Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Gremium legt Ergebnisse vor

Bianchi zu schnell bei Unfall

GP Japan 2014 - Unfall Bianchi Foto: Screenshot YouTube 16 Bilder

Die von FIA-Präsident Jean Todt einberufene Kommission hat auf der FIA-Weltratsitzung in Doha ihre Ergebnisse zum Unfall von Jules Bianchi vorgelegt. Das Dokument umfasst 396 Seiten. Kernaussage: Der Marussia-Pilot habe trotz doppelt-gelb geschwenkter Flaggen nicht ausreichend verlangsamt.

04.12.2014 Andreas Haupt

2 Monate liegt der schwere Unfall von Jules Bianchi beim Formel-1-GP in Suzuka zurück. Und noch immer bangt die F1-Gemeinde um das Leben des Franzosen, der bei einem Zusammenstoß mit einem Bergekran schwere Kopfverletzungen erlitten hatte. Knapp zwei Wochen nach dem Unfall berief FIA-Präsident ein 10-köpfiges Gremium ein, das den Unfallhergang aufarbeiten sollte.

Zu dem Ausschuss gehörten unter anderem der ehemalige Mercedes-Teamchef Ross Brawn, Ex-Ferrari-Rennleiter Stefano Domenicali und die Rennfahrer Emerson Fittipaldi und Alexander Wurz. Auf der FIA-Weltratsitzung in Doha hat die Kommission unter Vorsitz von Sicherheitschef Peter Wright am 3. Dezember ihre Ergebnisse vorgelegt.

396 Seiten über Bianchi-Unfall

Das Dokument umfasst exakt 396 Seiten. Die Kernaussage: Bianchi habe trotz doppelt-gelb geschwenkter Flaggen nicht ausreichend verlangsamt. Der Marussia-Pilot trägt also laut den Experten eine Teilschuld an dem folgenschweren Crash. Zwischen dem Streckenabschnitt T7 und T8 sei das Heck des Marussia ausgebrochen, woraufhin der Franzose versuchte, seinen übersteuernden Rennwagen einzufangen. Bianchi überreagierte laut der Untersuchungsergebnisse aber und flog ab.

Auch die Technik nahm die Kommission ins Visier. Wie man feststellte, habe das Sicherheitssystem "Fail-Safe" nicht ordnungsgemäß funktioniert. Dieses soll ausgelöst werden, wenn ein Fahrer gleichzeitig auf das Gaspedal und die Bremse steigt. Das tat Bianchi zwar, jedoch wurde das System, das das Gas deaktivieren und den Motor abstellen soll, durch eine Besonderheit im Brake-by-Wire-System des Marussia gehemmt.

Möglicherweise hätte ein funktionierendes System die Einschlagsgeschwindigkeit reduziert, was aber nicht genau bestimmt werden könne, so der Bericht. Vielleicht sei Bianchi aber durch die streikende Technik und die Tatsache, dass seine Vorderräder blockiert hatten, abgelenkt worden.

Überdachte Cockpits keine Lösung

Die Renndirektion nimmt das Gremium in Schutz. Angesichts der Erfahrungen der letzten acht Jahre mit insgesamt 384 Zwischenfällen habe man nicht falsch gehandelt. Die Experten sehen keinen Anlass dafür, dass das Safety Car trotz der widrigen Bedingungen vor oder spätestens nach Sutils Unfall, infolgedessen der Bergekran losgeschickt wurde, ausrücken hätte müssen. Man kommt zu dem Schluss, dass keine unmittelbare Gefahr für andere Fahrer oder Offizielle bestehe, wenn die Piloten die Vorschriften in Doppelt-Gelb-Phasen einhalten würden. Medizinische Vorschriften und Maßnahmen seien nach dem Bianchi-Unfall befolgt worden.

Forderungen nach überdachten Cockpits oder gesicherten Bergekränen erteilt die Kommission eine Abfuhr. Wenn ein unter 700 Kilogramm schwerer Rennwagen mit einer Geschwindigkeit von 126 km/h in ein 6.500-Kilo-Fahrzeug krache, würde keiner der Ansätze ausreichenden Schutz garantieren. Es sei schlicht von Nöten, ein solches Szenario zukünftig auszuschließen.

In dem Bericht finden sich auch einige Empfehlungen wieder. Zum Beispiel, dass ein Rennen - angesichts der 4-Stunden-Maximalzeit - mindestens 4 Stunden vor Einbruch der Dunkelheit gestartet werden sollte - mit Ausnahme von Nachtrennen. Ebenfalls sollten Fahrer, welche die Superlizenz neu erhalten haben, einen Kurs belegen, um sich mit der Sicherheit in der F1 vertraut zu machen. Zudem solle Reifenlieferant Pirelli, dessen Pneus keine Rolle am Unfall spielten, ein Regentest während der Saison eingeräumt werden.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden