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GPMA

Renault tanzt aus der Reihe

Foto: Daniel Reinhard 71 Bilder

Renault will aus der Hersteller-Vereinigung austreten, kann aber vorerst nicht. Die anderen Werke plädieren auf Erfüllung eines Vertrages. Die Renault-Chefetage will dagegen ein neues Concorde-Abkommen mit Bernie Ecclestone unterschreiben.

10.05.2006 Markus Stier

Renault-Vizepräsident Alain Dassas hat den Ausstieg aus der Herstellervereinigung GPMA angedroht. Das käme Bernie Ecclestone gerade recht, der die Front von ehemals sieben Werken damit auf vier (BMW, Mercedes, Honda und Toyota) zurechtschrumpfen könnte.

Doch so leicht lassen die bisherigen Partner die Franzosen nicht von der Leine. Dassas Vorgänger Patrick Faure hat während seiner Ägide ein Papier unterschrieben, das Alleingänge vor September verbietet. Die Formel 1-Befürworter im Konzern wollen jedoch möglichst früh in die Gänge kommen, um Präsident und Chefskeptiker Carlos Ghosn zur Fortsetzung des Engagements zu überzeugen.

Für Renault das größte Stück vom Kuchen

Im erster Linie geht es ums Geld. Die Hersteller wollen ab 2008 für fünf Jahre mindestens 60 Prozent aller Einnahmen aus dem Ecclestone-Topf. Der winkt ab: "Der Zeitpunkt, an dem man noch wählen konnte, ist abgelaufen. Es gibt nur noch 50 Prozent."

Auf diesen Anteil ist Renault scharf, denn die 50 Prozent gäbe es rückwirkend ab 1. Januar 2006. Da die Gelbblauen diese Saison als Weltmeister antreten, gebührt ihnen damit automatisch das größte Stück vom Kuchen. Sechs weitere Teams, darunter Ferrari haben sich bereits ebenfalls für diese Variante entschieden und unterschrieben. Sie brauchen die Finanzspritze möglichst schnell.

Bernie Eccelstone: "Die können nicht rechnen"

Bisher erhalten die Rennställe gemäß dem bis Ende 2007 gültigen Concorde-Abkommen lediglich 47 Prozent der TV-Einnahmen, was etwa 23 Prozent der Gesamteinkünfte entspricht. Mit dem 50-Prozent-Deal könnten die Teams ihre Tantiemen mehr als verdoppeln.

Bernie Ecclestone rechnet vor, dass aktuell ein Topf mit 200 Millionen Dollar an die elf Rennställe ausbezahlt wird. Ende 2006 wären es bereits 434 Millionen. Die GPMA-Mitglieder wenden ein, dass die 60-Prozent-Variante ihnen über die fünf Jahre Vertragslaufzeit bis zu 300 Millionen Dollar mehr einbrächte. Ecclestone: "Die können nicht rechnen. Der Unterschied beträgt höchstens 20 Millionen Dollar."

Wir rechnen nach:

Bei 60 Prozent: 2 x 200 Mio + 5 x 521 Mio = 3,005 Milliarden
Bei 50 Prozent: 7 x 434 Mio = 3,038 Milliarden

Die Differenz liegt also bei 33 Millionen Dollar - immer vorausgesetzt, die Gewinne der Formel 1 bleiben konstant, und die beteiligten Hersteller bleiben bis einschließlich 2012 dabei.

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