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GP USA

Reifendrama und Pole für Trulli

Foto: dpa

In Indianapolis wird heftig über die Reifen diskutiert. Die Spanne reicht von einem Startverzicht der Michelin-Teams bis zu einer Sondererlaubnis. Unbeeindruckt fuhr Toyota-Mann Jarno Trulli auf die Pole Position. Weltmeister Michael Schumacher wurde im Ferrari wurde Fünfter. Nick Heidfeld im BMW-Williams belegte Rang 15. Ralf Schumacher darf nicht starten.

18.06.2005

Der schwere Unfall von Ralf Schumacher in Indianapolis hat große Probleme mit den Michelin-Reifen aufgedeckt und vor dem Rennen in Indianapolis eine Sicherheitsdiskussion in der Formel 1 ausgelöst, die das Ergebnis der Qualifikation in den Hintergrund rücken ließ. "Wir sind halt erst mal gefahren und tun so, als ob es morgen ein Rennen gibt", sagte Jarno Trulli, der sich so nicht rückhaltlos über seine dritte Pole Position und die erste des Toyota-Teams freuen konnte.

Die Piloten, an deren Auto die französischen Pneus aufgezogen waren, mussten ihre Runde im Einzelzeitfahren mit Zittern drehen. Der auf Bridgestone fahrende Weltmeister Michael Schumacher im Ferrari konnte die Gunst der Stunde nicht nutzen und benötigte für die 4,192 km lange Runde auf dem Indianapolis Motor Speedway 1:11,347 Minuten. “Ich bin ganz zufrieden", meinte der Rekordchampion dennoch. Er hoffte, dass die Konkurrenten leichter als der Ferrari unterwegs waren und im Rennen früher an die Box müssen.

Schumacher war 0,744 Sekunden langsamer als Trulli. Auf die Möglichkeit angesprochen, dass die Michelin-Teams möglicherwiese aus Sicherheitsgründen nicht starten könnten, antwortete der Weltmeister: "Da werden sie sich bei Jordan und Minardi bestimmt freuen."

Michelin hat beim Automobil-Weltverband FIA angefragt, ob im Rennen am Sonntag (20.00 Uhr MESZ) neue Pneus eingesetzt werden können, die extra aus Frankreich eingeflogen werden. Laut Michelin-Motorsportchef Pierre Dupasquier sollen Reifen aus einer Charge eingesetzt werden, die für das Rennen Anfang Mai in Barcelona entwickelt wurden. Diese Praxis würde allerdings gleich gegen fünf Reglementspunkte vertoßen. "Das ist doch nicht mein Problem", sagte Dupasquier und gab den schwarzen Peter an die FIA weiter.

Ralf Schumacher mit Gehirnerschütterung

Ralf Schumacher, der am Vortag nach einem Reifenschaden in die mit so genannten Softwalls gesicherte Betonmauer krachte, wurde am Samstag vom FIA-Arzt Gary Hartstein gestoppt. "Theoretisch könnte ich fahren, aber die FIA hat entschieden, dass das Risiko zu hoch ist, mich fahren zu lassen", sagte der Toyota-Pilot nach der Untersuchung im Medical Center. Der Pechvogel wird von Testfahrer Ricardo Zonta aus Brasilien ersetzt.

Vor dem Schumacher-Unfall war auch Zonta - ebenfalls wegen eines Reifenschadens - verunglückt. Doch es traf nicht nur das Toyota-Team. Insgesamt zwölf Autos wiesen nach dem Freitagstraining Beschädigungen auf.

"Das Risiko ist zu hoch. Wir haben definitiv noch Probleme mit den Reifen, das ist bekannt. Solche Unfälle zwei Mal innerhalb von 24 oder 48 Stunden zu haben, das ist nicht gerade förderlich für die Gesundheit", sagte Ralf Schumacher, der schon im Vorjahr im Rennen in Indianapolis in genau derselben Steilkurve verunglückt war. Damals hatte er sich eine schwere Gehirnerschütterung zugezogen, zwei Wirbel gebrochen und musste sechs Rennen lang aussetzen.

Diskussion mit Teamchefs und der FIA

In diesem Jahr wurde dem 29-Jährigen die Wahl vom FIA-Arzt abgenommen. Die anderen 14 Michelin-Piloten dagegen mussten für sich selbst ihre Entscheidung treffen. "Wir finden keine Erklärung für die Probleme", gestand Michelin-Mann Dupasquier. Der Pneu-Hersteller gab den Teams den Rat, den Reifendruck zu erhöhen. Prompt sagte Jenson Button nach der Qualifikation: "Das ist schon ganz schön rutschig mit dem hohen Druck."

Außerdem wurde die Rundenzahl im Training auf zehn reduziert, denn alle Schäden waren bei Pneus aufgetreten, die mehr als zehn Runden auf dem Buckel hatten. Ralf-Schumacher-Ersatz Zonta drehte im ersten Teil des freien Training am Samstagmorgen nur eine Runde. Trulli ließ den Toyota in der ersten Trainingseinheit ganz in der Garage stehen. Die anderen auf Michelin-Reifen fahrenden Teams, darunter auch Räikkönen und der in der Qualifikation drittplatzierte Jenson Button im BAR-Honda, fuhren zunächst nicht durch die Steilwandkurve, sondern durch die Boxengasse.

Auf Funktionärsebene wird heftig über eine "Lex Michelin" diskutiert. Nach dem Regelwerk müssen Qualifikation und Rennen mit einem Reifensatz bestritten werden. Eine Entscheidung über eine Ausnahmeregelung muss einstimmig fallen. "Das ist im Prinzip falsch", meinte Ferraris technischer Direktor Ross Brawn. "Aber letztlich muss die FIA entscheiden." Nach dem Abschlusstraining trafen sich die Teamchefs, um über die Lage zu beraten. Derweil untersuchen die Michelin-Techniker den linken Hinterreifen aller Kundenautos aus dem Morgentraining. Erst danach wird man beim Reifenhersteller entscheiden, ob der Start in Indianapolis ein Sichreheitsrisiko darstellt.

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