6 Ausgaben testen + attraktive Prämie sichern!

6 Ausgaben auto motor und sport mit 25% Preisvorteil zum Preis von nur 17,60 € (ggf. zzgl. 1 € Zuzahlung) testen.

Dazu eine unserer zahlreichen attraktiven Prämien sichern!

Weitere Infos und Bestellung HIER!

Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Grand Prix Tagebuch Ungarn 2016

Wende im WM-Kampf

Tagebuch - Formel 1 - GP Ungarn 2016 Foto: sutton-images.com 23 Bilder

In ihren Grand Prix Tagebüchern liefern die auto motor und sport Reporter persönliche Eindrücke vom Arbeitsalltag an einem Formel 1-Wochenende. In Folge 11 berichtet Bianca Leppert, was hinter den Kulissen beim GP Ungarn abgegangen ist.

11.12.2016 Bianca Leppert

Es gibt Grands Prix, die sind unter einigen Kollegen weniger beliebt und es gibt Grands Prix, auf die man sich schon Wochen vorher freut. Das Rennen nahe der ungarischen Hauptstadt Budapest gehört beim Kollegen Michael Schmidt und mir zweifelsohne zu den Favoriten. Warum? Man bekommt nicht nur ein Rennen mit Tradition geboten, sondern einen kulturell wertvollen Städtetrip inklusive.

Schon seit Jahren hausen wir immer im gleichen Hotel in der Innenstadt. Und das ist nur wenige Minuten zu Fuß von einigen Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Bars entfernt. Deshalb treffen wir uns am ersten Abend, wenn sich der ganze Rummel noch in Grenzen hält, auch immer im selben Restaurant mit unserem Schweizer Kollegen Roger Benoit vom Blick. Sie merken? Beständigkeit schätzt man in unserer Reisegruppe sehr.

Die Stärkung haben wir bitter nötig: Auf dem Weg zum Hotel standen wir ewig lange im Stau, weil es doch tatsächlich ein Auto geschafft hatte, mitten auf einer Kreuzung in der Stadt auf dem Dach liegen zu bleiben. Noch eine Weile rätseln Michael und ich, wie der Fahrer das hinbekommen hat. Wobei ich für den aggressiven Schmidtschen Fahrstil, der uns erstaunlicherweise trotzdem immer sicher ans Ziel bringt, meine Hand auch nicht ins Feuer legen würde.

Sightseeing-Tour in Budapest

Die gemeinhin bekannte Ungeduld von Kollege Schmidt äußert sich dann auch nach dem gemütlichen Essen. Während er den kürzesten Rückweg zum Hotel anstrebt, überreden meine Speedweek-Kollegin Vanessa Georgoulas und ich ihn zu einer spontanen Sightseeing-Tour.

Im Doppelpack kann er unserem Betteln nicht widerstehen. Und so kommen wir zu einem tollen Spaziergang an der Donau entlang, wo wir unter anderem die eindrucksvoll beleuchtete Kettenbrücke bestaunen. Und siehe da: Michael macht sich ziemlich gut als Reiseführer.

Budapest ist wirklich eine Reise wert. Am Donnerstag entdecke ich in der Nähe des Hotels ein tolles Café, in dem ich meinen nötigen Koffein-Bedarf decken kann und Croissants für unsere Fahrgemeinschaft bestehend aus Michael, Vanessa und mir besorge. Ich bin allerdings die einzige, die so viel Wert auf feste Nahrung legt – die Herzen von Michael und Vanessa schlagen mehr für die Kalorienaufnahme über das von ihnen so geliebte belgischen Leffe-Bier. Natürlich nicht in der Früh, sondern am Abend.

Vettel sorgt für Verwunderung

Im Fahrerlager erwarten uns am Donnerstag Diskussionen um die verschärften Funkregeln, den Asphalt auf dem Hungaroring und Co. Richtig interessant wird es eigentlich nur in der Runde von Sebastian Vettel: Der Ferrari-Pilot gibt den Medien eine gewisse Mitschuld, dass der Druck auf Ferrari so groß ist. Er selbst versucht sich als Optimist. Hinterher wundern wir uns allerdings alle ein bisschen, schließlich ist es doch der Boss Sergio Marchionne höchstpersönlich, der seiner Mannschaft Beine macht.

Kollege Schmidt muss sich ähnlich fühlen – Vanessa und ich halten ihn mit unseren witzelnden Kommentaren ständig auf Trab. Tja, als Hahn im Korb hat man es eben nicht leicht. Nicht von ungefähr machte mich ein Kollege bereits einmal darauf aufmerksam, dass Schmiddi und ich uns wie ein altes zankendes Ehepaar verhalten. Und irgendwie hat er ja recht: Es sind wird oft eifrig und laut diskutiert, aber danach sind wir wieder ein Herz und eine Seele. Wenn man 7 Jahre lang immer wieder gemeinsam auf Reisen ist, kennt man schließlich die Macken des anderen.

Rosberg sorgt für erhöhten Freitags-Stress

Am Freitagmorgen hält mich die Meldung auf Trab, dass Nico Rosberg seinen Vertrag bei Mercedes verlängert hat. Eine tolle Neuigkeit für ihn und seine Fans, für mich könnte sie jedoch zeitlich nicht unpassender kommen. Am Freitagmorgen steht vor dem ersten Training stets die Vorbereitung des Livetickers an, dann wird die Tasten gehauen, in der Mittagspause folgt die Bildergalerie, danach wird wieder getickert und schließlich Stimmen gesammelt.

Am Abend ist all der Stress aber schnell vergessen. Wir landen schon zum zweiten Mal in einer belgischen Kneipe, die das Paradies für die Leffe-Fans Michael und Vanessa ist. Und nach einem Probier-Schluck muss selbst ich als seltene Biertrinkerin sagen: Schmeckt ziemlich gut das Zeug!

Vielleicht hätte ich eine Flasche davon in der Tasche haben sollen, als ich am Samstagmorgen vor dem dritten Training noch schnell durch die Boxengasse husche, um ein paar Technikbilder zu machen. Die Mechaniker von Williams und Ferrari scheinen darüber gar nicht erfreut zu sein und wollen meinen Formel 1-Pass sehen.

Mit einem Lächeln zeige ich ihnen das Ticket und siehe da, man plauscht freundlich über dies und das. Eher die Ausnahmen. Denn nicht selten scheinen die Team-Angestellten nahezu paranoid zu sein. Kaum hat man eine Kamera in der Hand, wittert man Technik-Spione der Konkurrenz.

Qualifying wird zur Geduldsübung

Für das Qualifying am Nachmittag brauchen wir einmal mehr ziemlich viel Ausdauer. Ganze 94 Minuten zieht sich das Spektakel hin. Und diese Bezeichnung hat es wahrlich verdient. Allein in Q1 wird 4 Mal die rote Flagge gezeigt. Rund 40 Minuten vor dem Beginn öffnete der Himmel seine Schleuse und schickte zur Unterhaltung einen Platzregen. 11 der 22 Autos schaffen in der Theorie nicht mal die 107%-Hürde.

In Q3 wird es dann eher politisch. Weil Fernando Alonso sich dreht, werden gelbe Flaggen gezeigt, das Auto ist aber bereits zurückgeschoben als Rosberg die Stelle in seiner Pole-Runde passiert. Hinter Rosbergs Bestzeit steht zunächst ein Fragezeichen. Erst am Abend, als er schon nicht mehr an der Strecke weilte, wird der Vorfall untersucht und entschieden, er habe ausreichend verlangsamt. Die Fahrer fordern daraufhin eine klare Definition des Regelwerks. Einmal mehr fährt die Formel 1 nicht nur im Kreis, sondern dreht sich auch darin.

Im Rennen hatte Rosberg dann doch das Nachsehen. Lewis Hamilton geht bereits in der ersten Kurve in Führung und gibt diese auch nicht mehr ab. Damit übernimmt der Brite die Führung in der WM-Wertung. War das schon die Wende? Kaum einer glaubt mehr daran, dass Rosberg die Reihenfolge nochmal drehen kann. Unterhaltsam ist auch das harte Duell zwischen Max Verstappen und Kimi Räikkönen. Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass der Fahrstil von Verstappen kritisiert wird.

In der Galerie finden Sie noch einige persönliche Impressionen der auto motor und sport-Reporter vom Geschehen hinter den Kullissen.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie uns Ihre Meinung.

Neues Heft
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden