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Grand Prix-Tagebuch 2011 Teil 8: Valencia

Rekord beim Langweiler-Rennen

Impressionen GP Europa 2011 - Valencia Foto: Wolfgang Wilhelm 24 Bilder

In unserem Grand Prix-Tagebuch bieten wir Ihnen einen Blick hinter die Kulissen der Formel 1. Hier erzählen die auto motor und sport-Redakteure, was Ihnen auf den 19 Rennen des Jahres alles passiert ist. Teil 8: GP Europa - Rekord beim Langweiler-Rennen.

08.12.2011 Tobias Grüner

Die Schuhe waren vom Dauerregen am Rennsonntag von Montreal immer noch nicht ganz getrocknet, da ging es schon wieder in den Flieger nach Valencia. Der Wetterbericht für Südspanien sagte Sonne voraus. Die ganze Woche. Genau das brauchte ich jetzt, um die Batterien wieder aufzuladen.

Doch schon kurz nach der Landung war es vorbei mit der Urlaubsstimmung. Eine Mailboxnachricht zwang uns direkt in den Arbeitsmodus umzuschalten. Ein Informant hatte gehört, dass der im Hintergrund schwelende Motorenstreit beigelegt wurde. Statt des ursprünglich geplanten Vierzylinders hatte man sich in der Formel 1-Kommission auf einen V6 geeinigt. Mit Turbo und mit KERS.

Nach dem Einchecken im Hotel einigte ich mich mit dem Kollegen Michael Schmidt auf eine Arbeitsteilung. Er schreibt schnell den Artikel, ich recherchiere derweil die Geschichte des Sechszylinders in der Formel 1 inklusive Bildergalerie. Eine halbe Stunde später war die Geschichte online. Vor allen anderen.

Große Medienrunde im Force India-Motorhome

In einer anderen Story war uns die Frankfurter Allgemeine Zeitung dagegen zuvorgekommen. Die Kollegen berichteten, dass Renault-Mitbesitzer Eric Lux in der Shanghai-Affäre nun doch Anzeige gegen Adrian Sutil erstattet hatte. Der Luxemburger hatte immer wieder rechtliche Schritte angekündigt, ließ seinen Worten aber bislang keine Taten folgen. Die Kollegen von der FAZ veröffentlichten die Geschichte clevererweise so spät am Mittwochnachmittag, dass schon sämtliche Behörden im Feierabend waren.

Die erste Chance, die Story nachzurecherchieren ergab sich somit erst am Donnerstag. Doch Sutil konnte mir weder bestätigen noch dementieren, dass offiziell etwas gegen ihn vorliegt. Offenbar wusste die Presse mal wieder vor dem Betroffenen selbst Bescheid. In der Medienrunde herrschte entsprechend viel Andrang. Der Pilot versuchte die Fragen trotz des laufenden Verfahrens so gut wie möglich zu beantworten. An Sutils Stelle hätte ich - vor allem bei den wenig zimperlichen englischen Kollegen - einfach auf stur gestellt und keinen Kommentar abgegeben.

Auch Nico Rosberg gab in seiner Medienrunde keine besonders gute Figur ab. Kurz vor der Frauenfußball-WM wurde der Mercedes-Pilot von Reportern nach seinem Interesse für die weiblichen Ballspiele gefragt. Mit einem gewagten Vergleich zu den Paralympics versuchte der Fahrer zu erklären, dass er sich Sport generell nicht nur dann anschaut, wenn er auf höchstem Niveau betrieben wird. Wer Rosberg kennt, der weiß, dass er sich lediglich etwas ungeschickt ausgedrückt hatte. Für den Boulevard war es natürlich ein gefundenes Fressen.

Red Bull lässt sich nicht einbremsen

Sportlich gab es aus Valencia nicht viel zu berichten. Nach den vielen Rennkrimis zu Saisonbeginn konnte der Grand Prix von Europa die Erwartungen nicht erfüllen. Vettel Pole, Vettel Sieg. Mit mehr als zehn Sekunden. Selbst die deutschen Kollegen sehnten sich nach etwas mehr Spannung in der WM. Die Bild-Zeitung stellte bereits eine Glückwunschkarte zum Titel aus, auf der jeder der wollte unterschreiben konnte.

Dabei hatte es vor dem Wochenende noch viel Stress um den angeblasenen Auspuff gegeben. Erstmals mussten die Teams im Rennen die gleichen Motoreinstellungen wie im Qualifying fahren. Doch das konnte die Red Bull am Ende auch nicht sonderlich einbremsen.

Valencia stellt neuen Rekord auf

Viele Gründe gab es also nicht, warum der Grand Prix von Europa länger als drei Tage in Erinnerung bleiben sollte. Allerdings stellte die Formel 1 fast unbemerkt einen neuen Rekord auf: Von den 24 gestarteten Autos kamen tatsächlich alle ins Ziel. So viele wie noch nie zuvor.

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