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Grand Prix-Tagebuch 2011 Teil 6: Monaco

Carspotting und Yachtspotting

Impressionen - GP Monaco 2011 Foto: Grüner 29 Bilder

In unserem Grand Prix-Tagebuch bieten wir Ihnen einen Blick hinter die Kulissen der Formel 1. Hier erzählen die auto motor und sport-Redakteure, was Ihnen auf den 19 Rennen des Jahres alles passiert ist. Teil 6: GP Monaco - Carspotting und Yachtspotting.

06.12.2011 Tobias Grüner

Mit dem Klassiker im Fürstentum stand endlich das erste Highlight des Jahres auf dem Programm. Mit dem immer noch sehr durstigen Audi Q5 TSI-Testwagen düsten wir von Barcelona quer durch die Pyrenäen, vorbei an Andorra ostwärts durch Südfrankreich bis ins glamouröse Steuerparadies an der Cote D'Azur.

Da sich außer den Rennfahrern keiner die horrenden Hotelpreise in Monte Carlo leisten kann, schlugen wir unser Quartier im französischen Menton auf. Die erste Fahrt an die Strecke stand zwar erst am nächsten Tag auf unserem Plan, von Urlaub am Meer war aber leider nichts zu spüren. Die gierige Krake Internet will schließlich regelmäßig gefüttert werden.

Am Mittwoch ging es dann endlich nach Monte Carlo. Es ist jedes Mal wieder ein erhabener Anblick, wenn nach zahlreichen Serpentinen erstmals der Hafen mit den vielen glitzernden Yachten in Sichtweite kommt. Wen das Monaco-Fieber da nicht packt, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Jeder Formel 1-Fan sollte das mindestens einmal im Leben gesehen haben.

Betreten der Baustelle auf eigene Gefahr

Ich empfehle übrigens die Anreise am Mittwoch. Im Vergleich zu dem Gewusel im Fahrerlager herrscht in einem Ameisenhaufen preußische Ordnung. Ständig muss man herumstehenden Leitern, piepsenden Gabelstablern und motorisierten Hebebühnen ausweichen. Trotz des notorischen Platzmangels kommen die Teams natürlich mit ihren riesigen Motorhomes.

Hier möchte ich nicht für die Logistik zuständig sein. Wie durch ein Wunder ist am Donnerstag, wenn die Fahrer ihre ersten Runden drehen, immer alles fertig. In diesem Jahr gab es am Tag zuvor allerdings einen kleinen Zwischenfall. In der St. Devote-Kurve am Ende der Zielgeraden war ein Kleintransporter abgefackelt. Die dunklen Rauchschwaden habe man in ganz Monaco gesehen, wurde uns berichtet.

Als wir die besagte Stelle besichtigen wollten, waren die Hitzeschäden auf der Fahrbahn bereits beseitigt. Die Straßenmeister hatten über Nacht eine neue Asphaltschicht aufgetragen. Nur die etwas dunklere Farbe des neuen Belags und das Absperrband zeugten noch von dem kleinen Zwischenfall. Wenn die Bauarbeiter auf deutschen Autobahnen doch nur auch mal so schnell handeln würden.

Die Spielzeuge der Superreichen

Die Redaktion zuhause gibt mir freundlicherweise immer zwei kleine Aufgaben mit auf den Weg nach Monaco: Carspotting und Yachtspotting. Welche Spielzeuge sind bei den Superreichen momentan besonders angesagt - zu Wasser und auf der Straße? Leider sind die Supersportler meist schon um die nächste Ecke, bevor ich die Kamera zücken kann. Da sind die Bötchen im Hafen deutlich leichter zu erlegen.

Zum Glück ist der Freitag im Fürstentum immer trainingsfrei. In der St. Devote-Kurve befindet sich das beste Jagdrevier. Hier treffen sich alle Cruiser und Poser mit ihren Kisten zum Sehen und Gesehen werden. Vom höher gelegenen Casino kommen die Rolls Royce, Bentleys und Maybachs herunter. Auf der geöffneten Zielgeraden röhren Ferraris und Lambos um die Wette.

Da sich die Autos die Straße am Grand Prix-Wochenende mit den vielen Fans teilen müssen, bewegen sich auch die teuren Supersportler höchstens mit Schrittgeschwindigkeit vorwärts. Hobbyfotografen haben genug Zeit die seltenen Exemplare abzuschießen. In diesem Jahr hatte ich besonderes Jagdglück: Porsche Carrera GT, Mercedes SLR, Lamborghini Countach und eine AC Cobra konnte ich als Trophäen nach Hause nehmen.

Zwischendurch düsten auch noch die Kollegen der englischen Fernsehsendung Top Gear mit scharfen Kleinwagen um die Strecke. Als Beifahrer hatten sie Bernie Ecclestone, Flavio Briatore und Christian Horner an Bord.

Perez crasht, Vettel siegt weiter

Ach ja, Formel 1 gab es an diesem Wochenende natürlich auch noch. Schon das Qualifying hatte einen Knalleffekt zu bieten. Sergio Perez verlor die Kontrolle über seinen Sauber und krachte in der Hafenschikane heftig in die Bande. Dank der guten Informationspolitik von Sauber war schnell klar, dass der Mexikaner nicht in Lebensgefahr war, die Nacht aber im Krankenhaus verbringen muss.

Nach dem Rennen am Sonntag stand Sebastian Vettel auf dem begehrten Platz in der Fürstenloge. Nach vier Siegen in den ersten fünf Rennen konnte sich der Heppenheimer erstmals den großen Pokal beim Klassiker abholen. Anschließend stieg die große Party auf dem schwimmenden Red Bull-Motorhome. Bei wummernden Beats landeten unvorsichtige Beobachter schnell im großen Pool auf dem Sonnendeck. Auch David Coulthard, Eddie Jordan und Vettels Vater Norbert gehörten zu den Opfern.

Ein weiteres Opfer des Rennens hieß Lewis Hamilton - zumindest wenn es nach ihm selbst ging. Zuerst schickte er Felipe Massa in die Bande, dann drückte er Pastor Maldonado ins Aus. Nach dem Rennen beschwerte er sich über die Strafen der Kommissare. Für seinen lustig gemeinten Spruch - "vielleicht weil ich schwarz bin" - musste sich Hamilton später entschuldigen. Es sollte erst der Anfang einer langen Pechsträhne werden.

Hungrig ins Bett

Durch das kuriose Rennen mit den vielen Crashs und der zwischenzeitlichen Unterbrechung verzögerte sich unser Feierabend leider soweit, dass der Nachtimbiss in unserem traditionellen Diner ausfiel. Der Laden hatte nach Mitternacht bereits zu. In Menton gab es nur noch eine Kneipe mit Instant-Nudeln. Dem Kollegen Michael Schmidt schmeckte es. Beim Anblick der pampigen Pasta verzichtete ich lieber. Nach zwei anstrengenden Wochen Formel 1 am Mittelmeer konnte ich auch mit knurrendem Magen einschlafen.

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