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Grand Prix-Tagebuch 2011 Teil 5: Spanien

Im Turbo-Suff nach Katalonien

Audi Foto: Grüner 26 Bilder

In unserem Grand Prix-Tagebuch bieten wir Ihnen einen Blick hinter die Kulissen der Formel 1. Hier erzählen die auto motor und sport-Redakteure, was Ihnen auf den 19 Rennen des Jahres alles passiert ist. Teil 5: GP Spanien - Im Turbo-Suff nach Katalonien.

05.12.2011 Tobias Grüner

Nach dem Auftakt in Melbourne gab es erst einmal drei Rennen Sendepause für mich. Der Ärger darüber hielt sich bei mir in Grenzen. China und die Türkei gehören nicht gerade zu den Lieblings-Grand Prix. Mit Barcelona stand nun aber auch nicht gerade ein Highlight auf dem Programm. Schon im Februar und März gab es hier zwei lange Testwochen. Und nun war ich schon wieder auf dem Weg zu meinem Stammplatz im eher schmucklosen Pressezentrum.

Piola-Technik: F1 Autos 2012 1:30 Min.

Da Ecclestone Barcelona und Monaco traditionell im Doppelpack zusammenspannt, machte ich mit Kollege Michael Schmidt im Auto auf die knapp 1.300 Kilometer lange Strecke von Stuttgart nach Katalonien. Mit einem Audi Q5 TSI hatten wir das ideale Gefährt für die Transeuropa-Etappe - zumindest nach Meinung der vielen Tankstellenbesitzer am Wegesrand. Schon auf der A5 kurz vor Freiburg stand der erste Sprit-Stopp des Turbo-Suffs auf dem Plan.

Mit Pink Floyd und Tempomat nach Barcelona

Kaum über die französische Grenze übernahm der Tempomat die Hauptarbeit. Mit Glück und Navi-Hilfe umschifften wir die Rush-Hour in Lyon. Kollege Schmidt, der auf ausländischen Pisten normalerweise am Dauerfluchen ist, gab sich ungewöhnlich entspannt. Ob es am guten Wetter lag? Oder eher an der Musik seiner Lieblingsband Pink Floyd, das ich zuvor auf meinen iPod gepackt hatte. Nur beim Durchqueren der unzähligen Mautstellen gab es ab und zu ein unwirsches Grummeln von links, wenn mal wieder der Geldbeutel gezückt werden musste.

Nach knapp zwölf Stunden kündigte die zunehmende Palmendichte das Ziel an. Während viele Kollegen mitten in Barcelona wohnen, sind wir traditionell in einer Unterkunft in der Satellitenstadt Granollers untergebracht. Wenig Charme, wenig Platz und wenig teuer. Dafür aber nahe an der Strecke und - ganz wichtig - mit Gratis-Internet.

Glas-Attacke bleibt mysteriös

Der erste Weg am Donnerstagmorgen führte direkt zum Force India-Motorhome. Die Glas-Attacke von Adrian Sutil auf Renault-Mitbesitzer Eric Lux war in den Tagen zuvor das Thema. Nun galt es herauszufinden, was damals in dem Shanghaier Nachtclub wirklich passiert war. Der Pilot selbst wollte sich verständlicherweise nicht äußern. Auch Renault machte unmissverständlich klar, dass man keine Kommentare dazu gab.

Immerhin konnte Sutil-Manager Manfred Zimmermann etwas weiterhelfen. Zumindest darüber, was in den Tagen seit dem Zwischenfall passiert war. Wie es Sutil mit einem Sektglas geschafft hatte, seinem Kontrahenten eine fünf Zentimeter lange Wunde am Hals zuzufügen, konnte der Berater aber auch nicht genau erklären. Das Video aus der Disconacht hatte seinen Weg nach Europa noch nicht gefunden. Und der beschuldigte Pilot selbst erinnerte sich nicht mehr genau. Aus journalistischer Sicht höchst unbefriedigend.

Vettel siegt schon wieder

Genauso unbefriedigend war das sportliche Geschehen auf der Strecke. Sebastian Vettel durfte zwar erstmals nicht vom vorderen Startplatz starten, schnappte sich aber dennoch den Sieg im Rennen. Lewis Hamilton war ihm dicht auf den Fersen, kam aber einfach nicht vorbei. Auch Lokalmatador Fernando Alonso konnte mit seinem Blitzstart auf Platz eins nur kurz für Aufregung sorgen. Auf der härteren Mischung ging der Ferrari unter. Am Ende gab es mit der Überrundung die Höchststrafe.

Der Höhepunkt des Wochenendes war der deutsche Medien-Abend im McLaren-Motorhome. Als Vorspeise - so ist es in den Pubs auf der Insel Tradition - gab es ein kniffliges Quiz, das im Gegensatz zum Vorjahr auch nicht mittels iPhone-Internet-Hilfe zu lösen war. Mit meinen 30 Lenzen konnte ich bei den geschichtslastigen Fragen nicht besonders punkten. Immerhin erkannte ich einen Streckenabschnitt aus Zandvoort aus der Vogelperspektive. Mehr als ein Platz im vorderen Mittelfeld war für unseren Tisch aber nicht drin. Wenn Sie selbst miträtseln wollen, werfen Sie einfach einen Blick in die Bildergalerie!

Kleiner Umweg über Andorra

Ohne eine der Whiskey-Flaschen, die es für die Sieger gab, machten wir uns am Montag auf dem Weg nach Monaco. Vorher machten wir aber noch einen kleinen 200 Kilometer-Umweg nach Andorra. Die Steueroase in den Pyrenäen lockte vor allem unsere guten Freunde Roger Benoit vom Schweizer Blick und Karlheinz Zimmermann, dem Motorhome-Gastwirt von Bernie Ecclestone.

Als passionierte Zigarrenraucher nahmen sie uns mit in den örtlichen Tabak-Club. Die Atmosphäre, der riesige Humidor über zwei Stockwerke und das antike von Fidel Castro signierte Zigarren-Rollbrett konnte sogar mich als Nichtraucher beeindrucken. Nach einem fantastischen Essen in einer alten Bauernstube - Schnecken, Riesensteaks und grobe Würste - ging es gut gestärkt in die stressige Monaco-Woche. Aber das ist eine andere Geschichte...

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