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Neuer Reifen für Barcelona

Kritik an den harten Pirelli-Gummis

Pirelli-Reifen Foto: xpb 78 Bilder

Die ersten beiden Trainingssitzungen zum GP Spanien brachten die große Ernüchterung. Pirellis neuer harter Reifen macht den Teams große Sorgen. Der Reifen ist für die Temperaturen zu hart. Die Fahrer rutschen nur durch die Gegend.

20.05.2011 Michael Schmidt

Force India-Testpilot Nico Hülkenberg brachte es auf den Punkt: "Du rutschst nur durch die Gegend. Die Reifen haben null Grip. Sie heizen sich nur langsam auf. Das ist wie Fahren auf Eis." Gemeint ist der neue harte Reifen, den Pirelli erstmals einsetzt. Barcelona ist im Kalender eine der härtesten Strecken für den Reifen. Verschleiß und Gripabbau sind wegen der vielen lang gezogenen Kurven stark erhöht. Das haben schon die Wintertestfahrten gezeigt.

Um auf der sicheren Seite zu bleiben, hat Pirelli die harte Gummimischung etwas härter gemacht. "Wir rechnen damit, dass der harte Reifen fünf Runden länger hält als der weiche. Dafür dauert der Aufwärmprozess länger. Der Zeitunterschied sollte etwa der gleiche sein wie zwischen der weichen und der alten harten Mischung."

Temperaturen zu hoch für harte Mischung

Den Fahrern präsentierte sich am ersten Trainingstag ein ganz anderes Bild. Der Reifen brauchte zwei Runden bis er ins Arbeitsfenster kam. Nach drei Runden stürzte er schon wieder ab. Die Rundenzeiten lagen fünf Sekunden über der Pole Position vom letzten Jahr. "Für diesen Reifen ist es zu warm. Der funktioniert nur bis 20 Grad Asphalttemperatur", erzählt Hülkenberg. Das Thermometer zeigte aber bis zu 38 Grad auf dem Streckenbelag an.

Pirelli-Reifenchef Paul Hembery wundert sich über die Klagen der Teams: "Die Teams kennen diesen Reifen. Sie haben ihn in Malaysia und in der Türkei jeweils am Freitag getestet. Statt sich richtig mit der Reifencharakteristik über eine längere Laufzeit zu befassen, haben die meisten Teams diesen Extrasatz nur dazu verwendet ein paar Runden mehr zu drehen." Vor zwei Wochen hat Pirelli-Testpilot Lucas di Grassi den Reifentyp noch einmal in Barcelona probiert, und es gab keinerlei Beanstandungen.

Strategie-Wechsel im Rennen und Qualifying

Wegen des zaghaften Aufwärmprozesses werden die Teams in der Qualifikation ihre Taktik umstellen müssen. "Keiner wird es sich leisten können, einen Satz weiche Reifen zu sparen", prophezeit Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali. "Du musst schon in Q1 einen weichen Satz Reifen opfern, um auf der sicheren Seite zu sein."

Ross Brawn sieht auch im Rennen Handlungsbedarf: "Die Kunst wird es sein, den harten Reifen so schnell wie möglich loszuwerden. Es fragt sich nur, welcher Turn dafür am besten geeignet ist."

Sorgen macht den Strategen eine  mögliche Safety Car-Phase. "Der Reifen kühlt schon in einer langsamen Runde so stark aus, dass er danach kaum noch auf Temperatur kommt", berichtet Brawn. Man stelle sich vor, die Autos müssten mehrere Runden auf harten Reifen hinter dem Safety-Car herzuckeln. Da ist es besser, einen Boxenstopp einzulegen, um auf weiche Sohlen zu wechseln."

Weicher Reifen ist 2,4 Sekunden schneller

Fernando Alonso verkniff sich einen Kommentar. "Über diesen Reifen möchte ich lieber nichts sagen", grinste der Lokalmatador verkniffen. Auch Alonso erwartet, dass mit der harten Mischung keiner im Qualifying antreten wird. "Ich hoffe, dass es jemand im Q1 probiert. Aber ich sehe ein sehr hohes Risiko." Nach einer ersten Analyse von Sauber ist die weiche Mischung 2,4 Sekunden schneller auf einer Runde.

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