Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Grand Prix von England komplett ausverkauft

Foto: Wilhelm 43 Bilder

Davon träumen die Veranstalter des deutschen Grand Prix in Hockenheim: Für den kommenden Lauf zur Formel 1-WM in Silverstone (4.-6.7.) gibt es keine Tickets mehr.

25.06.2008 Gregor Messer

Die britischen Veranstalter sprechen sogar davon, dass dies in der Geschichte des britischen Grand Prix in Silverstone ein bislang einmaliger Zustand ist. Ach ja? Da darf die Frage erlaubt sein: Was war denn bitteschön damals los, als noch Nigel Mansell die britischen Massen verzückte? Jedermann dachte doch bislang, dass schon damals die langen Geraden entlang der alten Start- und Landebahnen des ehemaligen Militärflughafens bis auf den letzten Platz gefüllt waren. Legendär war Mansells Sieg im Jahr 1992, als sogar noch vor dem Fall der Zielflagge übermütige, und nicht minder patriotische Fans die Strecke stürmten.

Mit dem Union Jack nach Silverstone

65.000 Schlachtenbummler werden für den Freitag erwartet, am Samstag sollen es geschätzte 85.000 sein und für den Rennsonntag rechnet man mit dem Schlimmsten: dann sollen 90.000 Rennverrückte den einstigen Fliegerhorst mit Union Jack in der Hand in Beschlag nehmen. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn die Briten haben etwas zu feiern: Mit den Haudegen David Coulthard und Jenson Button, vor allem aber mit Shooting Star Lewis Hamilton haben die Briten ihre entsprechenden Publikumslieblinge, die sie anfeuern wollen.

Hamilton so populär wie früher Mansell

Gerade Hamilton mobilisiert die Fans wie es einst nur Mansell schaffte. Der Schnauzbartträger war nicht zuletzt dank der Massenmedien der gefeierte Superstar schlechthin, und die Hysterie, in der ihn die Briten bejubelten, wurde gemeinhin mit Mansell-Mania betitelt. Ein ähnliches Phänomen erfährt derzeit ganz Spanien durch Fernando Alonso: der Lauf in Barcelona, jahrelang ein Ladenhüter mit handverlesenem Publikum, ächzt vor Kapazitätsengpässen bei den Tribünenplätzen; in diesem Jahr folgt auf dem Stadtkurs von Valencia sogar noch ein zweiter Lauf in Spanien. In England konnten selbst so gestandene Granden wie Jim Clark, Graham Hill und Jackie Stewart nicht so viele Fans nach Silverstone holen wie der Superstar der Moderne, Lewis Hamilton.

Zusatztribünen wie einst in Hockenheim

"Die britischen Fans wissen extrem viel über den Formel 1-Sport und sie verfolgen ihn mit großer Leidenschaft", gibt Silverstone-Hauptgeschäftsführer Richard Phillips zum besten. Das war auch in Deutschland zu seligen Schumacher-Zeiten nie anders. Und wie jetzt in Silverstone wurden auch in Hockenheim über Jahre hinweg Zusatztribünen aufgestellt. Doch hierzulande haben viele Fans irgendwann, nachdem sie zum sechsten, siebten, achten Mal für ihre Karten (die gab es meistens nur als teure Kombitickets für alle drei Veranstaltungstage) sehr teures Geld investieren mussten, den deutschen Grand Prix lieber von zu Hause angeschaut. Ein Desaster für jeden Veranstalter, denn vom Grand Prix profitiert die Infrastruktur des Umlandes deutlich mehr als die Streckenbetreiber, die wie am Nürburgring oder in Hockenheim empfindliche Defizite verbuchen mussten und müssen.

Silverstone-Manager Phillips tröstet via Pressemeldung all jene Fans, die mit dem Kauf eines Tickets in diesem Jahr zu lange gewartet haben damit, dass "die Karten-Nachfrage in diesem Jahr außergewöhnlich hoch gewesen ist." Aber macht ja nichts, denn, so Phillips: "Der Vorverkauf für den nächsten britischen Grand Prix beginnt direkt am Montag nach dem Rennen."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden