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Grand Prix Tagebuch Monaco 2016

Sutil im Stau vor St.Devote

Impressionen - F1 Tagebuch - GP Monaco 2016 Foto: ams 34 Bilder

In ihren Grand Prix Tagebüchern liefern die auto motor und sport Reporter persönliche Eindrücke vom Arbeitsalltag an einem Formel 1-Wochenende. In Folge 6 berichtet Tobias Grüner, was hinter den Kulissen beim GP Monaco abgegangen ist.

06.12.2016 Tobias Grüner 1 Kommentar

Normalerweise überlasse ich immer der Kollegin Bianca Leppert den Trip an die Côte d'Azur. Unsere Frau im Fahrerlager muss schließlich auch regelmäßig nach Russland oder China, wo sonst keiner von uns hin will. Und zum Ausgleich bekommt sie eben das Highlight Monte Carlo. Doch in diesem Jahr hat sie die Rechnung ohne Bernie Ecclestone gemacht. Der F1-Boss hat den Klassiker auf den gleichen Termin wie die 24 Stunden am Nürburgring gelegt. Und da sich im Eifel-Fahrerlager keiner so gut auskennt, wie Frau Leppert, musste sie die Reise ans Mittelmeer schweren Herzens absagen.

Ihr Pech, mein Glück, dachte ich mir, als es auf den längsten Roadtrip des Jahres ging. Wie immer machten wir uns mit dem Auto auf die 800 Kilometer-Reise Richtung Süden. Und wie immer wurde auf dem Weg auch noch unser werter Reporter-Kollege Roger Benoit vom Schweizer Blick in Zürich aufgegabelt. Der Deal war wie üblich: Er bekommt eine Mitfahrgelegenheit, dafür muss er die horrenden französischen Mautgebühren berappen.

Teure Hotels an der Côte d'Azur

Nicht nur die Straßengebühren leeren den Geldbeutel schnell. Auch die Hotel-Preise sind zum F1-Rennen besonders gepfeffert. Um einigermaßen bezahlbaren Wohnraum zu finden, nächtigen wir stets ein paar Kilometer außerhalb von Monte Carlo im französischen Menton. Unser Best Western-Hotel, in dem wir seit Jahren absteigen, verlangt mittlerweile aber auch schon 1.650 Euro für eine Woche. Und weniger als 7 Nächte kann man zum Formel 1-Rennen gar nicht buchen.

Weil ich den Wahnsinn nicht mehr einsehe, habe ich für das kommende Jahr bereits woanders reserviert. Aber die Preise steigen leider überall. Irgendwann müssen wir wohl wie Norbert Vettel im eigenen Motorhome anreisen und uns einen Camping-Platz suchen. Der Vater von Sebastian Vettel erklärt uns jedes Jahr, wie lustig der Trip im Caravan von Heppenheim ans Mittelmeer ist – und vor allem wie günstig. Wenn Sie sich also wundern, warum wir so viel nervige Werbebanner auf unserer Webseite haben: Formel 1-Reisen sind teuer!

Exklusive Informationen gibt es aber bekanntlich nur, wenn man vor Ort ist. Genau wie exklusive Bilder. Und so gehört neben der sportlichen Berichterstattung in Monaco auch jedes Jahr wieder der Streifzug durch den Hafen und durch die Straßen des Fürstentums zum Pflichtprogramm. Yacht- und Car-Spotting steht in jeder freien Minute auf dem Plan. Die Kamera muss immer schussbereit sein. Nirgends macht die Jagd auf teure Boote und Autos so viel Spaß wie bei den extrovertierten Millionären von Monte Carlo.

In diesem Jahr waren es aber nicht die dicken Dampfer im Hafen, die für Aufmerksamkeit sorgten, sondern Power Boote und Designer-Yachten von Mercedes (siehe Galerie). Fette Beute auf 4 Rädern sucht man am besten vor dem Casino. Allerdings hat sich das auch schon bei anderen Fans herumgesprochen. Und so sind die edlen Karossen der Superreichen immer von vielen Schaulustigen umringt. Man muss etwas die Ellenbogen ausfahren, um ein freies Schussfeld zu bekommen.

Sutil kommt vom Supermarkt

Wenn man nicht nur parkende, sondern auch fahrende Autos ablichten will, geht es am besten in die enge St. Devote-Kurve. Dieses Jahr fuhr mir hier ein exotischer Koenigsegg CXX vor die Linse. Erst als wir die Carspotting-Galerie veröffentlicht hatten, klärte mich ein Leser auf, dass es sich hier um das Auto von Adrian Sutil handelte. Der Ex-Formel-1-Pilot hat eine Wohnung in Monte Carlo und kam wohl gerade von der Fahrt zum Supermarkt (oder so ähnlich).

Neben der Show außenherum passte auch die Unterhaltung auf der Rennstrecke. Nach der Mercedes-Kollision in Barcelona sah es im Qualifying schon nach der nächsten Silber-Pleite aus. Daniel Ricciardo hatte sich vor Nico Rosberg die Pole Position gesichert. Doch im Rennen konnte der Australier seinen überlegenen Speed nicht nutzen. Bei wechselnden Wetterbedingungen kamen nicht nur die Autos ins Schlingern sondern auch der Red Bull-Kommandostand.

Beim Boxenstopp wurde in letzter Sekunde eine neue Reifenwahl angeordnet. So schnell konnten die Mechaniker jedoch nicht reagieren. Und Ricciardo stand plötzlich ganz ohne Gummis in der Boxengasse. Der Patzer servierte Lewis Hamilton den Sieg auf dem Silbertablett. Rosberg fuhr dagegen das schlechteste Rennen des Jahres und landete nur auf Position 7. Die WM war wieder deutlich spannender.

Wen interessiert Justin Bieber?

Nach der Zieldurchfahrt wartete ich im Mercedes-Motorhome auf die beiden Silberpfeil-Piloten, die sich wegen des Siegerfotos noch etwas verspäteten. Am Nachbartisch blödelte Justin Bieber mit seiner Entourage herum. Ich kann mich noch an den Gedanken erinnern, dass jetzt wahrscheinlich tausende von Mädels gerne mit mir tauschen würden. Mich aber interessierte der volltätowierte Blondschopf mit seinen Schlabber-Klamotten nullkommanull. Ich wollte nur ein paar Infos von den Fahrern, um möglichst schnell auf den Heimweg zu kommen.

Themen gab es genug. Diskutiert wurde über die Stallregie bei Mercedes, den Start hinter dem Safety-Car, die Kollision der beiden Sauber, das Podium von Sergio Perez, den Crash von Max Verstappen und über Hamiltons Abkürzen in der Schikane. Wie 5 Monate später in Mexiko gab es keine Strafe für den Weltmeister, obwohl er unter Druck seiner Verfolger die Strecke verlassen hatte. Wir hatten auf jeden Fall genug gute Geschichten bis zum nächsten Rennen in Montreal. Vor dem Trip über den großen Teich ging es aber erst einmal wieder die 800 Kilometer zurück nach Stuttgart.

In der Galerie finden Sie noch einige persönliche Impressionen der auto motor und sport-Reporter vom Geschehen hinter den Kullissen.

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A..., tento článok ma zaujíma (!), len si ho už nechám na zajtra a dnes už dobrú noc prajem !!! ;)

Rasto Mahdal 6. Dezember 2016, 22:50 Uhr
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