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Grand Prix Tagebuch Deutschland 2016

Ferrari zeigt sich unentspannt

Impressionen - F1 Tagebuch - GP Deutschland 2016 Foto: sutton-images.com 31 Bilder

In ihren Grand Prix Tagebüchern liefern die auto motor und sport Reporter persönliche Eindrücke vom Arbeitsalltag an einem Formel 1-Wochenende. In Folge 12 berichtet Tobias Grüner, was hinter den Kulissen beim GP Deutschland abgegangen ist.

12.12.2016 Tobias Grüner

Am 28. Juli klingelte mein Handy. Ich habe es nicht gehört, denn es war erst 7 Uhr in der Früh, als Kollege Andreas Haupt vergeblich versuchte mich zu erreichen. Um diese Uhrzeit stand mein Telefon genau wie ich noch im Tiefschlafmodus. Und so las ich die Hiobsbotschaft erst mit Verspätung über WhatsApp: „Hi Tobi, hab Fieber. Muss zum Arzt. Kannst Du das Wochenende einspringen?“, so die kurze Mitteilung des Kollegen.

Eigentlich sollte Andi das Hockenheim-Wochenende zusammen mit Michael Schmidt wuppen. Ich hatte mich nur zur Unterstützung am Donnerstag und Freitag angemeldet. Und nun durfte ich also auch am Wochenende ran. Es hätte schlimmer kommen können. Der Weg von Schwaben ins Badische ist ja bekanntlich nicht weit. Zu überwinden sind nur einige kulturelle Gräben. Das einzige Problem: Ich hatte für den Sonntag Tickets auf der Mercedes-Tribüne gekauft. Da musste also eine Lösung her. Aber dazu später mehr.

Ferrari präsentiert sich gereizt

Das Wochenende an der Strecke ging gut los. Viele Technik-News hatte ich beim letzten Rennen vor der Sommerpause eigentlich nicht mehr erwartet. Da kam plötzlich Toro Rosso mit einem größeren Aero-Paket um die Ecke. Und auch als der Ferrari in Richtung technische Abnahme rollte, gab es etwas zu entdecken: Die Techniker hatten eine Schachbrettfolie am Frontflügel und eine Kamera an der Nase befestigt. Hier wollte man offenbar die Flexibilität des Flügels während der Fahrt messen.

Leider hatte ich das Gimmick zu spät erkannt und musste nun warten, bis der Ferrari die FIA-Garage wieder verließ. Die präparierte Nase war zunächst auf einem Transport-Gestell befestigt. Doch als der Metallrahmen wieder zurück in die Boxen ging, waren nur normale Nasen drauf. Die Techniker mussten das Test-Objekt also ans Auto geschraubt haben. Und tatsächlich: Als der Wagen rückwärts aus der FIA-Box rollte, konnte ich die einen genauen Blick auf das interessante Detail werfen.

Doch kaum hatte ich die Kamera gezückt, zeigten sich die Ingenieure plötzlich gar nicht mehr entspannt. Ein Techniker baute sich vor mir auf und wedelte mit dem erhobenen Zeigefinger. Mein Italienisch ist sicher ausbaufähig, doch auf ein gemütliches Bier wollte er mich wohl nicht einladen. Ich wusste gar nicht, was der Kollege im roten Dress von mir wollte. Schließlich konnte die Nase einen Tag später sowieso jeder sehen. Aber es zeigte mal wieder, wie angespannt die Stimmung im Ferrari-Lager war. Überall Feinde.

Der Tag klang deutlich gemütlicher aus als er begonnen hatte. Mercedes lud hinter der eigenen Tribüne zum Barbecue ein. Doch als ich nach getaner Arbeit mit etwas Verspätung dort ankam, hatte der Rest der TV- und Journalisten-Meute die besten Stücke aber schon weggeputzt. Steaks waren aus. „Das Beste oder nichts“, grinste ich dem Mercedes-Pressesprecher an, als ich mir zwei verschrumpelte Würstchen auf den Teller schaufelte.

Der Freitag wurde wieder einmal von Mercedes dominiert. Es sah alles nach einem normalen Wochenende aus. Den nicht eingeplanten Samstagsdienst teilte ich mir mit der Kollegin Bianca Leppert. Ich schrieb den Quali-Bericht. Sie kümmerte sich vom parallel stattfindenden 24h-Rennen in Spa um die Bilder-Galerie. Am Sonntag war zum Glück Kollege Haupt wieder soweit fit, dass er die Rennberichterstattung mit Schmiddi alleine hinbekam.

Neue Perspektive beim Live-Erlebnis

Ich freute mich schon wie Bolle, nach 30 Jahren mal wieder ein Rennen von der Tribüne anzuschauen. Ach ja, bevor Sie fragen: Dank unserer strengen Compliance-Regeln bekommen auch wir die Tickets natürlich nicht geschenkt. Für die 4 Sitzplätze – ich hatte auch meine Eltern und meine Frau eingeladen – wechselte eine vierstellige Summe den Besitzer. Was tut man nicht alles dafür, dass der Grand Prix im eigenen Land gesichert wird.

Obwohl die Mercedes-Tribüne höchstens zu drei Vierteln gefüllt war, bildeten sich an den Essens- und Getränkeständen vor dem Rennen ewig lange Schlangen. Die meisten Zuschauer warfen ihre Plastikbecher schließlich einfach in den Müll, ohne das bezahlte Pfand wieder einzusammeln. Da könnte man beim nächsten Rennen wirklich noch etwas nachbessern liebe Hockenheimer.

Gut war dagegen die Mercedes-Show auf der kleinen Bühne. Aktuelle und ehemalige Formel 1-Piloten ließen sich persönlich blicken und schrieben Autogramme. Dazwischen gab es immer wieder ordentliche Musik. Zusammen mit den ausgestellten Mercedes F1-Klassikern kamen Rennsport-Fans voll auf ihre Kosten.

Rosberg enttäuscht heimische Fans

Leider kann man das nicht fürs Rennen sagen. Die meisten Fans auf der Tribüne hatte Nico Rosberg die Daumen gedrückt. Doch der Lokalmatador kam von der Pole Position nicht in die Gänge. Lewis Hamilton übernahm früh das Kommando. In der Frage des Rennsiegs war die Luft bereits nach wenigen Metern raus. Für etwas Aufregung sorgte nur das Überholmanöver von Rosberg gegen Verstappen, bei dem sich der Mercedes-Pilot nach Ansicht der Rennleitung unfair durchgesetzt hatte.

Wenn man kein Handy mit F1-Ticker zur Hand hatte, bekam man von der 5-Sekunden-Strafe allerdings nichts mit. Der Streckensprecher war einfach zu leise. Die Leinwand viel zu klein und zu weit weg. Auch hier müssten die Veranstalter mal nachbessern, um das Live-Erlebnis für die Zuschauer zu verbessern.

Am Ende verpasste Rosberg das Podium komplett. Immerhin sorgte Ricciardo für etwas Party-Stimmung, als er sich den Champagner erstmals aus dem Schuh in den Hals kippte. Ich machte mich derweil zusammen mit den 60.000 anderen Fans auf den Heimweg. Auch das war eine neue Erfahrung. Wenn ich die Strecke normalerweise verlasse, ist von dem Mega-Stau-Chaos immer nichts mehr zu sehen.

In der Galerie finden Sie noch einige persönliche Impressionen der auto motor und sport-Reporter vom Geschehen hinter den Kulissen.

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