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GP Ungarn 2014 (Trainingsanalyse)

Rosberg und Hamilton Kopf an Kopf

Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Ungarn - 25. Juli 2014 Foto: xpb 109 Bilder

Der GP Ungarn wird ein Mercedes-Rennen. Die Silberpfeile liegen mindestens eine halbe Sekunde vor dem Feld. Auf eine Runde und im Dauerlauf. Zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg geht es Kopf an Kopf. Im Longrun trennen die Mercedes-Fahrer nur 0,041 Sekunden.

25.07.2014 Michael Schmidt

Vor der Sommerpause gibt es keine guten Nachrichten für die Verfolger von Mercedes. Die Silberpfeile sind auch auf dem Hungaroring haushoch überlegen. Nico Rosberg freute sich: "Wir sind die schnellsten im Sektor 2. Das zeigt, dass wir ein gutes Auto haben."

Es ist der Sektor, in dem die Aerodynamik zählt. Und in dem die MGU-H, die auf den kurzen Geraden zwischen den acht Kurven Schwerstarbeit vollbringen muss. "Einerseits muss die heiße Elektromaschine das Turboloch füllen, andererseits noch elektrische Leistung in die Batterie abzweigen", erklärt Mercedes-Motorenchef Andy Cowell. Red Bull-Technikchef Adrian Newey kratzte sich am Kopf: "Selbst hier verlieren wir auf den Geraden eine Dreiviertelsekunde." Lewis Hamilton führte auf seiner Spezialstrecke die Reihenfolge mit einer Zeit von 1.24,482 Minuten an und nahm Rosberg auf eine Runde 0,238 Sekunden ab. Im Dauerlauf ist die Differenz ein Augenzwinkern. Und Rosberg drehte den Spieß um. Beide Mercedes-Piloten legten je elf Runden auf der weichen Option zurück. Rosberg kam im Schnitt auf 1.28,758 Minuten, Hamilton aud 1.28,799 Minuten.

Niki Lauda atmete auf: "Ich bin beruhigt. Wir habe eine halbe Sekunde Vorsprung, egal unter welchen Bedingungen. Das ist ein anspruchsvoller Kurs für das Auto, und jeder will wissen, wo er steht. Das Rennen wird aus der ersten Reihe gewonnen. Ich erwarte deshalb, dass in der Qualifikation jeder alles auspackt, was er hat und es wird spannend sein, ob die anderen morgen näherkommen. Wir müssen auf der Hut sein."

Vettel fuhr am längsten mit den weichen Reifen

Trotz der Mercedes-Dominanz war man bei Red Bull nicht unglücklich. "Wir sind länger mit einem Satz weiche Reifen gefahren als alle anderen", merkte Teamberater Helmut Marko an. "Und Sebastians Longruns waren sehr vielversprechend. Als er dann für die letzte Runde noch einmal auf den härteren Reifen gewechselt ist, hat er mit 1.29,0 eine Superrunde geschafft." Vettels Dauerlauf in Zahlen: 1.29,327 Minuten für 17 Runden am Stück.

Der Weltmeister hatte Daniel Ricciardo am ersten Trainingstag klar im Griff. Der Australier klagte über Balanceprobleme und war auf eine Runde um neun Zehntel langsamer als der Deutsche. Deshalb wurde Ricciardo auf den harten Reifen auf die Rennsimulastion geschickt. Sein Schnitt: 1.30,865 Minuten.

Pirelli-Sportchef Paul Hembery erklärt: "Der weiche Reifen ist zwischen 1,6 bis 1,8 Sekunden auf der ersten Runde schneller und zeigt viel weniger Abnutzung als gedacht. Er sollte 20 Runden halten. Der Medium-Reifen überlebt 40 Runden. Das heißt, dass wir mit einem Zweistopp-Rennen rechnen. Der ein oder andere wird vielleicht sogar mit einem Stopp liebäugeln. Dagegen spricht, dass jeder den Stint auf dem härteren Reifen so kurz wie möglich halten will."

Bei Williams ist noch Luft nach oben

Die Ferrari-Piloten mussten erst ein Aerodynamikproblem im Heck aussortieren, bis ihr Auto halbwegs lief. Es gab mehrere Motorabdeckungen zur Auswahl. Fernando Alonso schaffte hinter Hamilton, Rosberg und Vettel die viertschnellste Zeit. 0,955 Sekunden hinter den Mercedes. Beide Ferrari-Fahrer klagten über Untersteuern am Kurveneingang und schlagartiges Übersteuern am Ausgang. Trotzdem lag Alonso bei seinem verkürzten Longrun mit 1.29,273 Minuten auf Vettels Niveau. Bahnt sich da das dritte Duell in Folge der beiden Champions an?

Williams war zufrieden mit seinem neuen Aerodynamikpaket, das den Heckflügel, den Airbox-Flügel und die hinteren Bremsbelüftungen umfasst. Valtteri Bottas lobte: "Alle neuen Teile haben prima funktioniert." Die Plätze 8 und 10 für Bottas und Massa haben wenig Aussagekraft. Bottas kam bei 13 Runden am Stück auf 1.30,383 Minuten im Mittel, doch Williams fährt am Freitag traditionell schwerer als die Konkurrenz. Auch in Hockenheim landete Williams am Freitag nur im vorderen Mittelfeld und war am Samstag dann plötzlich zweite Kraft hinter Mercedes.

Force India muss zu altem Kühlpaket zurück

Force India kehrte zu dem alten Kühlpaket zurück. Das neue, das in Hockenheim debütierte, funktioniert nur bis 28 Grad Außentemperatur. Wird es heißer, muss die Verkleidung so aufgeschnitten werden, dass man sich damit ein Eigentor schießen würde. Technikchef Andy Green verrät:"Wir werden je nach Strecke und Wetter zwischen den beiden Konfigurationen hin- und herwechseln. In Spa hoffen wir auf kühleres Wetter und das neue Paket. In Monza und Singapur wird wohl die alte Version wieder ans Auto kommen." Trotz der bitteren Pille kann Nico Hülkenberg zufrieden sein. Sein Longrun mit 1.29,455 Minuten liegt im Bereich von Red Bull und Ferrari.

Nur an der ersten Runde muss Force India noch arbeiten. Mit einer Zeit von 1.26,789 Minuten reichte es nur zu Platz 13. Auf dem Hungaroring müssen sich die Strategen zwei Mal überlegen, ob sie eines reifenschonenden Setups zuliebe im Training auf Rundenzeit verzichten. Auf dem engen Kurs ohne große Überholmöglichkeiten ist die Startposition fast so wichtig wie in Monte Carlo. Dazu Hülkenberg: "Wenn du auf Platz 15 startest hast du ein Problem. Aber auch von Platz 8 mit einem schlecht balancierten Auto, das Reifen frisst. Reifen schonen könnte uns bei den hohen Temperaturen schon in die Karten spielen."

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