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Vorschau GP Türkei 2011

Steht sich Red Bull wieder selbst im Weg?

Vettel - Webber Crash Istanbul Foto: dpa 29 Bilder

Die ersten drei Formel 1-Rennen in Übersee haben Appetit auf mehr gemacht. Auch zum Auftakt der Europa-Saison in Istanbul ist Action garantiert. Die anspruchsvolle Strecke und die neuen Pirelli-Reifen bilden die ideale Kombination für ein spannendes Spektakel.

04.05.2011 Tobias Grüner

137 Überholmanöver haben wir in den ersten drei Rennen gesehen. Jeder Grand Prix bot Spannung bis in die letzten Runden. Überraschungen, Dramatik und Action - Rennsport und Unterhaltung vom Feinsten. Das war allerdings nur ein Vorgeschmack auf das, was die Formel 1-Fans zum Auftakt der Europasaison in Istanbul erwarten können.

Die dreiwöchige Pause seit dem Rennen in Shanghai haben alle Teams intensiv genutzt, um ihre Autos zu verbessern. Die Ingenieure haben sich aber nicht nur auf die technischen Updates konzentriert, sondern auch noch einmal die Daten der ersten Rennen studiert. Besonderes Augenmerk lag dabei auf die Reifen. Noch immer werfen vor allem die neuen Pirelli-Reifen viele Fragezeichen auf.

Die Strecke - Istanbul Park:

Mit dem 5.338 Kilometer langen Istanbul Park geht es für die Formel 1-Boliden zum ersten Mal in dieser Saison auf eine Medium-Downforce-Strecke. Die Bremsen werden hier weniger beansprucht, dafür müssen die Piloten besonders sorgsam mit ihren Reifen umgehen. Alleine die Belastungen in der berühmten Kurve acht, der mit 640 Metern längsten Kurve der Saison, beanspruchen die Gummis - vor allem den Reifen vorne rechts - extrem.

Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 270 km/h an den drei Scheitelpunkten ist die Monster-Kehre einer der Schlüsselpunkte der Strecke. Bei einer Querbeschleunigung von bis zu 5g müssen die Piloten präzise die Linie halten und dürfen sich keinen Fehler erlauben. Eine weitere wichtige Stelle ist die lange Gerade zwischen den Kurven neun und zwölf. Im Rennen dürfen die Piloten den Heckflügel schon vor dem Vollgas-Rechtsknick flachstellen, um in der Bremszone leichter überholen zu können.

Das Setup:

Erstmals müssen die Ingenieure in dieser Saison die Flügel an den Autos spürbar flacher stellen. In den vielen schnellen Passagen und dem langen Vollgasstück wird ein guter Top-Speed mit Zeitgewinn auf der Uhr belohnt. Wer zu viel Abtrieb opfert, verliert allerdings in den mittelschnellen Kurven und wird zudem mit einem höheren Reifenverschleiß bestraft. Hier gilt es im Freien Training einen guten Kompromiss zu finden.

Die Außentemperaturen sollten nicht zu extrem sein. Einige Prognosen sprechen sogar von Regen am Wochenende. Die Bremskühlung ist somit kein Problem. Die Bodenwellen in den Kurven acht und elf sorgen da schon für mehr Kopfzerbrechen, vor allem mit vollen Tanks. Hier müssen die Ingenieure auf genügend Bodenfreiheit achten, obwohl die flachen Kerbs eigentlich dazu einladen, das Chassis abzusenken.

Die Favoriten für den GP Türkei:

Bei drei Pole Positions und zwei Siegen in dieser Saison sind Wetten gegen Red Bull eigentlich nicht erlaubt. Die kühlen Temperaturen, die am Wochenende in Istanbul erwartet werden, spielen Red Bull zusätzlich in die Karten. Ist das Quecksilber im Keller, haben die blauen Autos die wenigsten Probleme mit dem Aufwärmen der Gummis.

Allerdings hat die Vorsaison gezeigt, dass Sebastian Vettel und Mark Webber Probleme bekommen können, sobald die Flügel flacher gestellt werden. Erster Kandidat für den Angriff ist wieder McLaren. Schon beim Rennen in Shanghai waren Hamilton & Co. zur Stelle, als sich Red Bull einen Strategie-Fehler erlaubt hatte. Auf einen Crash zwischen Vettel und Webber wie im Vorjahr sollte McLaren allerdings nicht unbedingt setzen.

Prognosen über die weitere Reihenfolge hinter den beiden Top-Teams verbieten sich eigentlich. Die ersten Rennen haben gezeigt, dass durch eine gute Strategie im Rennen oder Fehler in der Qualifikation große Ausschläge nach oben wie nach unten möglich sind. Hinzu kommen noch die vielen größeren Updates, die die Reihenfolge ebenfalls verändern werden.

Mit drei Siegen von Felipe Massa in den sechs Rennen von Istanbul hat Ferrari allerdings einen echten "Türkei-Experten" in seinen Reihen. Mercedes zeigte zuletzt jedoch eine stärker ansteigende Formkurve als die Konkurrenz aus Maranello. Dahinter gibt es mit Renault, Sauber, Toro Rosso und Force India wieder ein breites Mittelfeld, das um die restlichen Punkte kämpft.

Technikupdates:

Fast jedes Team bringt ein überholtes Auto nach Istanbul. Ferrari zeigt einen neuen Front- und einen neuen Heckflügel. Dazu kommen modifizierte Bremsbelüftungen. Bei Mercedes kündigte Teamchef Ross Brawn vor allem Verbesserungen auf der mechanischen Seite an. Red Bull hat in den vergangenen Wochen vor allem an der Kühlung des KERS-Systems gearbeitet. McLaren kündigte ebenfalls an, Modifikationen im Freitagstraining zu testen.

Ein großes Paket hat Virgin angekündigt, um den Abstand zu Lotus zu verringern. Sollte die Veränderungen am Auto von Timo Glock erneut floppen, wird es eng für Aerodynamik-Chef Nick Wirth. Bei Williams hat Technikchef Sam Michael schon den Hut genommen. Vor dem Rücktritt zum Saisonende will der Australier das Auto aber noch konkurrenzfähig machen. Wie bei Ferrari kommen in Istanbul neue Flügel und Bremsbelüftungen an den FW33.

Expertenmeinung: James Key (Technikchef Sauber)

"Istanbul Park ist eine gute Strecke und beliebt bei Teams und Piloten. Sie ist technisch und fahrerisch ziemlich anspruchsvoll. Bezüglich der Reifen wird das Wochenende eine weitere interessante Erfahrung werden, weil die berühmte Kurve acht zu jenen gehört, welche die höchsten Belastungen für die Pneus darstellen. Es gab zwar auch bei den zurückliegenden beiden Rennen Hochgeschwindigkeitskurven, aber diese Kurve acht ist nochmals eine härtere Anforderung.

Es wird entscheidend sein, wie sich die Reifen in Bezug auf Abrieb und Haftung verhalten. Das könnte zu alternativen Strategien im Rennen führen, doch das werden wir erst wissen, wenn wir dort trainiert haben. Es gibt auch einige mittelschnelle Kurve, und die lange Gegengerade bietet Möglichkeiten zum Überholen. Am Ende der Runde gibt es drei enge Kurven, in denen es auf die Bremsstabilität, die Linie durch die Kurven sowie die Traktion beim Herausbeschleunigen ankommt. Insgesamt bietet die Strecke eine gute Mischung unterschiedlicher Kurven.

So lief das Rennen im Vorjahr - GP Türkei 2010:

Wenn Red Bull sich streitet, freut sich der Hamilton - unter diesem Motto lief der GP Türkei 2010. Nachdem Mark Webber und Sebastian Vettel in der Bremszone vor Kurve zwölf kollidiert waren, hatte Lewis Hamilton freie Bahn. Er musste nur einen kleinen Angriff von Teamkollege Jenson Button abwehren, der Zweiter wurde. Während Webber mit Rang drei noch Schadensbegrenzung betreiben konnte, musste Vettel nach dem Crash von der Box aus zuschauen. Mit den Plätzen vier und fünf lieferte auch Mercedes ein gutes Resultat ab.

Die Highlights aus dem Vorjahr haben wir noch einmal in unserer Fotogalerie zusammengestellt.

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