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GP Spanien 2012 (Rennanalyse)

Marussia hilft Maldonado zum Sieg

Maldonado & Alonso GP Spanien 2012 Start Foto: Williams 60 Bilder

Nach dem Grand Prix von Spanien blieben einige offene Fragen. Wählte Ferrari und Lotus die richtige Strategie? Wer war Schuld am Schumi-Crash? Und waren die Durchfahrtsstrafen berechtigt? Wir haben die Antworten.

13.05.2012 Tobias Grüner

Warum reagierte Alonso nicht sofort auf den Williams-Angriff?

Die Entscheidung in Barcelona fiel in der 25. Runde. Einen Umlauf zuvor war Pastor Maldonado auf Rang zwei liegend zum zweiten Reifenwechsel gefahren. Als Fernando Alonso an den Boxen vorbei fuhr war klar, dass er seine Führung los ist, sobald auch er bei seinen Mechanikern war. Eine Runde später war es dann soweit.

Doch warum ist Alonso nicht direkt zum Wechsel gefahren. "Eigentlich wollten wir immer direkt reagieren", erklärte der Spanier anschließend. "Aber als Williams zum Stopp gegangen ist, hing ich anderthalb Runden hinter einem Marussia fest. Als wir gesehen haben, dass ich im zweiten Sektor schon hinter Pastor gelandet wäre, wollten wir noch ein paar mehr Runden fahren, um gegen Ende des Rennens vielleicht noch eine Möglichkeit zu bekommen."

Alonso schiebt aber nicht die komplette Schuld auf den unachtsamen Charles Pic, der später noch eine Durchfahrtsstrafe von der Rennleitung bekam. "Wir haben den Sieg nicht wegen des Marussias verloren. Wir hätten Pastor im letzten Stint überholen müssen, aber wir hatten einfach nicht die Pace. Sie waren schneller als wir. Aber wir kamen sicher etwas aus dem Plan wegen dem Hinterbänkler."

Warum kam Lotus erst spät in Schwung?

Die beiden Lotus-Piloten fuhren in der ersten Rennhälfte auf verlorenem Posten. Keine Chance für Kimi Räikkönen und Romain Grosjean die Pace der beiden Spitzenfahrer mitzugehen. Erst nach dem zweiten Reifenwechsel zündeten die schwarz-goldenen Autos den Turbo. "Die Erklärung ist ganz einfach", analysierte Teambesitzer Gerard Lopez anschließend. "Wir sind mit den weichen Reifen nicht zurechtgekommen." Erst mit dem Wechsel auf die harten Pirellis ging es voran.

"Die hatten wir zuerst aber auch nicht im richtigen Arbeitsfenster. Erst als die Temperatur stimmte, ging es ab", so Lopez. Doch warum wechselte man dann beim ersten Stopp zunächst noch einmal auf die weichen Gummis? "Wir hatten nach dem Training gedacht, dass die bei uns gut funktionieren und schneller sind." Hätte man vorher gewusst, dass diese These falsch war, hätte es wohl den ersten Lotus-Sieg geben. Trotz des Taktikfehlers landete Räikkönen im Ziel mit nur 3,8 Sekunden Rückstand auf Maldonado.

Warum brauchte Red Bull zwei neue Nasen?

Bei Red Bull wechselte man bei den Stopps nicht nur Reifen. Sowohl bei Mark Webber als auch bei Sebastian Vettel wurden neue Nasen montiert. Doch was war der Grund dafür. "Keine Ahnung", zuckte Sebastian Vettel zunächst mit den Schultern. "Ich hatte plötzlich Untersteuern. Es hat sich angefühlt, als wäre etwas kaputt. Oder es steckte Gummi zwischen den Flügeln." Erst die Nachfrage bei Teamchef Christian Horner gab Aufklärung: "Sebastian hatte sich ein Trümmerteil von Michael Schumacher eingefangen." Warum der Flügel allerdings erst 30 Runden später beim letzten Stopp gewechselt wurde, bleibt mysteriös.

Bei Mark Webber konnte man auch zwei Stunden nach dem Rennen noch nicht sagen, warum der Nasenwechsel nötig war. "Wir müssen das noch untersuchen", vertröstete Horner die fragenden Journalisten. Auch Webber selbst konnte keine Aufklärung leisten. "Was auch immer der Grund war. Ich bin wegen des Problems mit der Nase komplett aus dem Tritt gekommen", erinnert sich der Australier. Acht Plätze verlor Webber durch den Stopp. Gegen Abend verdichtete sich die Theorie, dass es sich bei dem Flügeldefekt um einen Fehler beim Zusammenbau handelte.

Wer war Schuld am Schumi-Crash?

Wieder einmal beschäftigte ein Crash von Michael Schumacher die Experten und die Rennleitung. Der Rekordchampion war in Runde zwölf mit Bruno Senna kollidiert. Auf den ersten Blick sah es so aus, als wäre Schumi seinem Kontrahenten einfach hinten draufgekracht. "Wenn man genau hinschaut, dann erkennt man, dass er in der Bremszone die Spur wechselt. Er ist nach links in mich reingezogen", schimpfte Schumi zur Überraschung vieler.

Mit dieser Meinung war der Rekordmann aber ziemlich alleine im Fahrerlager. Auch die FIA-Stewards gaben Schumi die Schuld und verdonnerten ihn zu einer Rückversetzung um fünf Startplätze beim nächsten Rennen in Monaco. Trotz der Anfeindungen versuchte Senna seinen Gegner sogar noch in Schutz zu nehmen. Schumacher habe mit den neuen Reifen deutlich später bremsen können und sei vielleicht von der frühen Verzögerung überrascht gewesen, so die Theorie Sennas.

Waren die beiden Durchfahrtsstrafen berechtigt?

Felipe Massa und Sebastian Vettel mussten in Spanien eine Extrarunde durch die Boxengasse einlegen. Beide konnten die Durchfahrtsstrafe anschließend nicht nachvollziehen. "Ich habe die gelben Flaggen gesehen", verteidigte sich Vettel. Die TV-Bilder zeigten allerdings, dass er mit geöffnetem DRS-Flügel an der Schumacher-Unfallstelle vorbeiraste. Der Top-Speed zeigte, dass Vettel nicht - oder nicht genug - vom Gas ging.

"Ich hatte fünf Runden vorher das letzte Mal DRS einsetzen dürfen nun war ich mit weniger Benzin natürlich schneller", entschuldigte sich der Champion. Auch Massa behauptete, trotz geöffnetem DRS-Flügel auf die Sicherheit geachtet zu haben. "Ich war mitten in einem Pulk und habe sicher nicht daran gedacht, jemanden zu überholen. Man sollte da mehr auf die Details achten."

In unserer Fotogalerie haben wir die spektakulären Bilder vom Rennsonntag.

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