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GP USA 2012

Was Sie noch nicht über Austin wussten

Formel 1 Grid Girls USA Foto: xpb 21 Bilder

Am Wochenende ist die Formel 1 zum ersten Mal in Austin zu Gast. Wir haben einige interessante und kuriose Fakten zur Premiere zusammengestellt und sagen Ihnen, was die Teams und Fans in Texas erwartet.

12.11.2012 Tobias Grüner

120.000 Besucher - eine Zufahrtsstraße

Der GP USA in Austin könnte in ein Verkehrschaos ausarten. Sämtliche 120.000 Tickets für den Renntag sind verkauft. 300.000 Gäste werden in der Stadt erwartet. Es gibt vom Highway aus aber nur eine Zufahrtsstraße und nur 17.000 Parkplätze. Der sicherste Weg pünktlich zur Strecke zu kommen, ist der Helikopter - hin und zurück zum Schnäppchenpreis von 545 Dollar. Die Teams haben Mühe alle Gäste in Austin und Umgebung unterzubringen. Sämtliche Hotels sind ausgebucht, teilweise zu Zimmerpreisen von 800 Dollar die Nacht. Manche Gäste werden in weiter entfernte Städte ausgelagert und hin- und hergeflogen.

Teams streiten über Boxenverteilung

Vor dem ersten Gastspiel in Austin gab es Streit zwischen den Teams. Auslöser war die Boxenverteilung. "Die Garagen sind kleiner als in Melbourne", klagte ein Teammanager. Der ursprüngliche Plan sah vor, den fünf Top-Teams jeweils drei Boxen zuzuweisen, den anderen Teams nur zwei. Im Reglement steht aber, dass alle die gleiche Fläche zum Arbeiten bekommen müssen. Man einigte sich schließlich auf einen Kompromiss. Jeder bekommt zweieinhalb Boxen. Dazu wird jede dritte Garage in eine vordere und eine hintere Hälfte geteilt. Na, dann auf gute Nachbarschaft.

Texas verbuddelt 400 Millionen US-Dollar

Das Gelände des Circuit of the Americas ist 151 Hektar groß (ca. 200 Fußballfelder). 17.000 Bauarbeiter haben geholfen, die Rennstrecke innerhalb von anderthalb Jahren aus dem Boden zu stampfen. Die privaten Investitionen belaufen sich auf 400 Millionen US-Dollar (ca. 310. Millionen Euro). 300 feste Jobs wurden durch die Rennstrecke geschaffen. Bei Events wie dem Grand Prix kümmern sich mehr als 3.000 Helfer um die Gäste.

Austin-Pokal mit Texas-Stern

Die Siegertrophäe besteht aus einem Sockel aus poliertem Sterling Silber, in dessen Zentrum eine Plakette mit einem Stern - als Symbol für Texas - eingearbeitet ist. Auch die US-Farben rot-weiß-blau finden sich am unteren Teil des Pokals. Über fünf Streben aus goldbesetztem Aluminium thront eine Schale als Abschluss ganz oben auf der Trophäe. Erstellt wurden die Schmuckstücke vom englischen Unternehmen "Fox Silver", das bereits mehr als 600 Pokale (unter anderem für F1, NASCAR, WRC) angefertigt hat. Auch in Bahrain, Abu Dhabi und Korea bekamen die Sieger Werke der Briten.

Austin schöner als Texas

Im Gegensatz zum eher konservativen Rest von Texas ist Austin eine weltoffene Studentenstadt. In den vielen gemütlichen Bars werden ständig kleine Konzerte gegeben, weshalb Austin auch als "Welthauptstadt der Livemusik" bezeichnet wird. Natürlich gibt es auch am Rennwochenende eine große Festmeile, auf der unter anderem Musikgrößen wie Aerosmith, Enrique Iglesias oder Flo Rida zu sehen sind. Um zu zeigen, wie verrückt die Bewohner sind, wurde der Slogan "Keep Austin weird" zum offiziellen Motto der Stadt gewählt. Das bedeutet übersetzt so viel wie: "Halte Austin eigenartig". Die Touristenbüros werben inoffiziell übrigens mit dem Satz: "Komm nach Austin. Es ist so schön hier, man merkt gar nicht, dass man in Texas ist."

Formel 1 in Austin oder auch F1 in den Silicon Hills

Austin ist die Hauptstadt von Texas - nicht etwa die Millionenstädte Dallas oder Houston. Das beeindruckende Texas State Capitol ist sogar sechs Meter höher als das US-Kapitol in Washington. Eine der Partnerstädte der 820.000 Einwohner-Metropole ist übrigens Koblenz. Austin ist zwar nur die viertgrößte Stadt in Texas aber immerhin die 13. größte Stadt der USA - und eine der am schnellsten wachsenden. Die Universität von Texas - vor allem bekannt für ihr erfolgreiches Football-Team - ist mit 50.000 Studenten ebenfalls eine der größten in den USA. Austin liegt 149 Meter über dem Meeresspiegel. Wegen der Anhäufung von Technologie-Unternehmen und der hügeligen Landschaft wird Austin auch "Silicon Hills" genannt.

Formel 1 als Glücksspiel

Ein Partner des Circuit of the Americas ist die Texas Lottery. Zum ersten Grand Prix in Austin wurde ein Rubbel-Los mit Formel 1-Autos und karierten Zielflaggen entworfen. Für fünf US-Dollar sind die Lose zu kaufen. Mit etwas Glück winken als Höchstpreis 50.000 Sollar. Die Chancen, dass man zumindest seinen Einsatz wieder rausbekommt, liegen angeblich bei 1:3,11. Die Gewinne aus dem Losverkauf sollen öffentlichen Schulprojekten zufließen.

Flugshow zum Rennstart

Wie bei großen Sportveranstaltungen in den USA üblich, werden kurz vor dem Rennstart Militär-Flieger über die Zielgerade düsen. Für den sogenannten "Flyover" haben sich bereits vier Kampfflugzeuge angemeldet: Ein moderner F-16-Fighter sowie zwei historische P-51 Mustangs und eine P-38 Lightning aus dem zweiten Weltkrieg.

Pirelli rückt mit Lasern an

Um die richtigen Reifen für das Rennen in Austin auszuwählen, rückte Pirelli mit moderner Technik an. Asphaltproben wurden genommen. Die Strecke wurde präzise vermessen. Per Laser bestimmten die Reifen-Ingenieure sogar den genauen Abstand und die Form der einzelnen Steine im Asphaltbelag, um daraus den Verschleiß der Gummis zu berechnen. In die Gleichung gehen auch noch die hohen Temperaturen und die hohen Kurvengeschwindigkeiten ein. Am Ende entschied sich Pirelli für die sichere Variante. Die beiden härtesten Mischungen "Medium" und "Hart" kommen zum Einsatz.

Asphalt-Belag in Sandwich-Bauweise

Der Spezial-Asphalt hat mit dem Belag auf öffentlichen Straßen nicht viel gemeinsam. Er besteht aus einer 7,8 Zentimeter dicken Basis-Schicht, die für vertikale Stabilität sorgen soll. Darauf kommt eine fünf Zentimeter dicke Verbindungsschicht, die horizontale Verschiebungen verhindert. Als Abschluss wurde oben drauf noch eine vier Zentimeter hohe Deckschicht verlegt, die den Reifen idealen Grip liefern soll. Sieben bis zwölf Tage dauerte das Auftragen jeder einzelnen Schicht - mit 60 Bauarbeitern und vier überdimensionalen Asphalt-Maschinen.

Formel 1-Historie in Austin

Im Rahmenprogramm des Formel 1-Grand Prix drehen 50 historische Rennwagen ihre Runden auf der Strecke. Die Renner aus den Jahren 1966 bis 1983 sollen den Zuschauern einen Eindruck der "goldenen Ära" der Formel 1 vermitteln. Unter den GP-Preziosen sind unter anderem Mario Andretti’s Lotus 79, der 1978 die WM gewonnen hat. Niki Lauda’s 1976 Ferrari 312-T2, mit dem der Österreicher 1976 Vize-Weltmeister wurde. Und der Ferrari 312-T5 von Gilles Villeneuve aus der Saison 1980.

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