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Grand Prix-Tagebuch 2011 Teil 2 Malaysia

Schlemmer-Grand Prix von Sepang

Reisetagebuch GP Malaysia 2011 Foto: Leppert 24 Bilder

In unserem Grand Prix-Tagebuch bieten wir Ihnen einen Blick hinter die Kulissen der Formel 1. Hier erzählen die auto motor und sport-Redakteure, was Ihnen auf den 19 Rennen des Jahres alles passiert ist. Teil 2: Malaysia - der Schlemmer-Grand Prix

02.12.2011 Bianca Leppert

Mit dem Grand Prix von Malaysia begann auch endlich die Leppertsche Formel 1-Saison 2011. Wie im Vorjahr lud Kollege Tobias Grüner die bei ihm unbeliebten Grands Prix einfach auf mich ab. Alleinstehend ist das Rennen in Sepang durchaus attraktiv, im Verbund mit dem nur eine Woche darauffolgenden China GP sinkt der Wert aber in etwa so wie bei einer guten Pizza mit Katzenfutter als Belag. Es lag also an uns, ein Highlight daraus zu machen. Und davon gab es im Rückblick einige.

Bierdose im Handgepäck

Die Reise begann mit einer inoffiziellen Geburtstagssause für den auto motor und sport-Kollegen Michael Schmidt am Frankfurter Flughafen. Nachdem wir mehrere Monate nicht mehr gemeinsam auf Reisen waren, überraschte ich ihn mit einer Kleinigkeit aus seiner Heimat. Als gebürtiger Bayer ist Kollege Schmidt der Braukunst natürlich nicht abgeneigt und wurde deshalb mit einer Büchse Weißbier am Gate begrüßt.

Anschließend mussten wir nur ausknobeln, wie wir die Dose im Handgepäck inklusive Umsteigen bis nach Kuala Lumpur schmuggeln können. Schließlich sollte es nach gefühlten 30 Stunden Flug in der Holzklasse nicht nur die Dose schaffen, sondern auch wir.

In Kuala Lumpur angekommen, merkte ich endlich, was mir über den Winter so gefehlt hatte: Die Chauffeurskünste des Herrn Schmidt. Noch immer halte ich an der Theorie fest, es wäre auch ein guter Rennfahrer aus ihm geworden. Vielleicht hat er auch schon einmal in einem früheren Leben in Kuala Lumpur gehaust. Anders konnte ich mir seine Fahrt mit dem Messer zwischen den Zähnen in Richtung Hotel nicht erklären. Dort stand das große Wiedersehen mit unseren Kollegen Roger Benoit vom Schweizer Blick und auto motor und sport-Fotograf Dani Reinhard an, die ich nach der langen Winterpause schon vermisst hatte.

Vegetarier-Outing zwischen Fleischspießen

Umgeben von Hähnchenflügeln, Fleischspießen und Steaks konzentrierte sich unser Gespräch an diesem Abend nur auf ein Thema: meine kurz zuvor getroffene Entscheidung, Vegetarierin zu werden. Die Herren argumentierten mit allen Mitteln, bissen sich allerdings die Zähne aus. Ich blieb bei meiner Entscheidung als Pflanzenfresserin zu leben und ließ fortan den Schokobrunnen nicht mehr aus den Augen. Die "Totes Tier"-Thematik war aber noch lange nicht ausgestanden wie sich im Lauf der Saison zeigen sollte.

Die Rennstrecke von Kuala Lumpur begrüßte mich mit grünen Palmen und einem modernen Pressezentrum. Vor dem extrem schwülen Klima war ich bereits gewarnt geworden. Die Devise lautete deshalb: Trinken, trinken, trinken. Nur der heftige Monsunregen brachte den Zeitplan der Formel 1 etwas durcheinander. Ein Schirm hilft bei diesen Unwettern übrigens nicht mehr viel, da ist eher eine LKW-Plane nötig.

Apropos LKW. Da wir meistens erst in der Dunkelheit auf den Heimweg zum Hotel machten, musste eine malaysische Autobahnraststätte regelmäßig als Magenfüller herhalten. Mit etwas mulmigen Gefühl bestellte ich das Gleiche wie Kollege Schmidt und wurde überrascht: Das seltsam eingewickelte Reisgericht schmeckte vorzüglich - und war tatsächlich vegetarisch.

Vettel Pole, Vettel Sieg - zum Zweiten

Ohnehin wäre die Bezeichnung Schlemmer-Grand-Prix treffender gewesen. Sportliche Highlights blieben dagegen leider aus. Im Fahrerlager zitterte jeder schon nach dem ersten Rennen vor der Vettel-Dominanz - und so kam es auch: Vettel Pole, Vettel Sieg - zum zweiten Mal in Folge.

Da es sich nicht lohnte, vor dem anschließenden Shanghai-Rennen noch einmal nach Europa zurückzufliegen, konnten wir uns am Montag eine Auszeit am Pool mit anschließendem Menü beim Inder genehmigen. Aber ein indisches Restaurant in Malaysia? Ich war zunächst etwas skeptisch. Doch seit diesem Abend nenne ich eine Mango, ein Becher Joghurt und den Mixer meine besten Freunde. Der Mango Lassi gehört mittlerweile zu meinen Lieblingsgetränken. Nur die Gemüsefrikadellen flösten den Kollegen etwas Angst ein. "Die sind also vegetarisch? Die sehen aus wie Termiten", wurde gespottet.

Sightseeing in Kuala Lumpur

Den Weiterflug nach China zögerten wir wie die meisten im Fahrerlager so lange wie möglich hinaus. Und so startete die Reisegruppe Schmidt/Reinhard/Leppert am Dienstag noch zum Sightseeing nach Kuala Lumpur. Der lange Fußmarsch zum Fernsehturm wurde mit einer atemberaubenden Sicht auf die ganze Stadt und die bekannten Petronas-Towers belohnt. Wem das nicht aufregend genug ist, kann es auch mal mit Ponyreiten versuchen. Diese Attraktion wird am Eingang zum "KL Tower" geboten.

Ebenfalls einen Ausflug wert: Chinatown. Auf dem großen Markt wird von gefälschten Handtaschen über gefälschte Schuhe bis hin zu Gewürzen (nicht gefälscht) so ziemlich alles gehandelt. Für uns eine gute Gelegenheit, sich schon einmal auf den am nächsten Tag anstehenden Flug nach Shanghai einzustimmen. Aber das ist eine andere Geschichte...

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