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Vorschau GP Spanien 2011

Action-Programm auf der Langweiler-Strecke

Nico Rosberg Foto: Wolfgang Wilhelm 30 Bilder

Die Formel 1-Rennen in Barcelona waren nur selten echte Highlights. In unserer Vorschau zum GP Spanien sagen wir Ihnen, warum Sie am Sonntag (22.5.) dennoch unbedingt den Fernseher einschalten sollten.

18.05.2011 Tobias Grüner

Nach dem Europa-Auftakt in Istanbul reist der Formel 1-Zirkus zum fünften Saisonrennen weiter westwärts nach Barcelona. Der Circuit de Catalunya war in der Vergangenheit allerdings nicht gerade bekannt für Action und Spannung. Nur in den engen Gassen von Monte Carlo fällt das Überholen noch schwerer. 16 von 20 Rennen wurden in Spanien von der Pole Position gewonnen. Der letzte Sieger, der nicht vom ersten Startplatz kam, war Michael Schumacher in der Saison 2000.

Doch die ersten vier Rennen der Saison haben gezeigt, dass in dieser Saison nichts normal ist. Obwohl wieder einmal kein Regen für das Barcelona-Wochenende in Sicht ist, können sich die Formel 1-Fans auf viel Action in der Box und auf der Piste freuen. Schuld sind wieder einmal die Pirelli-Reifen, die zuletzt in Istanbul für neue Reifenwechsel- und Überhol-Rekorde sorgten.

Für das Rennen in Spanien hat der italienische Gummi-Lieferant zwar eine neue Mischung des harten Reifens im Gepäck, doch die Teams erwarten wieder mindestens drei Boxenstopps am Rennsonntag. Der neue Pneu mit der silbernen Markierung soll sich von der Rundenzeit stärker von gelb gekennzeichneten Reifen der Marke soft absetzen.

Die Geschwindigkeitsunterschiede werden wohl wieder zu vielen Überholmanövern führen. Bisher konnte man diesbezüglich von Rennen zu Rennen immer eine Steigerung erkennen. Von 30 Überholmanövern in Melbourne zu 112 in Istanbul. Zum Vergleich: In Barcelona waren es 2010 gerade einmal zwei erfolgreiche Platzwechsel im direkten Zweikampf.

Die Strecke: Circuit de Catalunya

Die schlechten Überholquoten in Barcelona liegen vor allem am Layout. Vor der 880 Meter langen Zielgerade müssen die Fahrer durch die relativ schnelle Kurve 16. In der verwirbelten Luft des Vordermanns verlieren die Autos Abtrieb und werden damit automatisch auf Abstand gehalten. Am Ende der Geraden folgt zudem eine relativ schnelle Rechts-Links-Kombination. Hier gibt es nur eine Linie. Ausbremsen ist schwierig.

Gegen besonders viel Action spricht auch die Tatsache, dass alle Teams den Circuit de Catalunya in- und auswendig kennen. Nach der Testabsage in Bahrain waren die Piloten vor der Saison in diesem Jahr schon acht Tage in Barcelona unterwegs. Autos und Fahrer sind somit optimal vorbereitet. Fehler sind selten. Es wird spannend zu sehen wie effektiv der bewegliche Heckflügel funktioniert. Die Aktivierungszone des DRS liegt im Rennen auf der Zielgerade.

Die Abstimmung:

Die hohe Anzahl an schnellen Kurven verlangt nach viel aerodynamische Effizienz. Das heißt: Möglichst viel Abtrieb bei gleichzeitig wenig Luftwiderstand. Bei nur wenigen längeren Vollgaspassagen werden die Flügel sehr steil gestellt. Von der Aufhängung und von den Bremsen her gibt es keine besondere Belastung. Auf der permanenten Rennstrecke gibt es kaum Bodenwellen und nur wenige harte Bremsmanöver. Das schont das Material.

Aufpassen müssen die Ingenieure vor allem auf den Wind. In Katalonien kann eine steife Brise im Rennen dazu führen, dass die Getriebeabstufung plötzlich nicht mehr passt und der Motor auf der langen Geraden plötzlich in den Begrenzer geht. In puncto Dämpfer ist es wichtig, eine Abstimmung zu finden, mit der die Reifen geschont werden. Ein Boxenstopp dauert hier fünf Sekunden länger als noch in Istanbul.

Die Updates für Barcelona:

Fast schon traditionell erwartet die Fans in Spanien ein Update-Festival. Kaum ein Team traut sich ohne neue Teile nach Barcelona. Bei Mercedes gibt es eine verbesserte Kühlung und einen neuen Frontflügel. Auch bei Sauber ist mit dem neuen Auspuff und dem neuen Frontflügel ein großer Schritt zu erwarten. Ferrari zündet die zweite Ausbaustufe mit einer engeren Motorabdeckung und einem neuen Auspuff.

Auch bei McLaren tüftelte man zuletzt am Auspuff. In Barcelona soll eine neue Variante debütieren. Renault hat über das ganze Auto Aero-Änderungen angekündigt, die mindestens zwei Zehntel bringen sollen. Bei Force India träumt man dank neuer Nase, neuem Auspuff und neuem Heckflügel von einer halben Sekunde. Auch die Hinterbänkler haben Updates angekündigt. Lotus plant einen großen Schritt Richtung Mittelfeld.

Die Favoriten beim GP Spanien:

Vier Rennen, drei Siege ein zweiter Platz - lautet die überragende Bilanz von Sebastian Vettel. Der Weltmeister scheint momentan unantastbar. Die größte Konkurrenz für den Heppenheimer scheint wieder einmal aus dem eigenen Lager zu kommen. Nach den Plätzen fünf, vier, drei und zwei in den ersten Rennen will Mark Webber nun auch den letzten Schritt auf die höchste Stufe des Podiums machen. Im Vorjahr gelang das Kunststück für den Australier. Nach dem mäßigen Auftakt gewann er sowohl in Barcelona als auch in Monaco.

Vorhersagen über die weitere Reihenfolge sind so sicher wie der Blick in die Glaskugel. In Istanbul war Mercedes in Training stark, im Rennen dafür schwach. Ferrari präsentierte sich deutlich verbessert. Wenn die roten Autos in puncto Rennpace weiter Forschritte machen, könnten Sie Red Bull angreifen. Und dann ist da auch noch McLaren, die in Istanbul nicht mehr um den Sieg kämpfen konnten. Alles kommt auf die Updates an. Wenn die richtig zünden, könnten auch Sauber und Renault aus dem Mittelfeld nach vorne stoßen.

Experten-Analyse: James Allison (Technikchef Renault)

Die Strecke in Barcelona legt viel Wert auf aerodynamische Effizienz. Eine Reihe von langen Highspeed-Kurven und die Art des Asphalts sorgen für eine große Reifenbelastung. Auch wenn wir einen überarbeiteten harten Reifen von Pirelli in Barcelona fahren, der das Bild etwas verändern könnte, ist es sehr wahrscheinlich, dass das Rennen in Spanien wieder reichlich mit Boxenstopps gespickt ist.

In Istanbul hatte der große Reifenverschleiß den meisten Einfluss auf das Überholen. Das wird in Barcelona wohl ähnlich. Die weichen Reifen verlieren bis zu drei Zehntel pro Runde. Das bedeutet, dass kleine Änderungen bei der Strategie je nach Zeitpunkt zu großen Unterschieden im Renntempo führen. Wenn man nur drei Runden früher an die Box kommt, bringt das einen Unterschied von nahezu einer Sekunde. Dagegen haben KERS und DRS nur zweitrangige Auswirkungen auf das Überholen. Wir können aber trotzdem ein atemberaubendes Rennen mit viel Action auf der Strecke erwarten - was nicht gerade ein traditionelles Markenzeichen des GP Spanien ist.

GP Spanien 2010 - So lief das Rennen im Vorjahr:

Wie in den vergangenen zehn Jahren, gewann auch 2010 der Pole-Setter. Mark Webber fuhr fehlerfrei und sein Red Bull hielt ohne Probleme bis zur Ziellinie durch. Von seinem Teamkollegen Sebastian Vettel konnte man das nicht sagen. Obwohl ihm das Team schon zur Aufgabe riet, schleppte der spätere Weltmeister sein Auto noch hinter Fernando Alonso auf Rang drei ins Ziel. Dabei profitierte Vettel auch vom Ausfall von Lewis Hamilton, der seinen McLaren zwei Runden vor Schluss in die Reifen schmiss.

In unserer Fotogalerie zeigen wir Ihnen noch einmal die schönsten Bilder des GP Spanien 2010.

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