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Grand Prix Tagebuch USA 2016

Wunderkind in der Kritik

Impressionen - F1 Tagebuch - GP USA 2016 Foto: sutton-images.com 32 Bilder

In ihren Grand Prix Tagebüchern liefern die auto motor und sport Reporter persönliche Eindrücke vom Arbeitsalltag an einem Formel 1-Wochenende. In Folge 18 berichtet Tobias Grüner, was hinter den Kulissen beim GP USA abgegangen ist.

18.12.2016 Tobias Grüner

Normalerweise ist die Reise nach Texas immer eines der absoluten Highlights des Jahres für mich. Doch nach dem komplett verregneten Austin-Wochenende 2015 war die Erwartungshaltung dieses Jahr etwas gedämpft, als ich in den Lufthansa A380 von Frankfurt nach Houston stieg. Beim Aussteigen waren die Sorgen allerdings schnell wieder verflogen: 34°C und Sonne begrüßten auf der anderen Seite des großen Teichs.

Jubiläumsrennen in Austin

Für mich gab es in Austin dieses Jahr etwas ganz Besonderes zu feiern. Es war mein 100. Grand Prix, den ich als auto motor und sport Reporter vor Ort aus dem Pressezentrum verfolgt habe. Im Gegensatz zum Kollegen Schmidt rechne ich in meine persönliche Statistik nicht auch noch die ganzen Privatbesuche als Fan an der Rennstrecke mit ein. Aber egal wie man zählt – an seine weit über 500 Rennen werde ich wohl nie herankommen.

Gefeiert wurde mit einem kleinen Abendessen beim Mexikaner in Austin. Mit dabei waren unter anderem Sky-Kommentator Sascha Roos, Bild-F1-Urgestein Helmut Uhl sowie der Schweizer Mathias Brunner von Speedweek. Wo wir gerade beim Thema sind: Kann mir eigentlich jemand erklären, warum das mexikanische Essen in den USA so viel besser schmeckt als in Mexiko? Vielleicht bin ich ja auch der einzige Liebhaber von saftigen Burritos, die in literweise Schmelzkäse, Guacamole und Bohnenmus ertrinken.

Hamilton benimmt sich leider wieder

Neben dem kalorienhaltigem Essen gab es auch sportlich Einiges zu berichten. Der erste Höhepunkt des Wochenendes war die FIA-Pressekonferenz am Donnerstag. Nach dem Medien-Boykott von Lewis Hamilton in Suzuka wurde der Weltmeister zur Strafe gleich wieder eingeladen, um vor den Journalisten zu sprechen.

Normalerweise ist die Veranstaltung von der schreibenden Presse immer nur mäßig besucht. Vor laufenden Kameras wollen die Piloten nie so richtig spannende Sachen sagen, was die ganze Angelegenheit stets in eine etwas dröge Nummer verwandelt. Doch in Austin waren die Plätze vor dem Podium gut gefüllt. Jeder wollte wissen, was sich Hamilton jetzt wieder einfallen lässt.

Doch offenbar hat die Standpauke von Mercedes in den Tagen zuvor gewirkt. Der Champion gab sich lammfromm und antwortete ausnahmsweise mal mit mehr als einem Satz auf die Fragen der Reporter. Das war fast schon etwas enttäuschend. Ich hatte insgeheim auf eine Fortsetzung der Hamilton-Show gehofft. Auch auf der Piste gab sich der Brite ganz konzentriert. Rosberg hatte an diesem Wochenende keine Chance im Teamduell. Mit Rang 2 erfüllte der WM-Spitzenreiter aber die Pflicht.

Der Doktor kritisiert sein Wunderkind

Der Fahrer, über den in Austin die meisten Zeilen geschrieben wurden, hieß mal wieder Max Verstappen. Der Holländer geriet im Fahrer-Briefing am Freitag unter Beschuss der Kollegen. Auf Druck von Vettel, Hamilton und Co. schrieb die FIA die Überholregeln um. Spurwechsel auf der Bremse sind seitdem verboten. Es entbehrte nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet Vettel der erste Pilot war, der in Mexiko nach Anwendung des neuen Paragrafen bestraft wurde.

Auch im Rennen hinterließ Max Verstappen Eindruck. Erst ignorierte er die Aufforderung der Ingenieure, die Reifen zu schonen („Ich bin nicht hier, um Vierter zu werden“), dann tauchte er unaufgefordert an der Red Bull-Box zum Reifenwechsel auf („Ich hatte irgendwie gedacht, dass ich reinkommen soll“).

Normalerweise teilen wir auto motor und sport-Reporter nach dem Rennen immer auf, wer zu welchem Thema recherchiert. Die Baustelle Red Bull überlasse ich dabei gerne dem Kollegen Schmidt, der zu den Teamverantwortlichen im Bullenstall ein gutes Verhältnis pflegt. Ich werde dagegen von Helmut Marko auch gerne mal mit dem freundlichen Spruch begrüßt: „Da kommt wieder der Herr Grüner von Auto Mercedes und Sport.“

Doch dieses Mal hatte Schmiddi keine Zeit zur langen Recherche. Wegen der Zeitverschiebung zu den USA und dem nahen Drucktermin musste das Magazin kurz nach dem Rennen abgeschlossen werden. Nach dem für Verstappen ziemlich verkorksten Rennen machte ich mich schon auf einen schlecht gelaunten „Doktor“ gefasst. Doch mit Erstaunen musste ich feststellen, dass Marko auf meine kritischen Fragen zu seinem Schützling äußerst verständnisvoll reagierte.

Der Österreicher gab selbst zu, dass Verstappen manchmal noch zu ungestüm fahre. Und zum ungeplanten Boxenstopp grinste Marko nur: „Da haben wir 80 clevere Strategen und dann entscheidet der Holländer selbst, wann er reinfährt.“ Solch kritische Töne hatte man vom Red Bull-Berater selten über sein Wunderkind gehört. Das sorgte natürlich in den Tagen nach dem Rennen für einige Schlagzeilen.

Video-Dreh in 77 Metern Höhe

Themen gab es also genug, über die wir in unserem Video-Blog „Formel Schmidt“ sprechen konnten. Normalerweise nehmen wir die kleine Experten-Diskussion gemütlich in der Redaktion auf. Doch bei Doppel-Schlägen wie in den USA und Mexiko müssen wir immer improvisieren. Nach Absprache mit den Organisatoren in Austin entschieden wir uns, die aktuelle Folge auf dem Aussichtsturm in der Mitte der Strecke aufzunehmen.

Es war zugegeben schon etwas komisch, ganz alleine in den Aufzug des Tower zu steigen und auf der 77 Meter hohen Plattform im zweiten Stock die Filmausrüstung aufzubauen. Aber es hat sich gelohnt. Zum Glück hatte unser Hotel in Houston am Montagabend eine vernünftige Internet-Verbindung, so dass die mehrere Gigabyte großen Video-Dateien in wenigen Stunden in den Schnittraum nach Stuttgart übermittelt waren.

Mit einer großen Pizza und einigen Bierchen ließen wir das Texas-Wochenende am Abend ausklingen. Im Fernsehen war von Formel 1 zu diesem Zeitpunkt übrigens nichts mehr zu sehen. Die US-Sender zeigten nur Monday Night Football.

In der Galerie finden Sie noch einige persönliche Impressionen der auto motor und sport-Reporter vom Geschehen hinter den Kullissen.

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