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GP USA Rennanalyse

Brawn half Schumi zum Sieg

Foto: dpa

Auch wenn Michael Schumacher nach dem Unfall des Bruders andere Dinge als der Rennsieg beschäftigte, die Boxenmannschaft von Ferrari reagierte sofort und sicherte so den achten Saisonsieg.

21.06.2004

Es war ein cleverer Trick, der Ferrari den sechsten Doppelsieg und Michael Schumacher den achten Grand Prix-Sieg im neunten WM-Lauf der Saison sicherte. Als nach Ralf Schumachers schwerem Unfall in der zehnten Runde sofort eine Safety Car-Phase ausgerufen wurde, reagierte die Ferrari-Boxenmannschaft blitzartig.

Angesichts des Überholverbots befahl Chefingenieur Ross Brawn Rubens Barrichello sofort, das Tempo herauszunehmen. Michael Schumacher hingegen fuhr die elfte Runde mit vollem Rennspeed weiter und steuerte seine Box zum ersten Stopp an. Schumacher absolvierte diese Runde in einer Zeit von 1:30,7 Minuten verglichen mit 1:43,9 Minuten für Barrichello. Das Zeitpolster, das Barrichello so für seinen Teamkollegen aufbaute, reichte dem sechsfachen Weltmeister, die Führung zu behalten, da auch Barrichello in der gleichen Runde stoppte.

Rubens Barrichello: "Dachte, ich hätte den Sieg in Händen"

Genauso gut hätte Barrichello von der Situation profitieren können, hätte er sich nicht nach der ersten Safety Car-Phase nach dem Startunfall von Michael Schumacher ausbeschleunigen lassen. "Blöderweise drehten beim Neustart meine Reifen stark durch. In der letzten Kurve hatte ich ein sehr übersteuerndes Auto. Und dann setzte das Auto auf, weil der Druck in den abgekühlten Reifen derart abgefallen war, dass ich nicht einmal Michael die Tür zuwerfen konnte “, suchte der Brasilianer nach Entschuldigungen. "Ich hatte zu diesem Zeitpunkt keine Chance gegen Michael, später aber um so mehr. Mehr noch als in Kanada dachte ich, ich hätte den Sieg in meinen Händen“, glaubte Barrichello, der nach seinem zweiten Stopp noch einmal nahe an Schumacher herankommen konnte.

Schumacher sprach von einem schwierigen Rennabschnitt: "Meine Reifen waren völlig fertig und ich konnte nicht wirklich hart pushen.“ Zum Glück für ihn überfuhr Barrichello zwei Runden vor seinem letzten Stopp ein Styroporteil, das in der vierten Kurve auf der Strecke lag: "Ich musste vom Gas gehen, es hat einen mächtigen Schlag getan. Vielleicht war dies die Sekunde, die Michael nach meinem letzten Stopp vor mir war.“

Lahme Rennleitung

Für Williams-BMW war es nach den Disqualifikationen von Montreal ein weiteres Wochenende zum Vergessen. "Beide Rennen waren eine Charakterprobe“, umriss BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen die Situation. Juan Pablo Montoya musste extrem kurzfristig ins Ersatzauto wechseln, weil in der Startaufstellung der externe Starter die Kurbelwelle in seinem BMW-Motor nicht in Bewegung setzen konnte - der V10 blieb stumm.

15 Sekunden vor dem Start in die Aufwärmrunde hätte Montoya spätestens sein reguläres Einsatzauto verlassen haben müssen - hatte er aber nicht. Die Rennleitung brauchte bis zur 40. Runde, um dies herauszurecherchieren. In der 57. Runde, just nach seinem zweiten Boxenstopp, wurde dem Kolumbianer dann die schwarze Flagge gezeigt. Die FIA habe sich bis dahin mit den Unfällen beschäftigen müssen, wurde Theissen mitgeteilt. "Für mich eindeutig zu lange. Wenn ein Vergehen vor der Installation-Runde begangen wird, weiß man das vor irgendwelchen Unfällen, und dann kann man auch reagieren.“ Bis dahin hatte Montoya ein Auto, mit dem er den Ferrari gefährlich hätte werden können. Zuvor mussten die Weißblauen bereits den Unfall von Ralf Schumacher verkraften.

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