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Grand Prix-Tagebuch 2011 Teil 11: Ungarn

Warten, warten und nochmals warten

Impressionen GP Ungarn 2011 - Budapest Foto: xpb 20 Bilder

In unserem Grand Prix-Tagebuch bieten wir Ihnen einen Blick hinter die Kulissen der Formel 1. Hier erzählen die auto motor und sport-Redakteure, was Ihnen auf den 19 Rennen des Jahres alles passiert ist. Teil 11: GP Ungarn - Warten, warten und nochmals warten...

11.12.2011 Bianca Leppert

Der Grand Prix Ungarn stand ganz im Zeichen des Wartens. Kollege Michael Schmidt landete erst zwei Stunden nach mir in Budapest. Also vetrödelte ich die Zeit an dem recht übersichtlichen Flughafen mit etwas Lektüre, meinem MP3-Player und dem Beobachten der ankommenden Fluggäste.

Die Ankunftshalle eines Flughafens mag auf den ersten Blick zwar öde wirken, hat aber tatsächlich ihren Reiz. Da sind die hektisch umherblickenden Ankömmlinge, die nicht wissen wohin. Die örtlichen Busunternehmen, die lautstark um Kunden werben. Und die gertenschlanke Hostess vom Hilton Hotel, die mir ihren rund vier Zentimeter hohen Stöckelschuhen mal eben den etwas klapprigen Hilton-Papp-Infostand umwirft.

Die Zeit verging dann doch irgenwann und wir machten uns mit dem gemeinsamen Mietwagen direkt auf den Weg zur Strecke. Schließlich war es bereits Donnerstagmittag und am Nachmittag standen die ersten Presse-Runden auf dem Programm. Um den Fahrerlager-Pass abzuholen musste mich Kollege Schmidt zunächst zum Akkreditierungsstand chauffieren, der sich dieses Mal neben einer Tankstelle am Eingang befand.

Presse-Pässe noch nicht bereit

Wie immer schlurpte ich mit meinem Presseausweis zu den freundlichen Damen um mein Ticket abzuholen. Bereits beim Betreten des Zelts meinte ein Kollege: "Es gibt keine Karten. Vergiss es." Jaja, selten so gelacht, dachte ich mir. Als ich in die frustrierten Mienen der Damen von der Akkreditierung schaute, kamen dann aber doch erste Zweifel. Der Verdacht sollte sich bestätigen: Die Tickets der einzeln akkreditierten Journalisten waren angeblich noch auf dem Weg.

Eine Viertelstunde wartete Kollege Schmidt noch mit dem Mietwagen auf dem Parkplatz. Dann bekam er aber doch Hummel im Hintern und düste schon mal ins Fahrerlager. Ich hatte immerhin einen Kollegen gefunden, der mir beim Warten Gesellschaft leistete. Aus angekündigten 15 Minuten wurden dann aber 30 Minuten. Und aus 30 Minuten eine ganze Stunde. War die FIA etwa überrascht, dass vom GP Ungarn tatsächlich Journalisten berichten wollen? Oder hatte der Kurier eine kurze Mittagspause eingelegt?

Mein Magen fing mittlerweile an zu Grummeln. Was ein Glück, dass es direkt nebenan eine Tankstelle gab. Pustekuchen. Das Personal entschloss sich just in dem Moment für zwei Stunden zu schließen, als ich meinen Fuß in die Tür setzte. FIA-Pressesprecher Matteo Bonciani entschuldigte sich immerhin für die Warterei und ließ ein wenig Verpflegung vorbeibringen. Insgesamt hingen wir rund zwei Stunden fest. Hinter vorgehaltener Hand wurde gemunkelt, es handelte sich bei dieser Aktion um einen persönlichen Zwist zwischen Bonciani und einem Mitarbeiter der FOM.

Im Pressezentrum besserte sich meine Laune schnell, als ich ein Stückchen Schokolade auf meinem Platz fand. Kollege Roger Benoit vom Schweizer Blick hat zum Glück immer etwas Süßes aus der Heimat im Gepäck. Danach hetzte ich noch zu den verbliebenen Gesprächsterminen und drehte meine obligatorische Runde durch die Boxengasse. Denn Journalisten, die nicht für die ganze Saison akkreditiert sind, dürfen nur am Donnerstag einen Blick in die Boxen werfen.

Wieder warten auf Kollege Schmidt

Am Abend gondelte ich mit unserem Kollegen Dani Reinhard in die Stadt. Kollege Schmidt führt seine Interviews seit Neuestem schon auf den Fahrten von der Strecke zum Hotel. Er war gerade mit Michael Schumacher unterwegs. Weil Budapest aber ein echtes Labyrinth ist und Dani Reinhard in einem anderen Hotel wohnte als wir, musste ich am Ende doch wieder auf Michael Schmidt warten. Ein ausgiebiges Abendessen in der Innenstadt und ein Bier mit Kollege Schmidt und Force India-Teammanager Otmar Szafenauer entschädigte für all die Warterei.

Ohnehin gab es wieder einmal jede Menge Kulinarisches zu entdecken. Zum Beispiel mein erster Besuch eines russischen Restaurants. Als Vegetarierin fiel mir die Essenswahl allerdings nicht besonders leicht. Nebenbei entdeckten wir durch Zufall, dass Kino auf ungarisch "Motzi" heißt - eben jener Spitzname, den mir Kollege Benoit in der vergangenen Saison verpasste.

McLaren nutzt schlechtes Wetter

Der Rest des Wochenendes stand im Zeichen des schlechten Wetters. Das kam vor allem McLaren zugute. Nach dem Sieg im Regen in Kanada sicherte sich Jenson Button auch in Ungarn den Triumph. Sebastian Vettel musste sich zum ersten Mal in der Saison wirklich Sorgen machen, dass McLaren die Red Bull eingeholt hat.

Nach dem Rennen sollte der Abschied von Bild-Kollegin und meiner persönlichen Keks-Versorgerin Dorothea Jantschke folgen. Da mein nächster Einsatz erst in Japan geplant war, sie aber schon vorher ihr letztes Rennen begleitete, kam Wehmut auf. Auch die Formel 1 verabschiedete sich - für vier Wochen in die Sommerpause.

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