Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Horror-Crash in Ungarn

Felipe Massa nach OP auf Intensiv-Station

Felipe Massa Foto: dpa 31 Bilder

Update ++ OP erfolgreich ++ Nach seinem Horror-Crash im Qualifying von Budapest ist Felipe Massa erfolgreich operiert worden. Zur Überwachung wurde er auf die Intensiv-Station verlegt. Dem Brasilianer war eine Metallfeder bei ca. 240 km/h gegen den Helm geflogen.

25.07.2009 Michael Schmidt

Die Formel 1-Gemeinde ist geschockt. Der Schreck über den Unfall von Felipe Massa sitzt noch allen im Kopf. Die ersten Meldungen über den Gesundheitszustand von Felipe Massa klangen ermutigend. Doch drei Stunden nach dem Unfall verteilte Ferrari eine Pressemitteilung, die sich nicht mehr so positiv anhört.

Renneinsatz nicht möglich

Der 28-jährige Brasilianer musst am Kopf operiert werden. Ihm war bei rund 240 km/h eine Feder des dritten Dämpferelements des Brawn GP von Rubens Barrichello gegen den Helm geprallt. Fotos vom Unfallort zeigen, wie eng Glück und Pech nebeneinander liegen. Die rund 500 Gramm schwere Feder traf den Helm links oberhalb des Visierausschnitts und drückte dabei die Helmstruktur auf der Fläche eines Handtellers komplett ein. Zwei Zentimeter weiter rechts und einen Zentimeter tiefer, und Massa wäre von dem Geschoss tödlich getroffen worden.

Die Folgen sind auch so schlimm genug. Eine Computertomografie im AEK Krankenhaus von Budapest ergab neben einer schweren Gehirnerschütterung eine tiefe Schnittwunde in der Stirn und einen Beschädigung des Knochens über dem Auge. Das erforderte eine Operation, die laut Ferrari erfolgreich verlaufen ist. Der Vizeweltmeister wurde anschließend zur Überwachung auf die Intensiv-Station des AEK Hospitals in Budapest verlegt. Ein Einsatz im Rennen ist ausgeschlossen. Wie lange der Brasilianer pausieren muss, ist noch unklar.

Barrichello verliert Feder

Wie der Unfall passieren konnte, ist auch noch nicht vollständig geklärt. Offensichtlich löste sich am Brawn GP von Barrichello ein Federring, der dann vom Frontflügel des Ferrari aufgelesen wurde und von dort gegen den Helm des Fahrers prallte. Massa kam bei rund 280 km/h nach links von der Strecke ab, durchquerte ein Grasstück und schoss dann in gerader Linie auf den Reifenstapel zu.

Da der Vizeweltmeister noch bremste, war er zu diesem Zeitpunkt nicht bewusstlos. Experten schätzen die Einschlaggeschwindigkeit bei dem Frontalaufprall auf rund 150 km/h. Bei der Bergung war Massa bewusstlos. Später spielten sich in der Notaufnahme der Rennstrecke dramatische Szenen ab. Massa blutete offenbar stark an der Kopfwunde und musste von den Ärzten sediert werden. Das linke Auge war wegen der Schwellung völlig geschlossen.

Risiko fährt immer mit

Der Unfall erinnert stark an die Tragödie um Henry Surtees beim Formel 2-Rennen vergangenen Sonntag in Brands Hatch. Der 18-jährige Sohn des Ex-Formel 1-Champions John Surtees war von einem Rad am Kopf getroffen worden und dabei tödlich verletzt worden.

"Das ist das letzte große Risiko in unserem Sport", sagen Timo Glock und Nico Rosberg im Gleichklang. "Der Helm ist wahrscheinlich das letzte schwache Glied in der Sicherheitskette, aber ich sehe im Moment nicht zu viele Möglichkeiten, was wir da tun können", meinte Glock.

Red Bull-Berater Helmut Marko fühlte sich an seinen eigenen Unfall 1972 beim GP Frankreich in Clermont-Ferrand erinnert. Der Österreicher verlor ein Auge, nachdem ihm ein Stein ins Visier geschleudert worden war. "Ronnie Peterson lag vor mir. Er kam in einer Kurve zu weit raus, wirbelte Staub auf und aus dieser Wolke kam plötzlich etwas Schwarzes auf mich zugeflogen. Bis ich realisiert hatte, was da passierte, war alles schwarz. Du hast bei dem Tempo keine Chance, auszuweichen."

Umfrage
Muss die Sicherheit in der Formel 1 verbessert werden?
Ergebnis anzeigen
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden