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GP Ungarn

Räikkönen vor Michael und Ralf Schumacher

Foto: dpa 24 Bilder

Der Finne Kimi Räikkönen hat den Großen Preis von Ungarn gewonnen. Der McLaren-Mercedes-Pilot siegte am Sonntag (31.7.) in Budapest vor Michael Schumacher im Ferrari. Ralf Schumacher fuhr als Dritter erstmals im Toyota auf einen Podestplatz.

31.07.2005

Michael Schumachers Traum vom ersten "echten" Saisonsieg hat sich wieder nicht erfüllt. Der Ferrari-Pilot musste am Sonntag beim Großen Preis von Ungarn Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes den Vortritt lassen. Durch den Erfolg des finnischen "Iceman" in der Gluthitze von Budapest und dem zweiten Rang von Michael Schumacher wurde die Solofahrt des Spaniers Fernando Alonso zum Titel in der Formel 1-Weltmeisterschaft vorerst gestoppt.

Der Renault-Pilot hatte großes Pech: Nach einer Kollision schon in der ersten Kurve musste er an die Box fahren und verlor früh seine Siegchancen auf seiner Lieblingstrecke. Zum dritten Mal in dieser Saison nach seinem Aus in Montreal und dem Startverzicht in Indianapolis blieb der 24-Jährige mit Platz elf ohne Punkte und wurde sogar überrundet.

Trotz des vierten Saisonerfolgs von Räikkönen ereilte McLaren-Mercedes wieder einmal eine Panne. In der 41. Runde schied der Kolumbianer Juan Pablo Montoya im zweiten Silberpfeil in Führung liegend wegen eines Antriebsschadens aus und verhinderte einen Doppelerfolg. Durch Montoyas Panne fuhr Ralf Schumacher erstmals im Toyota auf das Podium, der Mönchengladbacher Nick Heidfeld wurde im BMW-Williams Sechster.

Räikkönen gewann das Rennen nach 70 Runden (306,663 Kilometern) auf dem 4,381 Kilometer langen Hungaro-Ring souverän in 1:37:25,552 Stunden. Michael Schumacher, der in diesem Jahr nur bei dem Skandalrennen in Indianapolis gegen lediglich fünf Konkurrenten gewann, lag mit 35,581 Sekunden Sekunden hinter ihm. Vor der Sommerpause, die mit dem Grand Prix in der Türkei am 21. August endet, führt Alonso weiter mit 87 Punkten weiter die WM-Wertung an. Der 24 Jahre alte Asturier weist sechs Rennen vor dem Saisonende 26 Punkte Vorsprung auf Räikkönen (61). Dritter ist Michael Schumacher (55). Der Kerpener stand zum 64. Mal auf der Pole Position und verteidigte seine Führung nach dem Start.

Überschlag von Red-Bull-Pilot Christian Klien

Hinter ihm ging es in der ersten Kurve vor nur spärlich besetzten Rängen turbulent zu: Red-Bull-Pilot Christian Klien überschlug sich nach einer Kollision mit Jacques Villeneuve im Sauber. WM-Spitzenreiter Alonso berührte den Toyota von Ralf Schumacher und verlor wenig später den Frontflügel. Der Spanier musste nach der ersten Runde an die Box, ordnete sich an Ende des Feldes ein und arbeitete sich nur mühevoll nach vorn.

David Coulthard fuhr im zweiten Red Bull über die Trümmerteile von Alonsos Frontflügel und flog wie sein Teamkollege Klien von der Strecke. Auch Rubens Barrichello kam nicht unbeschadet durch die erste Kurve und beschädigte den Frontflügel seines Ferraris bei einer Berührung mit Jarno Trullis Toyota.

Hartnäckig verfolgt von Kimi Räikkönen, der sich beim Start von Platz vier auf zwei vorgeschoben hatte, fuhr Michael Schumacher an der Spitze. Der Finne war auf derselben Drei-Stopp-Strategie wie der Kerpener und bog nach der zwölften Runde erstmals zum Tanken ab. Schumacher kam nach der 15. Runde erstmals an die Box. Montoya ließ sieben Runden später seinen Silberpfeil auftanken. Danach lag Michael Schumacher wieder vor den beiden McLaren-Mercedes.

Nach dem zweiten Boxenstopp bleibt Räikkönen vor Schumi.

Die Schlüsselszene des Rennens waren die zweiten Boxenstopps von Schumacher und Räikkönen: Der Rekordchampion tankte in der 36. Runde und kam als Dritter auf die Strecke zurück. Räikkönen nahm eine Runde später weniger Benzin auf und blieb vor dem Ferrari-Fahrer. Der Finne legte einen Zwischenspurt ein und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Als Montoya in Führung liegend in der 41. Runde ausfiel, war für Räikkönen der Weg frei. Michael Schumacher konnte mit den immer stärker abbauenden Reifen nicht mehr folgen, sein Bruder Ralf rückte am Ende noch einmal nah an ihn heran.

Vor dem Rennen war bekannt geworden, dass Michael Schumacher ab 2006 Felipe Massa als neuen Teamkollegen bekommt. Barrichello verlässt die Scuderia nach sechs Jahren vorzeitig und wechselt zu BAR-Honda. "Es gibt dazu momentan nichts zu sagen. Wir können nicht jedes aufkommende Gerücht kommentieren", vermied Ferrari-Sprecher Luca Colajanni am Sonntag in Budapest ein klares Dementi. "Wir haben zwei Fahrer mit Verträgen bis 2006."

Der Wechsel wirkt sich auch auf Heidfelds Formel-1-Zukunft aus. Für den Mönchengladbacher wächst durch den Doppel-Wechsel die Chance, nach der Übernahme des Sauber-Teams durch BMW für den künftigen BMW-Rennstall zu fahren. Sauber-Mann Massa galt als ein möglicher Konkurrent

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