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GP Ungarn 2012 (Analyse)

Kimi furios, Schumi kurios

Grosjean & Räikkönen GP Ungarn 2012 Foto: xpb 60 Bilder

Michael Schumacher und Kimi Räikkönen waren beim Grand Prix von Ungarn für die Action zuständig. In unserer Rennanalyse haben wir die Hintergründe zur furiosen Aufholjagd des Icemans und zur Schumi-Verwirrung am Start.

29.07.2012 Tobias Grüner

Warum wurde der Start abgebrochen?

Am Start zum Grand Prix von Ungarn gab es jede Menge Konfusion. Zunächst dachte man, dass Michael Schumacher der Motor abgestorben war. Später stellte sich heraus, dass der Rekordchampion auf dem falschen Startplatz geparkt hatte - auf der 19 statt auf der 17. Nur die Fahrer dahinter und Rennleiter Charlie Whiting bemerkten den Fehler. "Ich wusste gar nicht, dass ich falsch stand", gab Schumacher nach dem Rennen zu.

Warum hat Schumi den Motor abgestellt?

Die falsche Startposition blieb nicht der einzige Fehler von Schumacher. Als die gelben Lichter an der Ampel anzeigten, dass die Piloten in eine zweite Aufwärmrunde starten sollen, stellte der Mercedes-Pilot einfach seinen Motor ab. "Ich dachte, es wird unterbrochen und komplett neu gestartet", begründete Schumi. Diese Regel wurde aber schon 2005 geändert.

Warum war die Durchfahrtsstrafe unberechtigt?

Als Schumacher in die Boxengasse geschoben wurde, fing sich der Mercedes auf der Regenrinne auch noch einen Plattfuß ein. Damit war Schumis Leiden aber noch nicht beendet: Nachdem der Motor am Anfang der Boxengasse neu angelassen wurde, raste Schumi zu seinem Startplatz am Ende der Boxengasse - leider etwas zu schnell. 111,4 km/h statt der erlaubten 100 km/h. Von den Stewards gab es dafür eine Durchfahrtsstrafe. Laut Regelbuch die falsche Entscheidung. Solange das Rennen noch nicht offiziell gestartet ist, sind nur Geldstrafen angesagt. 200 Euro für jeden Km/h zu schnell.

Warum wählte Red Bull eine Dreistopp-Strategie?

Red Bull wählte bei beiden Fahrern eine Dreistopp-Strategie, was bei der Konkurrenz auf Unverständnis stieß. "Damit haben sie uns heute geholfen", freute sich Fernando Alonso. Der Spanier konnte sechs Punkte auf seinen ersten WM-Verfolger Mark Webber gutmachen, weil der einen zusätzlichen Stopp einlegte. "Ich hätte mit dem zweiten Satz länger fahren können. Der Stopp war unnötig", klagte selbst Webber anschließend.

Doch Teamchef Christian Horner verteidigte die Strategie. "Wir wollten ihn mit einem frühen zweiten Stopp freie Fahrt verschaffen." Zuvor war Webber von Alonso aufgehalten worden. Der Trick ging aber nicht auf. "Leider haben wir ab Runde 45 ein Problem mit dem Differential bekommen. Das kurveninnere Hinterrad hat dadurch mehr durchgedreht und stärker abgebaut. Deshalb mussten wir früher zum dritten Stopp. Und dadurch sind wir auch hinter Senna zurückgefallen."

Auch bei Sebastian Vettel wählte man eine Dreistoppstrategie. "Direkt hinter Jenson Button hat sich Sebastian die Reifen schnell kaputtgefahren", erklärte der Teamchef. "Nach dem relativ frühen zweiten Stopp, kam er endlich vorbei. Wir wussten, dass wir nach hinten genügend Luft für einen dritten Stopp lag und haben deshalb die Spitze angegriffen. Doch die Zeiten von Kimi (Räikkönen) konnten wir nicht mitgehen." Der zusätzliche Stopp in Runde 58 hatte am Ende keinen negativen Einfluss. Vettel kam knapp vor Alonso wieder auf die Bahn.

Warum ging Button drei Mal an die Box?

Auch Jenson Button musste seine Mechaniker drei Mal ansteuern. Über Funk diskutierte der Pilot mehrfach die Strategie mit seinen Ingenieuren. "Sie haben mich mit den Stopps ständig in den Verkehr geschickt", klagte der McLaren-Pilot, der von Rang drei direkt nach dem Start bis auf Position sechs zurückfiel. Sportdirektor Sam Michael begründete die Taktik: "Beim ersten Reifensatz war der Verschleiß so hoch, dass wir auf drei Stopps umgestellt haben."

Warum war Kimi Räikkönen so schnell?

Heiße Piste, langsame Kurven - das ist das optimale Terrain für Lotus. Am Sonntag herrschten in Budapest perfekte Bedingungen für die schwarz-goldenen Autos. Doch ganz ausspielen konnten sie ihre Stärke nicht. Romain Grosjean hing immer hinter Hamilton fest und machte sich dadurch die Reifen kaputt. Wie schnell Lotus war, sah man erst, als Kimi Räikkönen freie Fahrt hatte.

Aber nicht nur die unterschiedlichen Strategien führten die beiden Lotus in Runde 45 ganz nah zusammen. Auch Michael Schumacher spielte eine Rolle. Der Rekordweltmeister hielt Grosjean zwei Runden lang auf. "Da wurden Flaggen geschwenkt, aber ich kam nicht vorbei. Das hat mich sicher 1,5 Sekunden gekostet", schimpfte der Franzose später. Der Versuch, seinen zweiten Platz gegen den Teamkollegen zu retten, endete anschließend beinahe in einer Kollision in Kurve eins.

Warum bekam Maldonado eine Durchfahrtsstrafe?

Pastor Maldonado ist der böse Bube der Formel 1. Schon sechs Mal gab es in dieser Saison von der Rennleitung Strafen gegen den Venezolaner. In Silverstone kam der Williams-Pilot nach seiner Kollision mit Perez noch mit einem blauen Auge und einer Verwarnung davon. In Ungarn kannten die Stewards keine Gnade. Für einen vergleichsweise kleinen Rempler gegen Di Resta musste Maldonado eine Extrarunde durch die Boxengasse einlegen. "Ich war im Zweikampf am Limit als die Bremsen blockierten und ich ins Rutschen kam. Aber ich war innen in der Kurve und der Kontakt war nur sehr leicht", drückte Maldonado sein Unverständnis über die Entscheidung der Komissare aus.

In unserer Fotogalerie haben wir noch einmal die Bilder zum Rennen.

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