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GP Spanien 2012 (Qualifikation)

Hamilton bestraft - Maldonado erbt Pole

Pastor Maldonado - Williams - GP Spanien 2012 Foto: xpb 76 Bilder

Update ++ Fotos ++ Hamilton-Strafe ++ Viereinhalb Stunden nach dem Ende der Qualifikation hat die Rennleitung Lewis Hamilton von der Pole Position gestrichen. Der McLaren-Pilot war mit zu wenig Sprit auf der Strecke stehengeblieben. Williams-Pilot Pastor Maldonado wird nun am Sonntag von Startplatz eins ins Rennen gehen. Hamilton muss von ganz hinten losfahren.

12.05.2012 Tobias Grüner

Als wäre das Qualifying von Barcelona nicht schon spannend genug gewesen, ging der Krimi nach der Session noch in die unerwartete Verlängerung. Viereinhalb Stunden durfte sich Lewis Hamilton über die 22. Pole Position seiner Karriere freuen. Dann grätschte die FIA dazwischen. Der McLaren-Pilot bekam alle Zeiten des Qualifyings gestrichen und muss am Ende des Feldes starten.

Was war passiert? Nach seiner Bestzeit wurde Hamilton über Funk aufgefordert, seinen McLaren auf der Strecke abzustellen. Die Ingenieure gaben als Grund an, dass sich ein technischer Defekt angebahnt hatte. In solchen Fällen von "höherer Gewalt" wäre der Pilot ohne Strafe davon gekommen. Doch die FIA-Stewards leiteten eine Untersuchung ein. Der Verdacht: Hamilton hatte zu wenig Sprit.

Nach Artikel 6.6.2. des sportlichen Reglements muss das Auto nach dem Qualifying aus eigener Kraft zurück an die Boxen kommen. Zudem muss sich mindestens ein Liter Sprit im Tank für die Benzinprobe der FIA befinden. Bei Hamilton waren nach Angabe von Whitmarsh aber nur noch 1,3 Liter im Tank. Ingenieure berechneten, dass für den Weg von Kurve acht zurück an die Box  mindestens zwei Liter Sprit nötig gewesen wären.

Maldonado sorgt für große Überraschung

Mit der Rückversetzung ans Ende des Feldes fiel das Urteil ungewöhnlich hart aus. Nun startet am Sonntag überraschend Pastor Maldonado vom ersten Startplatz. Der Williams-Pilot war direkt nach dem Qualifying schon mit Rang zwei höchst zufrieden gewesen. "Das ist mein erstes Mal in den Top drei. So kann es weitergehen", freute sich Maldonado. "Das Auto sieht in der Rennpace sehr konstant aus. Ich freue mich schon auf das Rennen."

Neben Maldonado steht ein weiterer Pilot, den man so weit vorne nicht erwartet hätte. Fernando Alonso zeigte vor heimischem Publikum wieder einmal eine Glanzleistung und rückte durch die Hamilton-Strafe in die erste Reihe. "Davon hätten wir in den ersten vier Rennen nicht zu träumen gewagt. Allerdings dürfen wir uns nicht blenden lassen. Der dritte Platz ist etwas besser als wir eigentlich sind. Hinter uns sind einige schnellere Autos. Wir müssen noch weiter arbeiten. Aber natürlich sind wir sehr glücklich für heute. Aber wenn wir das morgen nicht in ein gutes Resultat ummünzen können, ist das wertlos."

Lotus-Duo in Lauerstellung

Die Geheimfavoriten für das Rennen kommen aber von Lotus und starten von den Plätzen drei und vier. Romain Grosjean und Kimi Räikkönen haben schon mit den Podiumsplätzen in Bahrain gezeigt, dass sie sich im Rennen erheblich steigern können. Die Longruns im Training lassen auf einen spannenden Kampf hoffen. Hinter Räikkönen startet mit Sauber-Pilot Sergio Perez auf Platz fünf ein weiterer Überraschungsmann, auf den man im Rennen aufpassen muss.

Die deutsche Fraktion startet am Sonntag in der zweiten Hälfte der Top Ten. Nico Rosberg bildet auf Rang sechs die Speerspitze. Der Mercedes-Pilot entschied sich gegen die Taktik Reifen zu sparen. "Die Startaufstellung ist schon noch wichtig, daher ist es mir lieber jetzt Siebter zu sein und nicht Zehnter oder Elfter. Aber es wird morgen sicher schwer für uns sein, noch ein paar Plätze nach vorne zu kommen."

Direkt dahinter startet Weltmeister Sebastian Vettel. Der Red Bull-Pilot verzichtete freiwillig auf eine gezeitete Runde im Q3. "Am Schluss war für uns nur noch Nico in Reichweite. Wir hatten keinen Satz frischer Reifen mehr, so dass wir uns entschieden haben die letzte Runde nicht zu Ende zu fahren. So können wir morgen den Reifen für den Start auswählen. Die Pole Position war für uns heute sowieso nicht drin."

Schumacher erwartet schwieriges Rennen

Auch Michael Schumacher entschied sich, Reifen für das Rennen zu sparen. Wie Vettel verzichtete der Rekordchampion auf eine gezeitete Runde im Q3 und startet wegen der höheren Startnummer von Rang acht. "Wir wollten Reifen sparen, ganz einfach", erklärte Schumi anschließend die Taktik. "Und wir können uns unsere Reifen aussuchen, auf denen wir starten." Große Hoffnungen auf ein Top-Resultat hat der Altmeister aber nicht. "Das Rennen wird sicher eine schwierige Nummer für uns werden."

Auch Kamui Kobayashi setzte in der letzten K.O.-Runde keine Zeit. Allerdings wurde der Japaner unfreiwillig zum Reifensparen gezwungen. Ein Hydraulik-Problem stoppte den Sauber-Piloten kurz nach seiner letzten Runde im Q2.

Button und Webber scheitern früh

In einem Qualifying der Überraschungen war für einige große Namen schon in der zweiten Runde Schluss. Jenson Button klagte wie schon in den Trainings zuvor über massives Untersteuern und verpasste die Top Ten-Hürde um knappe vier Hundertstel. Mark Webber wurde ein Opfer des Reifen-Pokerspiels. Beim Versuch Gummis zu sparen wurde der Australier auf Rang zwölf nach hinten gespült. Durch die Hamilton Strafe rücken Webber und Button auf elf und zehn nach vorne.

"Ich bin sehr überrascht", klagte der Red Bull-Pilot anschließend über den misslungenen Poker. "Wir waren schnell, aber die Strecke wurde schneller und schneller. Und dann waren wir plötzlich draußen. Meine Zeit war gut und wir dachten, ich muss nicht mehr rausfahren. Aber am Ende hat es nicht gereicht." Die einzige Hoffnung für den Sonntag: Genau wie Button besitzt Webber für das Rennen noch einen neuen Satz weicher Reifen. Was das Wert sein kann, hatte zuletzt Kimi Räikkönen in Bahrain gezeigt.

Auch für die beiden Force Indias war vorzeitig Feierabend. Paul di Resta steht in der sechsten Startreihe direkt vor seinem Teamkollegen Nico Hülkenberg. Fünf Hundertstel gaben den Ausschlag zu Gunsten des Schotten, der im teaminternen Quali-Duell nun mit vier zu eins führt.

Senna weit von Maldonado-Pace entfernt

Der einzige Pilot der etablierten Teams, der schon in der ersten K.O.-Runde die Segel streichen musste, hieß Bruno Senna. Der Brasilianer kam schon das ganze Wochenende nicht recht in Schwung und schmiss seinen Williams beim letzten Versuch die Q1-Hürde zu nehmen ins Kiesbett. Auf Teamkollege Maldonado fehlten Senna mehr als anderthalb Sekunden. Auf der Startaufstellung sind die beiden blau-weißen Autos durch 16 Plätze getrennt.

Bester Pilot der drei neueren Teams war ausnahmsweise mal Vitaly Petrov, der zum ersten Mal in dieser Saison ein Duell gegen Caterham-Teamkollege Heikki Kovalainen gewinnen konnte. Auch Timo Glock zog im Teamduell den Kürzeren. Charles Pic steht in der vorletzten Startreihe direkt vor dem Deutschen. Schon am Freitag hatte Glock gemerkt, dass mit seinem Auto irgendwas nicht stimmt. Am Samstag kam dann auch noch Pech dazu.

"Das Qualifying ist nicht gut gelaufen", berichtete der Marussia-Pilot. "Ich musste eine Runde abbrechen, weil sich vor mir einer gedreht hat. Im letzten Run war ich ganz gut unterwegs, bin aber auf zwei Kontrahenten aufgelaufen, die sich nicht so ganz einig waren. Dadurch ist der Rückstand auf die Caterham und den Teamkollegen doch deutlich größer als wir erwartet haben."

Ganz hinten standen im Qualifying wieder einmal die beiden HRT-Autos. Narain Karthikeyan musste beim Team-Heimspiel sogar auf Gnade der Rennleitung hoffen. Im Gegensatz zu Teamkollege Pedro de la Rosa verpasste der Inder im ersten Quali-Abschnitt die 107-Prozent-Hürde. Die FIA zeigte Gnade - weil der Hispania-Mann im dritten Training schnell genug war darf er starten.

Die besten Fotos vom Qualifying gibt es in der Bildergalerie.

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