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Grand Prix-Tagebuch 2011 Teil 10: Deutschland

Winterwochenende in der Eifel

Impressionen - GP Deutschland 2011 Nürburgring Foto: Grüner 25 Bilder

In unserem Grand Prix-Tagebuch bieten wir Ihnen einen Blick hinter die Kulissen der Formel 1. Hier erzählen die auto motor und sport-Redakteure, was Ihnen auf den 19 Rennen des Jahres alles passiert ist. Teil 10: GP Deutschland - Wintereinbruch in der Eifel.

10.12.2011 Tobias Grüner

Trotz des total verregneten Kanada-Wochenendes und dem wechselhaften Wetter in Silverstone hatte der Sommer seinen Tiefpunkt noch vor sich. Ausgerechnet zum Grand Prix-Wochenende am Nürburgring zog eine regnerische Kaltfront über die Eifel. Ende Juli gab das Wetter schon einmal einen ungemütlichen Eindruck vom Winter.

Drei Wochen zuvor hatte ich mich noch mit Adrian Sutil an gleicher Stelle getroffen, um ein Spezial für die Nürburgring-Vorschau in unserem Schwester-Magazin sport auto zu produzieren. Bei 34°C düsten wir erst über den Grand Prix-Kurs und dann über die Nordschleife. Anschließend musste Sutil die Motorhaube des Techart GT2 öffnen, um das Aggregat mit kühlender Frischluft zu versorgen.

Nordschleife: Taxifahrt mit Bernd Mayländer (C63 AMG) 11:11 Min.

Am Grand Prix-Wochenende drohte niemand mehr, heiß zu laufen. Temperaturen von 15°C, ein frischer Wind und immer wieder einsetzende Regenschauer drückten auf die Stimmung. Dabei hatte ich mich richtig auf das Wochenende in der Eifel gefreut. Zum Heimrennen kann man gemütlich mit dem Auto anreisen. Zur Abwechslung sprechen alle deutsch. Und die kulinarische Hausmannskost in üppigen Portionen trifft genau meinen Geschmack.

Mayländer chauffiert über die Nordschleife

Nach der Ankunft im Fahrerlager führte der erste Weg des Wochenendes hinter die Tribüne T13. Mercedes hatte zu einer kleinen Nordschleifenrundfahrt eingeladen. Safety-Car-Pilot Bernd Mayländer und einige AMG-Instruktoren scheuchten Journalisten und Gäste im C63 durch die Grüne Hölle. Die 20-Kilometer-Achterbahn präsentierte sich am Donnerstagmorgen allerdings in äußerst feuchtem Zustand.

Mayländer musste am Steuer ordentlich kurbeln, um das ständig ausbrechende Heck der 500 PS-Limousine einzufangen. Der Profi ließ sich allerdings nicht aus der Ruhe bringen. Auch nicht, als plötzlich sein Handy klingelte. Während er den ungebetenen Anrufer unsanft abwimmelte, ging es einhändig weiter über die rutschige Bahn. Auf dem Beifahrersitz war ich derweil damit beschäftigt, die Kamera ruhig zu halten. Leider gelang das auf dem wilden Ritt nicht immer, wie Sie im Video sehen können.

Mercedes-Oldtimer sorgen für Gänsehaut

Nachdem alle Pressevertreter abgefertigt waren, durften auch die Formel 1-Profis ein paar Runden drehen. Für Michael Schumacher und Nico Rosberg standen zunächst zwei SLS in der AMG-Variante bereit. Danach stiegen die beiden in zwei W196 GP-Modelle aus den 50er Jahren. Alleine die qualmende Startprozedur war bereits eine riesige Show. Der Sound der alten Renner ließ die Erde beben. Gänsehaut.

Von der Mercedes-Einladung ging es direkt weiter zur Pirelli-Einladung. Der Reifenhersteller veranstaltete im Lindner-Hotel einen kleinen Presse-Lunch mit 3D-Kinovorführung und anschließender Fragestunde. Auch der Pirelli-Deutschland-Chef war da und erzählte Geschichten über Reifen, Fabriken und Geschäftszahlen, die zugegeben nicht ganz so spannend waren. Ein Kollege überfiel die Langweile dermaßen plötzlich, dass er in dem abgedunkelten Raum ein kurzes Nickerchen einlegte.

Deutsche Piloten im Pech

An den Rest des Wochenendes kann ich mich nur noch schemenhaft erinnern. Ich weiß nur noch, dass es einfach saukalt war. Viel zu kalt für die leichten Klamotten, die ich eingepackt hatte. Auch BBC-Experte Eddie Jordan war nicht auf das Herbstwetter eingerichtet. Er musste sich bei einem Sauber-Klamotten-Sponsor einen Mantel ausborgen.

Obwohl der Auspuffkrieg in Silverstone beigelegt wurde, beherrschte das Thema noch immer die Diskussionen im Fahrerlager. Man munkelte damals bereits, dass Red Bull und McLaren ein Schlupfloch in den Regeln für 2012 gefunden hatten, um den Diffusor doch irgendwie mit Auspuffgasen anzublasen. Bei einem Meeting der Technikchefs sollte für das Problem eine Lösung gefunden werden.

Sportlich wurde den fröstelnden Fans am Sonntag ein gutes Rennen geboten. Überraschenderweise blieb es zwei Stunden lang trocken. Leider hatten die deutschen Piloten dabei nicht das Glück auf ihrer Seite. Michael Schumacher und Sebastian Vettel drehten sich, wodurch Vettel erstmals in dieser Saison das Podium verpasste. Nick Heideld flog mit seinem Renault spektakulär von der Strecke, nachdem er von Buemi gerammt wurde. Auch ohne deutsche Beteiligung gab es einen sehenswerten Dreikampf an der Spitze, den am Ende Lewis Hamilton vor Fernando Alonso und Mark Webber für sich entscheiden konnte.

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