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GP Ungarn

Ferrari vorzeitig Weltmeister

Foto: dpa 22 Bilder

Das Dutzend ist voll: Formel-1-Seriensieger Michael Schumacher hat mit seinem 12. Sieg im 13. Saison-Rennen beim Großen Preis von Ungarn seine bisherige Bestmarke aus dem Traumjahr 2002 übertroffen und Ferrari zugleich zum sechsten Marken-Titel in Serie verholfen.

15.08.2004

Den Triumph der Scuderia vervollständigte am Sonntag (15.8.) auf der Strecke in Budapest Teamkollege Rubens Barrichello mit seinem zweiten Platz und dem sechsten Ferrari-Doppelerfolg in dieser Saison. Schumacher demütigte mit dem überlegen herausgefahrenen 82. Grand-Prix-Erfolg seiner Karriere die Konkurrenz. Dem 35-Jährigen gelang damit eine brillante Wiedergutmachung für die herbe Vorjahresschlappe, als er überrundet nur Achter geworden war.

Mit der Zieldurchfahrt begann eine Siegesorgie in Rot. "Es gehen mir so langsam die Worte aus", sagte Schumi, "es ist eine großartige Art und Weise, wie wir die Konstrukteurs-WM in diesem Jahr wieder geholt haben. Es hat einfach nur Spaß gemacht, und wir wollen das genießen, so lange es geht." Teamchef Ross Brawn meinte zum Erfolgsgeheimnis: "Alle sitzen bei uns im selben Boot und das fährt in die richtige Richtung."

Seinen siebten WM-Titel kann der Rekordweltmeister schon beim nächsten Rennen in zwei Wochen auf seiner Lieblingsstrecke in Spa einfahren. In Belgien muss er lediglich zwei Punkte mehr holen als der Brasilianer Barrichello.

Mit einem erneuten Sieg nach 13 von18 WM-Läufen führt Schumacher die Fahrerwertung mit 120 Punkten vo Barrichello (82) an. Der britische BAR-Honda-Pilot Jenson Button (65) ist dagegen nach seinem fünften Platz von Ungarn aus dem Titelrennen ausgeschieden.

Ferrari in der Konstrukteurswertung uneinholbar

Im Konstrukteurs-Klassement kann Ferrari (202) nicht mehr von Verfolger Renault (91) abgefangen werden und feierte in Ungarn seinen 14. Marken-Titel.

Schumacher gewann den ersten Grand Prix nach der dreiwöchigen Sommerpause nach insgesamt 70 ereignislosen Runden (306,663 Kilometer) in beeindruckender Manier in 1:35:26,131 Stunden. Bei seinem vierten Erfolg in Ungarn nach 1994, 1998 und 2001 hatte er im Ziel einen Vorsprung von 4,696 Sekunden. Der Kerpener ließ es zum Ende des Rennens ruhiger angehen, so dass sein brasilianischer Teamkollege noch etwas näher herankam.

Aufregung gab es bei Ferrari nur in den ersten Runden in der Box wegen Problemen mit der Tankanlage für Barrichellos Auto. Wie überlegen die Scuderia auf ihrem einstigen Problemkurs war, zeigt der Rückstand des Spaniers Fernando Alonso, der im vergangenen Jahr als Sieger auf dem Hungaroring Schumacher noch überrundet hatte. Im Renault wurde er mit 44,599 Sekunden Rückstand Dritter.

BMW zufrieden - Enttäuschung bei Mercedes

Williams- BMW erlebte ein zufrieden stellendes Debüt des modifizierten FW 26 mit der neuen, schlankeren Nase: Der Kolumbianer Juan Pablo Montoya verpasste als Vierter den Sprung auf das Podest, Ralf Schumachers Ersatz Antonio Pizzonia kam auf Platz sieben. "Unser neues aerodynamisches Paket hat gepasst", sagte BMW-Motorsport-Direktor Mario Theissen, "das ist erfreulich."

McLaren-Mercedes musste indes einen erneuten Rückschlag verkraften. Kimi Räikkönen schied zum zweiten Mal hintereinander aus. Diesmal wurde der finnische Vizeweltmeister durch elektronische Probleme gestoppt. Auf dem Hockenheimring war ihm vor drei Wochen der Heckflügel weggeflogen. Sein Teamkollege David Coulthard blieb mit Rang neun ebenfalls ohne Punkte. Kommentar von Mercedes-Motorsport-Direktor Norbert Haug: "Ein sehr schlechtes Wochenende mit falscher Reifenwahl und Elektrikschaden an der Einspritzung von Kimis Auto."

Jordan-Pilot Nick Heidfeld aus Mönchengladbach, der noch immer nach einem Cockpit für die nächste Saison sucht, zeigte als Zwölfter eine gute Leistung. Der sechsmalige Champion Schumacher erwischte einen glänzenden Start und nutzte seine 62. Pole Position, um das Rennen von vorn zu kontrollieren. Auch Barrichello behauptete seinen zweiten Platz gegen den von Startplatz fünf aus angreifenden Alonso. Danach hatte er nur noch wenig Probleme, die Verfolger auf Distanz zu halten. Mühelos fuhr Schumacher die Konkurrenz in Grund und Boden. Schon zur Halbzeit nach 35 Runden hatte er auf den drittplatzierten Alonso als ersten Nicht-Ferrari-Piloten 41,3 Sekunden Vorsprung und unterstrich, welche Fortschritte Ferrari auf seiner ehemaligen Problemstrecke gemacht hat.

Auch dank der Arbeit von Bridgestone, die einen Reifen speziell für den Hungaroring entwickelt hatten, baute Schumacher seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Noch vor einem Jahr hatte der Deutsche bei dem Rennen auf der Berg-und-Tal-Strecke pro Runde eine Sekunde auf Sieger Alonso eine Sekunde pro Runde verloren, in diesem Jahr machte er pro Durchgang eine Sekunde auf die unterlegene Konkurrenz gut.

Der Sieg in Ungarn war für Ferrari der 178. Grand-Prix-Erfolg und der 22. Doppelschlag des Super-Duos Schumacher/Barrichello.

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