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Grand Prix-Tagebuch 2011 Teil 7: Kanada

Nowitzki-Party mit nassen Füßen

Impressionen - GP Kanada 2011 Foto: Grüner 21 Bilder

In unserem Grand Prix-Tagebuch bieten wir Ihnen einen Blick hinter die Kulissen der Formel 1. Hier erzählen die auto motor und sport-Redakteure, was Ihnen auf den 19 Rennen des Jahres alles passiert ist. Teil 7: GP Kanada - Nowitzki-Party mit nassen Füßen

07.12.2011 Tobias Grüner

Nach drei Europa-Rennen begab sich die Formel 1 Anfang Juni schon wieder auf große Reise. Der Klassiker in Kanada stand auf dem Programm. Eines meiner absoluten Lieblingsrennen. Die Liebe sollte in diesem Jahr allerdings auf eine harte Probe gestellt werden.

Montreal ist immer eine Reise wert. Während des Grand Prix-Wochenendes feiern die Frankokanadier traditionell eine riesige Party in der Stadt. Bis spät in die Nacht sind die Straßen voll - genau wie die Pubs. Die Stimmung ist ausgelassen aber friedlich. Und das Wetter passt normalerweise auch.

Kanada-Fans werden mit Krimi belohnt

Doch in diesem Jahr war das etwas anders. Für den Rennsonntag hatten die Wetterfrösche Schauer vorhergesagt. Und die kamen auch. Land unter war auf der Insel im Sankt Lorenz-Strom angesagt. 122 Minuten musste das Rennen unterbrochen werden. Insgesamt dauerte die Veranstaltung am Sonntag mehr als vier Stunden. Die Fans beklagten sich nicht. Keiner verließ seinen Platz auf der Tribüne. Von den kanadischen Winter ist man schließlich noch viel Schlimmeres gewohnt.

Und so verpasste niemand die grandiose Aufholjagd von Jenson Button, der zwischenzeitlich auf den letzten Platz zurückgefallen war und sich in der letzten Runde auch noch den führenden Sebastian Vettel schnappte. Das Volk auf den Tribünen tobte. Selbst im Pressesaal gab es Applaus für den Briten. Dabei wäre man vorher schon froh gewesen, wenn der Sieger einfach mal nicht Vettel hieß.

Tragische Figur des Rennens war wieder einmal Lewis Hamilton. Nach seinen Crashs und Verbalattacken in Monaco legte sich der McLaren-Pilot dieses Mal ausgerechnet mit dem Teamkollegen an. Ein zum Scheitern verurteiltes Überholmanöver gegen Button endete mit einer defekten Aufhängung. In der langen Regenpause wurde der Brite von US-Sängerin Rihanna getröstet. Hamilton musste bis Rennende in der McLaren-Garage warten. Dann gab es noch den traditionellen Anschiss von den FIA-Kommissaren.

Formel 1 mit Le Mans- und Basketball-Beilage

Formel 1 war allerdings nicht das einzig interessante Sportereignis Anfang Juni. Schon im Vorjahr musste der Kanada GP die Aufmerksamkeit mit der Fußball-WM teilen. Und auch in diesem Jahr waren die Journalisten mit einem Auge meist woanders. In Le Mans lief parallel ein hochdramatisches 24 Stunden Rennen. Mit Allan McNish und Mike Rockenfeller zerstörten gleich zwei Audi-Piloten ihre Dienstwagen auf spektakuläre Weise. Die YouTube-Videos der Crashs liefen auf den Laptops im Pressezentrum rauf und runter.

Neben Le Mans und Formel 1 tanzten meine Gedanken auch noch auf einer dritten Hochzeit. Die Dallas Mavericks hatten sich überraschend in die NBA-Finals gekämpft. Zwar wollte mir Kollege Michael Schmidt ständig einreden, dass Basketball ein "Doofensport" sei, ein Hardcore-Dirk Nowitzki-Fan lässt sich aber nicht so leicht davon abhalten, die Finalspiele live zu verfolgen.

Schon am Donnerstag hatte eine kleine verschworene Gemeinschaft den Sieg der Mavs zur 3:2 Führung gegen die Miami Heat gefeiert. Mit dabei im "Dundees" war natürlich auch Helmut Uhl. Der Würzburger Bild-Reporter kennt den deutschen Basketball-Star persönlich und hielt während des Spiels ständig SMS-Kontakt mit dem Vater von Dirk Nowitzki.

Formel 1-Afterparty

Spiel sechs war ausgerechnet für den Rennsonntag angesetzt. Wegen der Regenunterbrechung dauerte der Grand Prix mehr als zwei Stunden länger als geplant. Bis alle Geschichten und Fotogalerien endlich online waren, war die Begegnung schon längst angepfiffen. Leider liegt die Rennstrecke in Montreal auch noch mitten auf einer Insel im Sankt Lorenz-Strom. Der lange Weg zurück in die Stadt geht nur per Shuttle-Bus.

Um wenigstens noch rechtzeitig zur zweiten Halbzeit zu kommen, verzichtete ich auf den Zwischenstopp im Hotel und die eigentlich notwendige warme Dusche. Mit immer noch triefnassen Socken erreichte ich schließlich die Sports-Bar, wo der Nowitzki-Fanclub bereits an unserem Glückstisch auf mich wartete. Der ganze Stress sollte sich am Ende lohnen: Mit zehn Punkten Vorsprung machten die Mavericks das Wunder wahr. Zur Feier des deutschen Nationalhelden gab es Barbecue-Ribs und kanadisches Bier. Die nassen Socken waren schnell vergessen.

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