BMW-Kollege Robert Kubica zählten zu den Opfern des Barrichello-Unfalls. Beide waren mit der härteren Reifenmischung in das Top Ten-Finale gegangen. Dementsprechend bescheiden waren die Rundenzeiten. Heidfeld und Kubica hoben sich den letzten frischen Satz weiche Reifen für ihren letzten Schuss auf. "Schon in den ersten drei Kurven ging es um Welten schneller", berichtete Heidfeld.
 
Da stand dann plötzlich in Kurve 5 Barrichellos zerdepperter Brawn GP im Weg. Auch die Spritgewichte stimmen den Trainingsachten nicht fröhlich. "Ich stehe weit hinten und bin mit einer aggressiven Strategie unterwegs", resümiert Heidfeld. Einziger Lichtblick: "Mit dem umgebauten Auto kommen wir ohne Zittern in die letzte Quali-Runde."

Adrian Sutil:

Der 16. Platz für Adrian Sutil war ein herber Abstieg. In Monza verpasste der Force India noch knapp das Podium. In Singapur reichte es nicht einmal für die zweite Qualifikationsrunde. "Einfach zu viele Kurven und zu wenig Abtrieb", klagte Sutil anschließend. "Wir können einfach nicht mehr fahren. Wir haben schon alles an Flügeln drauf was geht." Mit einem neuen Aeropaket sollte der erwartete Abschwung nach den schnellen Strecken von Spa und Monza eigentlich abgefangen werden. "Das hat schon was gebracht. Aber so extrem haben wir das auch nicht erwartet."
 
Außerdem wurde Sutil in seiner schnellen Runde noch ausgerechnet von seinem Ex-Teamkollegen Giancarlo Fisichella aufgehalten. "Er hat sich entschuldigt. Das ist in Ordnung. Es wäre auch mit freier Fahrt schwer geworden." Einen weiteren Grund der eigenen Schwäche sieht Sutil in der Stärke der Konkurrenz. "Die haben wohl noch einmal einen guten Schritt nach vorne gemacht. Die Zeiten im Qualifying haben mich wirklich überrascht." Mit einem schweren Auto will der Deutsche am Sonntag Plätze gutmachen. "Ich hoffe auf einen Crash vor mir am Start und Safety-Car-Phasen", lautet der Kampfplan.

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