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GP Türkei

Massa fährt von Pole zum Sieg

Foto: dpa 44 Bilder

Pole-Mann Massa gewann am Sonntag (11.5.) auf dem 5,338 Kilometer langen Istanbul Speed Park vor Vizeweltmeister Lewis Hamilton aus England im McLaren-Mercedes und feierte damit seinen dritten Sieg in der Türkei in Serie. Dritter wurde Titelverteidiger und WM-Spitzenreiter Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari.

11.05.2008

Mit seinem Sieg-Hattrick hat sich der Brasilianer Felipe Massa zum Herrscher am Bosporus aufgeschwungen. „Es war ein sehr schwieriges Rennen, aber zum dritten Mal hier zu gewinnen, ist fantastisch“, meinte Massa und scherzte, er könne nun wohl einen türkischen Pass beantragen.

Ferrari-Kollege Räikkönen verteidigte nach fünf von 18 Rennen mit sieben Zählern Vorsprung (35) auf die punktgleichen Massa und Hamilton (jeweils 28) die Führung im Klassement. „Nach dem schwierigen Wochenende bin ich zufrieden mit dem dritten Platz“, sagte der Champion, der zuvor Getriebeprobleme und ein schlechtes Qualifying gehabt hatte.

Geburtstagsgeschenk für Heidfeld

Bester der erstmals in dieser Saison alle ins Ziel gekommenen deutschen Piloten war in der Türkei Nick Heidfeld aus Mönchengladbach im BMW-Sauber. Einen Tag nach seinem 31. Geburtstag wurde er Fünfter hinter seinem Rennstall-Rivalen Robert Kubica aus Polen. „Diesmal war eine Lücke da, trotzdem bin ich zufrieden“, meinte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen zum Kräfteverhältnis zwischen Konstrukteurs-Spitzenreiter Ferrari (63), dem eigenen BMW-Sauber-Team (44) und Verfolger McLaren-Mercedes (42).

Einen Punkt ergatterte im Rennen Nico Rosberg aus Wiesbaden im Williams-Toyota. Timo Glock aus Wersau wurde im Toyota 13., Adrian Sutil aus Gräfelfing im Force India 16. und Sebastian Vettel aus Heppenheim im Toro Rosso 17. – die beiden konnten damit zum ersten Mal in dieser Saison ein Rennen beenden.

Massa erwischte einen Top-Start, nicht so sein Teamkollege Räikkönen. In der ersten Kurve wollte sich der Finne innen an seinem Landsmann Heikki Kovalainen zwei Wochen nach dessen schwerem Unfall in Barcelona vorbeischieben, ging dann aber vom Gas. Vor einer Berührung durch den Silberpfeil schützte ihn das aber nicht, Kovalainens Reifen wurde beschädigt. „Geholfen hat das keinem von beiden“, meinte Räikkönen. Trotz kaputten Frontflügels fuhr der Finne aber die schnellste Rennrunde.

Kollision in der ersten Kurve

Das Safety-Car musste aber aus einem anderen Grund gleich nach dem Start auf die Strecke. Force-India-Fahrer Giancarlo Fisichella aus Italien war nach dem Erlöschen der Roten Ampeln übermütig ins Heck des Williams-Toyota von Kazuki Nakajima aus Japan gekracht. Diesmal unbeschadet überstanden Vettel und Sutil – vor zwei Wochen nach einer Kollision in der ersten Runde auch verbal aneinandergeraten – die Anfangsphase.

Vorne zog Massa seine Runden – mit Hamilton im Schlepptau. Der 23-Jährige, der nach seinem Auftaktsieg in Australien zuletzt schon mit Rang drei wieder steigende Tendenz gezeigt hatte, setzte Massa unter Druck, ging aber auch nach Alonso bereits als Zweiter in der 17. Runde zum Auftanken an die Box; Massa folgte zusammen mit Kubica drei Runden später. Kovalainen mühte sich nach seinem frühen Stopp redlich, zwei Wochen nach seinem schweren Unfall in Barcelona musste er sich aber vom zwischenzeitlich letzten Rang nach vorn arbeiten und kam auf den 12. Platz.

An der Spitze schien die Vorentscheidung in der 24. Runde gefallen zu sein: Hamilton saugte sich im Windschatten immer näher an Massas Ferrari heran, setzte sich neben den Brasilianer und zog in einer Linkskurve spektakulär innen vorbei. „Lewis hat viel Druck gemacht das ganze Rennen. Als mir das Team sagte, dass Lewis auf einer Dreistopp-Strategie unterwegs war, wusste ich, dass ich eine Chance habe zu gewinnen“, sagte Massa.

Pokerspiel um die beste Strategie

Nur acht Runden nach dem sehenswerten Überholmanöver musste Hamilton erneut an die Box und ging hinter Massa und dem mittlerweile auf Platz zwei liegenden Räikkönen wieder auf die Strecke. „Ein großartiges Rennen und eine Klasseleistung von Lewis. Ein echt spannendes Rennen von Anfang bis Ende“, kommentierte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug die Leistung seines britischen Piloten. Wissend, dass die Entscheidung für eine Dreistopp-Strategie nicht nur wegen der Konkurrenz, sondern der Reifen gefällt wurde, da diese bereits im Training Schwächen zeigten.

Im Nervenspiel um die beste Strategie – Ferrari holte seine Fahrer nur zweimal an die Box – fiel letztlich die Entscheidung im letzten Renndrittel: Massa kam 18 Runden vor Schluss zum zweiten Stopp, mit ihm Kubica, Räikkönen folgte drei Runden später, danach Hamilton. Und der Vizechampion reihte sich vor Titelverteidiger Räikkönen ein. Aber hinter Massa, der nach 58 Runden und der Gesamtdistanz von 309,396 Kilometern in 1:26:49,451 Stunden mit 3,7 Sekunden Vorsprung auf Hamilton siegte. Sein Landsmann und Rekord-Teilnehmer Rubens Barrichello belegte bei seinem 257. Grand Prix den 14. Platz.

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